aus Heft 22/2011 Schule 98 Kommentare
Was machen Mathelehrer eigentlich falsch?
Vielleicht ist es nur ein Gefühl. Vielleicht aber auch die traurige Wahrheit: Kein Schulfach ist so am Ende wie die Mathematik. Eine Beweisführung.
Von Karoline Amon Foto: ohneski / photocase.com
Die Aufgabe: 2 x+1 + 5 x 2 x-1 = 36. Anne* steht an der Tafel und weiß nicht weiter. Welche Zahl ersetzt x, sodass die Exponentialgleichung aufgeht? Annes Schultern sinken herab, die Kreide in der Hand setzt sie nur pro forma an die Tafel an.
Der Mathematiklehrer der 10 b an einem Münchner Gymnasium hält sich nicht lang mit Anne auf. »Wie haben wir das gestern gemacht?«, fragt er in die Klasse, während er im typischen Lehrergang durch die Reihen federt, allzeit bereit, sich blitzschnell in Richtung seines erhobenen Zeigefingers zu drehen. Kein Schüler kennt die Antwort. »x ist gleich drei«, sagt Lehrer R. in einem Ton, der meint: Ist doch kinderleicht. Der Lehrer für Mathematik und Physik schreibt in dieser Stunde noch drei Exponentialgleichungen an die Tafel, den Lösungsweg gleich dazu. Am Ende gibt er die Hausaufgaben bekannt und den Schnitt der Physik-Ex: 4,6. Manche Schüler werden die Hausaufgaben bewältigen, die meisten nicht – und die nächste Stunde werden sie bei Herrn R. verbringen, wie sie die vorhergehenden verbracht haben: ohne irgendetwas zu begreifen.
Es gibt viele schlechte Noten in der 10 b des Luisengymnasiums, besonders in Mathe und Physik. Ein Drittel der Klasse wiederholt die Jahrgangsstufe, und nur sechs Schüler gelten als nicht gefährdet.
Mathematik: das Hauptfach. Politiker verweisen auf die jüngsten Ergebnisse des PISA-Tests. Zehn Jahre nach dem Schock hätten die Matheleistungen deutscher Schüler letztes Jahr deutlich über dem OECD-Mittelwert gelegen. Dieses positive Ergebnis ist jedoch kein Grund zur Erleichterung. Anhand der Fragebögen der Pariser Bildungsforscher wird geprüft, ob ein Schüler in der Lage ist, einen Fahrplan zu lesen oder den richtigen Button auf einer Internetseite anzuklicken. Bei PISA geht es nicht um Mathekompetenz, sondern um Lebenskompetenz.
Über die Fähigkeit deutscher Schüler, Exponentialgleichungen zu lösen oder mit Brüchen richtig umzugehen, sagt die Studie nichts aus – wohl aber die Untersuchung Rechnen in Deutschland, die fast zeitgleich mit den neuesten PISA-Ergebnissen veröffentlicht wurde. Sozialforscher von Forsa ermittelten, dass ein Fünftel aller Schüler im »letzten Zeugnis in Mathe mit einer Vier oder schlechter benotet wurde«.
Mathematik, das Angstfach. Matheklausuren oder -schulaufgaben gleichen Wundertüten: Hat der Schüler Glück, dann ist unter den Aufgaben viel Pflicht und wenig Kür. Dann gibt es eine Chance, dann kann man das Gelernte anwenden, die Formel hinschreiben und die bekannten Größen einsetzen, das bringt schon mal Punkte. Überwiegt die Kür, ist also abstraktes Transferwissen gefragt, ist bei den meisten Schülern die schlechte Note programmiert.
Wer Mathe nicht versteht, hat in der Schule schlechte Karten. In Deutsch oder Englisch gibt es Referate und andere mündliche Beiträge, mit denen man die Note retten kann. In Mathe nicht. Und: In keinem Fach können Lehrer die Schüler besser auflaufen lassen als in Mathematik, wie das diesjährige Abitur in Bayern beweist, das die letzten Schüler, die noch neun Jahre das Gymnasium besuchten, gerade geschrieben haben.
