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aus Heft 04/2011 Gesellschaft/Leben 12 Kommentare

Der Gutmensch

Seite 2: Sich empören über den Zustand der Welt.

Von Christian Nürnberger  Illustration: Dirk Schmidt





Ihr Kampf gegen linke Windmühlen erfordert offenbar den ganzen Mann, große geistige Anstrengungen und kräftezehrende Diagnosen zur Zeit, wie etwa die des Sehers Roger Köppel, der als Chefredakteur seiner Schweizer Zeitschrift Weltwoche kürzlich in »linken Journalisten« eine Plage erkannt hat, die schlimmer ist als Hitler und Brustkrebs zusammen. Womit er an einem Strang mit dem neuen Focus-Chefredakteur Wolfram Weimer zieht, der allen Ernstes glaubt, die Wirklichkeit im Fokus zu haben, wenn er in seinem Blatt gegen »die Vertreter eines linksliberalen, feministischen, sozialstaatfixierten Multikulti-Wischiwaschi-Mainstreams« hetzen lässt.

Gegen diesen verderbten Mainstream schwimmt Weimer mit dem feierlichen Bekenntnis zum »Familiären, Heimatlichen, der kulturellen Identität bis hin zu religiösen Facetten«. Vielleicht sollte er erst mal durch sein Burda-Verlagsgebäude schwimmen und jeden, von den Eigentümern und Geschäftsführern über die Chefredakteurin bis zur Sekretärin und zum Pförtner fragen nach Familienstand, Kinderzahl, Gottesdienstbesuchen, außerehelichen Verhältnissen, polygamen Arrangements und sexuellen Präferenzen.

Dann lernte er, dass er selbst mit seiner fünfköpfigen Familie auf die Rote Liste der aussterbenden Arten gehörte. Und er erführe, dass er mit seiner Mission für das Gutbürgerliche, Familiäre, Heimatliche und Religiöse am besten im eigenen Haus beginnen sollte, bevor er weiter seine Redaktion zwingt, fundamental an der Realität in unserem Land und an den vielen kinderlosen und geschiedenen Karrierefrauen des »bürgerlichen Lagers« sowie an Horst Seehofer und Ole von Beust vorbeizuschreiben.

Die Don Quijotes sitzen nun seit mindestens einem Jahrzehnt an zahlreichen Hebeln der Macht, und das Größte, was ihnen bisher gelungen ist, war das Halten der Steigbügel für die gegenwärtige »Wunschkoalition«, einer Regierung, die heute niemand gewählt haben will. Die NS-Vergangenheit indes verfolgt uns immer noch, wie das Buch über Das Amt lehrt, und die Windmühlenkämpfer können daran nichts ändern. Eine Antwort auf die Frage nach den Grenzen des Wachstums haben sie bis heute nicht gefunden. Ihre Vorschläge zur Lösung des Energieproblems erschöpfen sich in der Verlängerung der Laufzeiten für alte Atomkraftwerke.

Zum Pflegenotstand fällt ihnen so wenig ein wie zu dem auch von ihnen verursachten Demografieproblem. Die Nachricht vom Bankrott des Glaubens an den Markt ist bei ihnen noch nicht angekommen. Die Ergebnisse der Klimaforscher bezeichnen sie als Lügen, ohne einen einzigen Beweis dafür zu haben. Zur Gutmenschenkeule zücken sie auch noch die Antisemitismuskeule, wenn nur der Hauch von Kritik an rechtsradikalen Mitgliedern der israelischen Regierung geübt wird. Die immer weiter sich öffnende Schere zwischen Arm und Reich lässt die Köppels und Weimers kalt. Der Hunger in der Welt animiert sie zu Attacken auf Bob Geldof, Bono und andere Gutmenschen, die durch ihre Hilfe und ihr Engagement angeblich alles nur noch schlimmer machen.