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Auf Austauschplattformen zum Thema Schule und Studium beschreiben geschockte Abiturienten ihr Versagen. Manche haben gleich ein leeres Blatt abgegeben, andere nur die Hälfte geschafft. Ein Prüfling berichtet von einer Abiturprüfung mit Aufgabenstellungen, die man davor noch nie behandelt hatte. Rainer Richter, der Mathe- und Physiklehrer, weiß, warum die Schüler so versagt haben: »Denen hätte man früher sagen müssen: Ihr seid dem nicht gewachsen. Man kann denen nur raten: Macht mal den Quali, dann könnt ihr in den M-Zweig der Hauptschule gehen und versuchen, die mittlere Reife zu machen.« Übersetzt heißt das: Gymnasiasten sollen mit dem qualifizierten Hauptschulabschluss das Gymnasium verlassen und, statt auf die Realschule zu wechseln, die bayerische Variante wählen und auf der Hauptschule die Prüfung zur mittleren Reife ablegen.
Bettina Hannover, Professorin für Psychologie und Erziehungswissenschaft an der FU Berlin, weiß aus Untersuchungen, dass Mathelehrer denken, Mathematik sei ein Fach, »in dem es nur richtig oder falsch gibt«. Aus richtig und falsch wird im Sinne der Schüler gut und schlecht. Schüler leiden unter der mangelnden persönlichen Wertschätzung ihres Mathelehrers. Und entwickeln eine große Abneigung gegen das Fach. Oder eben Angst. Was noch nicht untersucht wurde: Sind Lehrer, die andere Fächer unterrichten, besser? Oder woran liegt es, dass kaum einer Deutsch oder Englisch als Angstfach bezeichnet?
Es gab ja Jahrzehnte, vielleicht von den Siebzigerjahren bis zur Jahrtausendwende, da galten Schüler, die gut in Mathe waren, als Spießer und Streber. Wer dennoch Einser schrieb oder gar Spaß an Mathe hatte, musste sich heftig anstrengen, um auf anderem Gebiet Lässigkeit auszustellen. Heute haben alle begriffen: Mathe zu verstehen ist cool, kann einen weit tragen und nicht zu vergessen: Es mindert die Schulangst unendlich.
Die 16-jährige Sophia zittert vor jeder Mathestunde. Die Zehntklässlerin eines Münchner Gymnasiums hat Angst davor, an die Tafel zu müssen. Auch ihr Mathelehrer sagt Sätze wie: »Entweder man kann es gleich, oder man lässt es.« In anderen Hauptfächern hat Sophia keine Probleme, nur in Mathe kommt sie nicht mit. Schon ihr älterer Bruder hat unter dem gleichen Mathelehrer gelitten, Mathe und der Lehrer sind in Sophias Familie ein Dauerthema, eine Belastung. Die Eltern zerbrechen sich den Kopf darüber, wie man den Mathelehrer dazu bringt, mehr Übungsblätter zu verteilen und zu korrigieren und im Unterricht gezielt auf die Verständnisprobleme der schwächeren Schüler einzugehen. Immer wieder appellieren Sophias und andere Eltern aus der Klasse an den Lehrer, seine pädagogischen Pflichten endlich wahrzunehmen – bisher ohne Erfolg. Was sollen die Eltern machen gegen diese Lehrer, die ihr Fach und nicht die Schüler unterrichten? »Es gibt keine Instanz, an die man sich wenden könnte«, beklagt der Vater einer Mitschülerin Sophias.
So versuchen sich die Eltern selbst in der Arbeit am Lehrer. Doch in allen Sprechstunden lässt er ihre Worte an sich abperlen, sagt, dass »er es nicht sehr schätzt, wenn Eltern kommen und sich bei ihm beschweren«. Klassenelternsprecher sammeln E-Mails anderer ratloser Eltern mit den Kommentaren der Mathematikpädagogen: »Er werde schon dafür sorgen«, zitiert ein Gymnasiast seinen Lehrer, dass »hier einige auf die Realschule wechseln werden.«
Sophias Vater versucht nach dem Abendessen und am Wochenende, die Versäumnisse des Mathelehrers auszugleichen. Mit seiner Nachhilfe schafft sie es gerade auf eine Vier. Andere zahlen. In Deutschland geben Eltern 1,5 Milliarden Euro für Nachhilfe aus. Spitzenreiter bei den Buchungen ist, laut des Verbandes der Nachhilfeinstitute, das Fach Mathematik.
Sollte Sophia in Mathe nicht besser werden, wird es ihr so gehen wie vielen diesjährigen Abiturienten: Die Mathenote wird ihren Abi-Schnitt verschlechtern, die Eins vor dem Komma ist passé und damit die Chance auf einen der Studienplätze in Germanistik oder Geschichte, die wegen des großen Ansturms zulassungsbeschränkt sind.
Aber es gibt freie Studienplätze für Schülerinnen wie Sophia. Mathematik-Lehramt, zum Beispiel, kann jeder Abiturient, egal mit welcher Endnote, studieren. Gute Mathe-Abiturienten gibt es zu wenige. Deswegen muss Kristina Reiss auch die schlechten mit offenen Armen empfangen. Die Fachdidaktikerin für Mathematik an der TU München will ihre Studenten zu einem neuen Typus Mathelehrer erziehen. Die neue Generation soll die Fehler der Kinder ergründen können, der neue Lehrer kann Schüler für das trockene Fach interessieren, indem er geschichtliche Zusammenhänge erläutert, etwa wie Lehrsätze und Formeln entstanden sind. Außerdem: Richtiges Rechnen, so die Erkenntnis der Fachdidaktiker, klappt bei Schülern viel besser, wenn der Lehrer vermittelt, warum all die Rechenoperationen wichtig sind.
*Namen aller Schüler geändert.
- Seite 1: Was machen Mathelehrer eigentlich falsch?
- Seite 2: Wer Mathematik nicht versteht, ist nicht automatisch faul oder dumm.
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19 Uhr 06
Lehrer sollten sich einfach mal öffnen und andere Konzepte wahrnehmen, dann würden Schüler und der Mathe-Unterricht davon profitieren.
17 Uhr 39
Die gesamte Mathematik (Algebra) ist ausser den Konstruktionen(Geometrie/Grafiken) nichts anderes als die Grundrechnung Summe und Differenz der beiden Ziffern 0 und 1 in der Grundform der Gleichung oder Ungleichung. Alles andere sind Sonderfälle oder Kombinationen davon!
Gerechnet (Sinn von Verrechnen) wird in Mathe nur zu ca. 20%, 80% sind "lediglich" Termumformungen! Es gibt auch nur einen einzigen Lösungsweg: Vom Funktionssystem durch 2 "Verfahren" Einsetzungs-/Gleichsetzugs- und dem Additionsverfahren zur Bestimmungsgleichung. Diese differenzieren (Terme umformen in gleichartige Glieder) und gleichartige verrechnen (integrieren, zusammensetzen) zur Lösung! Hat ein Lehrer mal die Wurzel in alle anderen 5 Rechenarten wie Bruch, Differenz, Summe, Multiplikation und wieder zur Potenz u m g e f o r m t ?
Wie sollen also Schüler verstehen, wenn die Lehrer nicht mal ihre Fachwissenschaft beherrschen?
11 Uhr 22
Ob nun Lehrkräftemangel oder die Motivation der Lehrer dafür verantwortlich sind, ist dabei Nebensache. Tatsache ist, dass der Unterricht an vielen Schulen schon seit einigen Jahren geprägt ist von einer nicht-kontinuierlichen Arbeit. Und das ist - wie auch der Artikel richtig erkannt hat - im Fach Mathematik tödlich. Für das Verständnis der Französischen Revolution braucht man nicht nowendigerweise Kenntnisse von Cäsars Gallischem Krieg, aber wer den Umgang mit rationalen Zahlen nicht verstanden hat, braucht auch nicht zu versuchen, eine irgendwie geartete Gleichung zu lösen (btw.: eine Exponentialgleichung ist das nicht, die im Artikel genannt wird).