Eine Alternative zu deren Engagement hat diese »Achse des Guten« nicht. Um davon abzulenken, bedarf sie der Unterstützung durch ältere Jahrgänge und ehemalige Achtundsechziger, Sancho Panchas wie Matthias Matussek, Dirk Maxeiner und Michael Miersch. Unter der Leitung des Windmachers Henryk M. Broder und mit freundlicher Unterstützung der Talk-Schlachtrosse Arnulf Baring, Ralph Giordano und Hans-Olaf Henkel bauen sie hier gerade einen Ableger der amerikanischen Tea-Party-Bewegung auf. So, wie deren Mitglieder Pickel kriegen, wenn sie das Wort Krankenversicherung hören, so reagieren die deutschen Tea-Party-Isten mit Allergieschocks, wenn sie das Wort soziale Gerechtigkeit hören.

Großzügig im Austeilen, empfindlich im Einstecken, bekämpfen sie auf allen publizistischen Kanälen die Vorherrschaft einer längst verschwundenen linken Meinungs- und Gutmenschenmafia. Und sobald ihnen jemand widerspricht, verkünden sie in der Pose des mit dem Tode bedrohten Widerstandskämpfers in allen Talkshows, Zeitungen und per Internet, man lasse sich keinen Maulkorb verpassen, nicht zum Schweigen bringen, nicht das Wort verbieten. Für diesen Mannesmut, dieses tapfere, tabulose Klartextreden und die Erhebung von Stammtischparolen zu Blogs, Editorials und Essays werden sie dann, wie einst die wilden Achtundsechziger, mit Geld, Ehre, Ansehen, Planstellen, Preisen und medialer Aufmerksamkeit überschüttet. Ungeheuer mannhaft ist es auch, wie sich die Keulenriege vor der anatolischen Bäuerin aufbaut und in barschem Nazi-Ton kommandiert: Integrier dich, aber dalli!

Über ein halbes Jahrhundert lang wurde versäumt, die Einwanderer Deutsche werden zu lassen, und jetzt soll die fromme Bäuerin, die da aus dem hintersten anatolischen Dorf in eine deutsche Großstadt katapultiert wird, von jeder Litfaß-Säule halbnackte Frauen auf sich herabschauen sieht und vor Scham und Schreck vergeht, über Nacht zwangsmodernisiert werden.
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Wer sich schützend vor diese Frau stellt, wird angeblafft: »Weg da, Gutmensch, merkst du nicht, wie diese Muslimin unsere Demokratie aushebelt, die Sozialsysteme ausbeutet, die Scharia einführt?« Zwei schlichte Beispiele, auf die neulich der Kriminologe Christian Pfeiffer hingewiesen hat, lassen die heiße Luft aus dem riesigen Ballon, den die Islamophoben derzeit immer noch weiter aufblasen: In einem Vergleich von norddeutschen Städten und Landkreisen fiel auf, dass in Oldenburg türkischstämmige Viert- und Neuntklässler die zweitniedrigste Gewaltrate aufwiesen, in Dortmund dagegen die höchste. Schülerbefragungen zeigten, dass in Oldenburg 90 Prozent der türkischstämmigen Grundschulkinder von deutschen Kindern zu ihrem Geburtstag eingeladen wurden. In Dortmund waren es nur 29 Prozent.

Zweites Beispiel: In Hannover ging zwischen 1998 und 2006 die Mehrfachtäterquote türkischstämmiger Jugendlicher parallel zu ihrer deutlich verbesserten schulischen Integration um die Hälfte zurück. Die Quote der Neuntklässler, die den Realschulabschluss oder das Abitur anstreben, hat sich in dieser Zeit von 53 auf fast 70 Prozent erhöht, und das vor allem aus zwei Gründen: Zum einen haben sich über den Verein »Mentor e. V.« mehr als tausend Bürgerinnen und Bürger als kostenlose Nachhilfelehrer engagiert. Zum anderen hat die Bürgerstiftung Hannover gemeinsam mit stadtteilbezogenen Initiativen ein breites Spektrum von Integrationsmaßnahmen entwickelt.

Man lernt: Für die Lösung des Integrationsproblems brauchen wir nicht die Flut der zündelnden Blogs, Editorials und Talkshow-Suaden, sondern ein besseres Bildungssystem und mehr Deutsche, die auf Einwanderer zugehen, Gutmenschen also, die sich kümmern.