Dazu kommt, dass der Stoff viel zu wenig durch Übungen (Hausaufgaben) gefestigt wird. Denn wer denkt, man müsse in Mathematik nur wissen, wie "es prinzipiell funktioniert", dem sei ein Wort eines renommierten Mathematik-Professors entgegengehalten:
"Es reicht nicht aus, wenn man theoretisch weiß, wie man 2 Meter hoch springt - man muss es auch ständig üben."
23 Uhr 59
Würde mich zu sehr interessieren, was Ruhi Wisgund dazu nun sagt, wo doch "keiner der Kommentatoren/-innen ? ihre [K. Amons] folgenden Fakten im Einzelnen widerlegt" hat.
Denn zumindest ich hab da so einige (nett verpackte oder sogar versteckte) Widerlegungen ausfindig gemacht.
Aber auch einen Kommentar zu Peter Dechants Umfrage würde mich interessieren. Das ist nämlich genau das Problem, das mich als Nachhilfelehrer fast zum Aufgeben gebracht hätte, dass nämlich ich immer gut vorbereitet war, die Nachhilfeschüler aber oft nicht bereit waren, auch ihren Teil dazu beizutragen.
Denn es stimmt auch in meinen Augen, was Theo Tiger sagt, dass "Die Spitzen-Abiturnote ? zu 90% lernen" ist, was insbesondere auch auf die Mathe-Note zutrifft. Der Hirnforschers Manfred Spitzer hat in mehreren Vorträgen ausdrucksvoll gezeigt, was einen immensen Einfluss auf Mathe-Note und -Verständnis hat: Die Einstellung zur Mathematik! Und zwar insbesondere, dass auch und besonders Mathe ein LERNfach ist! In Ländern, in denen der Großteil der Bevölkerung an einen hohen Einfluss des LERNENS auf die Matheleistungen glaubt, sind auch die Mathematikleistungen signifikant besser (die Mathelehrer hingegen nicht unbedingt ?), in Deutschland werden leider meist andere Gründe hochgehalten (schlechte Lehrer, "Mathe kann man oder man kann es eben nicht", "Ich konnte Mathe auch nie richtig", ?). In diesem Sinne: Danke, Frau Amon, dass Sie durch die Festigung dieser Einstellung zur Mathematik zur Verschlechterung der deutschen Mathematikleistungen einen wertvollen Beitrag geleistet haben!
23 Uhr 25
Im Untertitel ?Kein Schulfach ist so am Ende wie die Schulmathematik? ? eingebettet zwischen ?Vielleicht ist es nur ein Gefühl, vielleicht aber auch die traurige Wahrheit.? und ?Eine Beweisführung? ? wird aber sofort deutlich, dass es an dieser Stelle um ganz etwas anderes geht: Es geht darum, wohlfeile negative Emotionen gegenüber dem Schulfach Ma-thematik zu bedienen und zu schüren. Es handelt sich um pures Mathe-Bashing.
Eine Beweisführung schließt mit der Klausel ?q.e.d?. Fragen wir uns also, was mit dieser ?Beweis¬füh¬rung? zur Schulmathematik belegt wird: Ist die Mathematik als Schulfach wirklich am Ende, ist das ?nur ein Gefühl? - oder ist es (meine These!) nicht einmal das?
Zitat 1:
?PISA-Tests. Zehn Jahre nach dem Schock hätten die Matheleistungen deutscher Schüler letztes Jahr deutlich über dem OECD-Mittelwert gelegen.?
Die Argumentationskette wird eröffnet mit einem als gesichert geltenden (?hätten?) empirischen Befund. Um zu der Kernthese zu passen, muss er allerdings umgedreht oder zumindest entkräftet werden. Das ge¬lingt dann auch ansatzlos, und zwar mit dem Gefühl: Was die Pariser Bildungsforscher da untersucht haben in ihrer Studie zur Mathekompetenz, das ist ganz etwas anderes:
Zitat 2:
?Bei PISA geht es nicht um Mathekompetenz, sondern um Lebenskompetenz.?
Es geht nämlich um Dinge wie die Fähigkeit, ?den richtigen Button auf einer Internetseite anzuklicken?. Wahre Mathekompetenz ? das weiß man ? besteht indes darin, dass man ?das Gelernte anwenden, die Formel hinschreiben und die bekannten Größen einsetzen kann?, das, bei dem es ?eine Chance? gibt, und was ?schon mal Punkte bringt? ? die ?Pflicht?.
Zitat 3:
?Überwiegt die Kür, ist also abstraktes Wissen gefragt, ist bei den meisten Schülern die schlechte Note programmiert.?
Damit ist klar: Geht es um Noten, so sollten die Lehrer endlich damit aufhören, abstrakte Transfer¬leistungen einzufordern:
Die Lehrer sollten sich wieder beschränken auf ihr Kerngeschäft ? auf das, was Punk¬te bringt. Macht endlich Schluss mit den ?Wundertüten? á la PISA!
Überhaupt: Die Noten. Das ist ja eigentlich das Wichtigste am Matheunterricht. Auch hier kann man einen empirischen Befund heranziehen:
Zitat 4:
?Sozialforscher von Forsa ermittelten, dass ein Fünftel aller Schüler im ?letzten Zeugnis in Mathe mit einer Vier oder schlechter benotet wurde?.?
Im allerschlimmsten Fall könnte das so aussehen: Man serviert alle schlechten Schülern ? also 20% ? ab mit einer Sechs, und keinem auch noch so guten Schüler man gönnt eine bessere Note als Drei. Das führt dann zu einem Notendurchschnitt von 0,8*3 + 0,2*6 = 3,6.
Diese Forsa-Ergebnisse taugen natürlich schlecht als Basis für ein Lamento über den Mathematik-Unterricht. Eher müsste man daraus schließen: Eigentlich ist das mit den Mathe-Leistungen alles okay.
Aber genau das ist ja der Skandal! Tatsächlich versteht die große Mehrheit ?wenig bis gar nichts?.
Zitat 5:
?Wenige Spitzenschüler ? nicht nur in Mathematik, aber da ganz besonders ? schönen die Statistik. Deshalb legt das Bildungsestablishment so viel Wert auf Hochbegabtenförderung und Elitebildung. Es braucht die Guten, damit die normale Schnittkurve nicht vorn flach bleibt, hinten gefährlich steil ansteigt und damit den Schnitt in den Keller fallen lässt. Man braucht diejenigen, die immer Einser haben.?
Das Problem ist das Bildungsestablishment, das dafür sorgt, dass zu viele gute Leistungen und damit eben leider auch zu viele gute Noten zustande kommen.
Was sagt uns das?
Macht endlich Schluss damit, die guten Schüler zu päppeln! Sie vertuschen mit ihren Leistungen die Wahrheit über den Leistungsstand der Gesamtheit.
Die industriellen Geldgeber werden endlich erleichtert aufatmen. Ihr Problem mit dem ?Unterrichtsstil der Mathematiklehrer? lässt sich nämlich auf einen einfachen Punkt bringen:
Zitat 6:
?Zu wenige Schüler überstehen die Selektion im Mathematikunterricht.?
Hier Abhilfe zu schaffen, das könnte für die Schulmathematik ein weiterer wichtiger Schritt weg vom Abgrund sein. Mit Sicherheit wäre es jedenfalls ein Signal für die Hochschulen: Lasst endlich ab von der drastischen Selektiererei der bereits überscharf Vorselektierten. Erst das bringt ja den von den Unternehmen gewünschten breiten ?Pool an gut ausgebildeten Mathematikern und Informatikern, aus dem sie sich die Besten aussuchen können.?
Die Ausbildung von Mathematikern und Informatikern für die Einstellung in Unternehmen ist natürlich keine Angelegenheit der Schule! Die hat dann schon noch genug andere Aufgaben. Aber die zuständigen Hochschullehrer ? sie werden die SZ mit der nötigen Aufmerksamkeit lesen! ? werden leicht 2 und 2 zusammenrechnen und sind so schon mal vorgewarnt.
Aber noch einmal kurz zurück zu den ?Schnittkurven? und Durchschnittswerten. Eigentlich ist ja alles noch viel schlimmer als sich damit belegen lässt!