In Frankreich ruft gerade der 93-jährige Stéphane Hessel dazu auf, sich zu empören über den Zustand der Welt. Darüber, dass die Schere zwischen Reich und Arm immer weiter aufgeht, der Sozialstaat ausgehöhlt wird, Ausländer stigmatisiert und die Palästinenser von den Israelis kujoniert werden. Darüber, dass in der Mitte unserer Konsumgesellschaft ein schwarzes Loch des Nihilismus klafft, dass die Gier der Banker eine einzige Schande sei. Dass wir unseren Planeten zerstören.

Nach der Definition unserer deutschen Tea-Party-Isten handelt es sich also bei Hessel um einen typischen Gutmenschen. Er war Mitglied des französischen Widerstands, wurde von der Gestapo gefoltert und überlebte das KZ. Schon damals hat es das Wort Gutmensch gegeben. Es wurde wohl von den Nazis gegen die Anhänger des Grafen Galen verwendet, die gegen die Tötung körperlich und geistig Behinderter gekämpft haben. Man sollte also künftig die Bezeichnung Gutmensch als Ehrentitel und Adelsprädikat führen, denn eines ist gewiss: Wenn wir irgendwo auf der Suche nach Lösungen für das Überleben auf diesem Planeten fündig werden wollen, werden wir diese eher bei Klimaschützern, Vegetariern, Veganern, Biobauern, Friedensbewegten, Tierschützern, Grünen, Sozialdemokraten, Kirchen und Gewerkschaften finden als beim deutschen Ableger der Sarah-Palin-Fraktion.


Christian Nürnberger, 59, Träger der Silbernen Ehrennadel für 40 Jahre »Leiden an der SPD«, ist oft als Gutmensch beschimpft worden. Das Wort perlt an ihm ab, seit er weiß, dass es von den Nazis kommt, also eine Bösmenschen-Schöpfung ist. Auch Hitler benutzte die Vorsilbe »gut« abwertend, er wandte sie auf »Gutmütige« an, die angeblich den Feinden der Deutschen in die Hände spielten.

Kommentare

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  • Hartmut Haas-Hyronimus (0) aha, so kann man also mit der Bratwurst die Weltgeschichte erklären
  • Roland Stolla (0) Zur Nazi-Zeit gab es den mir noch erinnerlichen berüchtigten "Eintopf-Sonntag". Eintopf ist seither bei uns tabu - wie eben das Wort "gutmensch". Allerdings: Nürnberger Rostbratwürste werde ich auch weiterhin essen!!
  • Ninon de lenclos (0) Bitte nehmen Sie es mir nicht übel, wenn ich es so direkt sage, Herr Nürnberger, doch Ihr Artikel trieft vor Selbstgerechtigkeit und Selbstgefälligkeit. Und es sind genau diese zwei Eigenschaften, die die Gerneguten wie Sie so unsympathisch macht.

    Unter jeder Sau finde ich definitiv, dass Sie Folterungen durch die Gestapo als Qualitätsnachweis für Ihre These missbrauchen und jene, die das Wort «Gutmensch» benützen (ich gehöre nicht dazu), den Nazis gleich stellen, obwohl das Wort heute eine neue Bedeutung erhalten hat. Es wurde von den Nazis nämlich nicht im heutigen Sinn verwendet. Und noch etwas: Die NationalSOZIALISTEN waren auch für soziale Gerechtigkeit. Lesen Sie mal das Parteiprogramm der NSDAP. Es liest sich streckenweise wie das Parteiprogramm der Linken.

    Zu schlechter letzt: Veganer lösen Kraft ihres Veganerseins nicht ein einziges Problem der Menschheit. Es sind vor allem Wissenschaftler, Ingenieure, Mediziner, etc., etc., die Probleme lösen, und nicht ideologisch verbrämte «Gutmenschen». Denn Mediziner wie Alexander Flemming, die das Penicillin entdeckt und somit eines der grössten Probleme des Menschen gelöst haben, waren definitiv keine Veganer.
  • Siegmar Geiselberger (0) als alter 68-er habe ich erleichtert aufgeatmet, man vereinsamt ja langsam aber sicher ... irgendwann werden aber die Leute auch aus der Mode kommen, die jetzt das sagen haben, sie haben sich sicher nie angestrengt etwas zu verändern oder sogar zu verbessern, ihnen gefällt ja genau die Scheiße, in der sie sich abstrampeln
  • Vera Plattner (0) Herr Lehmann, mit Verlaub,
    der von Ihnen gepostete Link bzw. der dazugehörige Artikel (Was Gutmenschen sagen?und was sie wirklich dabei denken) ist wirklich unter aller Beurteilung. so manche These ist extrem plakativ - ich kopiere gern ein Beispiel -
    "Neue Technologien bergen unkalkulierbare Risiken!
    Fortschritt ist was für Konservative."