Zitat 7:
?Ministerialrat Götzl, selbst ehemaliger Mathe- und Physiklehrer, kümmert sich um die bayerische Schnitterhebung in diesen Fächern, er kennt sich aus mit Begriffen wie relativ und absolut. Und die absoluten Zahlen, also all die Fünfer und Sechser, sind schlechter auszuhalten als die Relation.?
Einem Ministerialrat, der sich mit Begriffen wie ?relativ? und ?absolut? auskennt, dem wird man nicht widersprechen. Es ist aber zu vermuten, dass es sich hier um ein Bayern-spezifisches Problem handelt. In den Bundesländern Bremen, Hamburg oder Schleswig-Holstein dürften die absoluten Zahlen jedenfalls niedriger liegen. Sicherlich hat Herr Götzl bereits eine Kommission eingerichtet, die untersucht, wie es insbesondere zu den vielen Sechsern in Bayern kommt. Auf den Bericht dieser Kommission dürfte die Bayerische Lehrer- und Elternschaft gleichermaßen gespannt sein.
Aber auch so zeichnen sich bereits zwei weitere konstruktive Ansätze zur Verbesserung des Mathematik-Un¬ter¬richts ab:
Verändert Euren Unterrichtsstil so, dass auch die industriellen Geldgeber zufrieden sind!
Sorgt mit der Notengebung dafür, dass mehr Schüler die Selektion für ein Studium für eine Karriere in der Industrie über¬stehen!
Eine Besonderheit des Faches Mathematik liegt sicherlich darin, dass es hier nicht etwa nur um Können geht: Der Schlüssel ist das Verstehen. Das aber ist gerade der Haken! Man muss nämlich festhalten:
Zitat 8:
?Wer Mathematik nicht versteht, ist nicht automatisch faul oder dumm.?
Leider ist das Phänomen des ?Nichtverstehen?s aber gerade für Fächer wie Mathematik und Physik typisch: Klagen über Verständnisschwierigkeiten in Fächern wie Geographie, Kunst, Politik oder gar Religion sind kaum zu vernehmen. Dabei wird jeder zustimmen, dass hier die Zusammenhänge sehr viel komplexer sind als bei¬spiels¬weise in Algebra oder in Geometrie. Also: Nimmt man jemandem ab, dass er beim besten Will¬en nicht im¬stande ist, die binomischen Formeln oder den Satz von Thales zu verstehen, so müßte man ei¬gent¬lich auch misstrauisch sein gegenüber dessen Urteil über politische, wirtschaftliche Zusammenhänge oder über die Mo¬derne Kunst. Diese Rücksicht hält sicherlich manchen Mathematiklehrer davon ab, hinter dem Nicht¬kön¬nen von Mathematik ein echtes Nicht-Verstehen-Können zu erwarten.
Was den zitierten Satz anbetrifft, so erscheint es naheliegender und wichtiger, die Umkehrung zu formulieren. Wer Mathematik versteht, ist nicht automatisch fleißig oder schlau. Das müssen die Mathematiker und Mathematiklehrer sich schon mal sagen lassen! Sie werden sich trösten mit der Zufriedenheit darüber, dass es wenigsten einen kleinen Bereich gibt, in dem sie ?clare et distincte? zu Antworten kommen, die sich als ?letztgültig? erweisen. Die aber vor allem frei sind von jeder Art von ?möglicherweise?-Sätzen. Das wird so manchen beflügeln, auch in anderen Bereichen nach derartigen Antworten zu suchen.
Das eigentliche Problem beim Mathe-Versagen ist aber ja gar nicht die Mathematik an sich und ihre Verstehbarkeit, es ist ? möglicherweise jedenfalls ? der Mathe-Lehrer!
Zitat 9:
?Es könnte auch am Lehrer liegen. Und seiner unzureichenden Ausbildung.?
Hier jedenfalls kann die Autorin mit einem harten Faktum dienen:
Zitat 10:
?MINT-Fächer leiden an schlecht qualifiziertem Personal?