    oder "Die Armen werden immer ärmer!
    Bei manchen hat der Flatscreen-Fernseher nur 15 Zoll Bilddiagonale. Gut, dass Käthe Kollwitz das nicht mehr miterleben musste."

    Obwohl ich eine gute Erziehung sowie Ausbildung genossen habe, nicht aus einer armen Familie komme und nach beruflichem Erfolg strebe, also irgendwo auch zur fdp- und neocon-Zielgruppe gehöre, habe ich es nicht nötig, auf dem (anteilsmäßig wachsenden) Prekariat oder auch dem leidenden Mittelstand herumzutrampeln, indem ich Sarrazin-Thesen vertrete oder mit anderen kontraproduktiven Forderungen meinen eigenen Status in der Gesellschaft zu bewahren versuche, frei nach dem Motto, "nach mir die Sintflut".

    Die Gutmenschen, wie Nürnberger sie beschreibt, sind keine hirnlosen hardcore-Ökos, wie der von ihnen angeführte Artikel uns erzählen möchte, sondern pragmatische Idealisten. Und wütend dürfen die Gutmenschen tatsächlich sein in diesen Tagen !
  • Isabell Speidel (0) So polemisch und vereinfachend. Da macht es sich aber einer sehr leicht und somit aich angreifbarer.
    So wird mitunter Gutmensch nicht jeder der Gutes tut verstanden, sondern vor allem die Sorte Menschen, die Gutes in erster Linie von... anderen verlangen und sich selbst eher in der Rolle sehen, diesen anderen zu sagen, was Gut und Schlecht sei.

    Auch was er er beispielsweise über das Buch "Unter Linken" bzw. dessen Autor schreibt zeugt davon, dass er das Buch entweder nicht gelesen hat, oder aber die Hauptthemen bewusst zugunsten eines Nebenaspektes fallen lässt. Eigentlich ist sowas nicht mal des "Überfliegens" wert.

    Wenn die SZ so weiter macht, bekommt sie noch den Ruf das Parteiorgan der SPD bzw. der Grünen, Linken etc. zu sein !
    Dann aber mit Recht !
  • Rudolf Wedekind (0) Ja, das was laut Nürnberger den Gutmenschen gerne vorgeworfen wird, trifft leider auch auf seinen eigenen Artikel zu: gut gemeint, aber schlecht gemacht. "Zum Pflegenotstand fällt ihnen so wenig ein wie zu dem auch von ihnen verursachten Demografieproblem." Das ist nun wirklich doppelt dumm: Erstens weil auch Christian Nürnberger nichts zum Pflegenotstand einfällt und zweitens weil man ja seinem politischen Gegner vieles vorwerfen kann, aber doch wohl nicht das Demografieproblem verursacht zu haben (vielleicht weil Frau Merkel kinderlos, Herr Westerwelle schwul, aber Nürnberger Vater von 10 Kindern ist oder wie oder was?) Der Artikel wimmelt von Beispielen dieser Art. Das aber ist nicht das Schlimme daran. Schlimmer ist die ganze Machart und die sieht folgendermaßen aus: Ich sammle erstmal Sympathiepunkte, indem ich Sarazin erwähne. Da brauche ich gar nicht weiter zu argumentieren. Dann geselle ich ihm eine Reihe anderer mehr oder weniger dubioser Figuren bei und verrühre das ganze zu einem ungenießbaren Brei, egal, ob diese Personen nun etwas mit Sarazin gemein haben oder nicht. Das aber genügt natürlich noch nicht um den noch halbwegs aufmerksamen Leser zu überzeugen.Nürnberger rührt also noch einen Schuss Tea(Party) mit rein. Das hat zwar mit unserer bundesdeutschen Wirklichkeit überhaupt nichts zu tun, diese hinterwäldnerische Truppe wirkt aber schön abschreckend. Zum Schluss dann darf - ich dachte schon die Zeiten wären vorbei - natürlich nicht fehlen, den Gegner in die faschistische Ecke zu stellen. Und dass gleich dreimal auf völlig unsinnige Weise:
    Erstens: "Die Don Quijotes sitzen nun seit mindestens einem Jahrzehnt an zahlreichen Hebeln der Macht, und das Größte, was ihnen bisher gelungen ist, war das Halten der Steigbügel für die gegenwärtige »Wunschkoalition«, einer Regierung, die heute niemand gewählt haben will. Die NS-Vergangenheit indes verfolgt uns immer noch, wie das Buch über Das Amt lehrt, und die Windmühlenkämpfer können daran nichts ändern." Also lerne ich: Irgendwie ist diese Regierung daran schuld, dass uns noch immer die Vergangenheit verfolgt.
    Ein begnadeter Unsinn.
    Zweitens: Der Franzose Hessel hat ein Buch geschrieben. Er beklagt dort offenbar so ziemlich alles, was beklagenswet ist, was aber - so die beweislose Botschaft von Nürnberger - hartherzige Gutmenschenfeinde okay finden. Hessel "war Mitglied des französischen Widerstands, wurde von der Gestapo gefoltert und überlebte das KZ." Wenn das kein Argument ist, wie Recht Hessel hat und wie böse die anderen sind!
    Drittens: Das Wort Gutmensch stamme von den Nazis, wer es also als Schimpfwort benutze, ist dann wohl selbst ein Nazi.
    Geht's noch perfider?
  • Marcus Lehmann (0) Was Gutmenschen wirklich denken und sagen.......

    http://spiritofentebbe.wordpress.com/201...
  • S. Kräuter (0) Dem letzten Kommentar (vom 28.1.11, 20 Uhr Gregor Marx) ist nicht zuzustimmen. Es handelt sich bei dem kommentierten Artikel von Christian Nürnberger keineswegs um einen "Wutartikel" - diese Einschätzung kommt offenbar von einer Person, die selbst viel Wut im Bauch hat (auf Muslime und vermutlich auch auf "Gutmenschen" in seiner Umgebung) und daher durch einen sachlich analysierenden, wenn auch flott geschriebenen (in soweit stimme ich dann doch zu) Artikel dazu angestachelt wird, die Wut heraus zu lassen. Interessant die Information des Artikels, woher das Wort "Gutmensch" kommt!
    Für mich ist es ganz wichtig, dass die Position Christian Nürnbergers, die ich teile, in einer auflagenstarken Zeitung publiziert wird. Damit werden diejenigen, die einer "Tea-Partyisierung" entgegen zu steuern versuchen, ermutigt und unterstützt. Ich erinnere übrigens an einen ebenfalls hervorragenden Artikel desselben Autors aus dem SZ-Magazin 2/2010 "Das beste Leben der Welt" http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/... , der gleichfalls zum Nachdenken (und evtl. Handeln) animiert. Wenn ich solche Artikel lese, weiß ich, dass ich die richtige Zeitung abonniert habe.
  • Gregor Marx (1) Flott geschriebener Wutartikel, aber wohl an der Wirklichkeit der Normalos vorbei. Was für Oldenburg und Nürnberg gelten mag, ist im Ruhrgebiet auch statistisch nicht nachzuvollziehen. Kostenlose Nachhilfe und Mittagstische werden allerorten angeboten und zahlreich angenommen. Nachkommen der "frommen Muslima aus Anatolien" sind dort allerdings selten anzutreffen. Die haben doch alles, was sie wollen, auch ohne sich anzustrengen: Playstation, Handy, Satelittenanlage und jede Menge Zeit zum Chillen. Interessant wäre, nach Ursachen DAFÜR zu suchen und DENEN gegenzusteuern. Das aber geht den "Gutmenschen" zu weit. Da müsste man ja Irrtümer eingestehen!
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