Andererseits hat gerade die Mathematik hat hier das Glück, dass bereits eine erste Initiative das Übel an der Wurzel anpackt. Mal ganz ehrlich: Bedarf das öde Fach nicht einer Anreicherung mit etwas, was für alle leichter verstehbar ist, etwa Erzählungen? Dies ist der Ansatz Ziel Initiative, die aus ist auf einen ?neuen Typus Mathelehrer?:
Zitat 11:
?Der neue Lehrer kann Schüler für das trockene Fach interessieren, indem er geschichtliche Zusammenhänge erläutert, etwa, wie Lehrsätze und Formeln entstanden sind.?
Hätte man mehr über Florence Nightingale gehört und ihre statistischen Untersuchungen und Ergebnisse ? man hätte sich ja schon längst eingearbeitet in Mittelwerte und Mediane, Verteilungen und ihre Streumaße bis hin zum Testen von Hypothesen, etwa über die Wirksamkeit von Arzneimitteln. Selbst dann, wenn man sich ihrem ?Statistics is a Religious Service!? nicht spontan anschließen könnte: Man sieht: Mit Mathematik kann man Menschen helfen!
Zitat 12:
?Richtiges Rechnen, so die Erkenntnis der Fachdidaktiker, klappt bei Schülern viel besser, wenn der Lehrer vermittelt, warum all die Rechenoperationen wichtig sind.?
Es bleibt nur, über die beiden vorgestellten Lehrer etwa zu sagen. Zum einen ist da der Günter Decker:
Zitat 13:
?In seinem Unterricht muss nie ein Schüler an die Tafel. Seine Schüler sollen sich die Lösung zu den Rechenaufgaben selbst erarbeiten. Seine Rolle ist die des Beobachters und Beraters. Hat ein Schüler Fragen, bekommt er Unterstützung von Decker.?
Da fällt die Sym¬pa¬thie nicht schwer, auch wenn die Ergebnisse nur unterdurchschnittlich sind: ?Das muss gar nichts be¬deuten!?
Allerding: Beim Aufgabentypus ?Rechenaufgabe? ist in einem Standardunterricht ein ?Üben bis zum Können? die Regel. Das ?Können? ist insoweit für den Unterricht nicht ganz wichtig, als einige Schüler eine faire Chance brauchen, Fehlleistungen in ein oder zwei 45-minütigen Klassenarbeiten zu kompensieren. Derartige Gelegenheiten sollten klar erkennbar und von andersartigen Phasen des Unterrichts abgehoben sein. (Selbst die Erwartung, dass jedem Schüler bei einer derartigen Gelegenheit Rückmeldung gegeben wird über die Qualität der erbrachten Leistung, erscheint nicht abwegig.) Ohne die ?Rolle die Prüfers? nimmt Herr Decker die Lehrerrolle nur unvollständig wahr.
Genau hier liegt die Stärke von Rainer Richter.
Er macht keinen Hehl daraus, dass es Teil seiner Aufgabe ist, den Schülern Leistung abzuverlangen. Er stellt Haus¬auf¬ga¬ben und erwartet, dass man sie bearbeitet ? zumindest so weit, dass man in der nächsten Stunde mit mehr als einem Achselzucken auf eine derartige Aufgabenstellung reagieren kann. Er erwartet es nicht nur, er kontrolliert es sogar! Immerhin ist der Lösungsweg erst am Vortag erarbeitet worden: ?Wie haben wir das gestern gemacht??
Darüber, warum ?all diese Rechenoperationen wichtig sind?, braucht man nicht lange zu diskutieren: Man muss im ersten Summanden eine 4 ausklammern, den Faktor 5 des zweiten Terms addieren und die 36 auf der rechten Seite durch die Summe von 4 und 5 dividieren. Dann hat man die Gleichung 2^(x-1)=4. Erinnert man sich dann, dass 2*2 gleich 4 ist, dann ist man fertig. Ohne die Beherrschung derartiger Ope¬ra¬tionen kann man in der Mathematik keinen Schritt machen. Das wird Anne (und allen Mitschülern) schwanen, auch ohne dass Herr Richter das noch sagen müsste. Eigentlich war es eine tolle Chance für Anne, im Mündlichen zu ?punkten?! Es handelt sich ja nicht um eine ?Wundertüten?-Aufgabe, die Anforderung war über¬aus vorhersehbar. Die nächste Gelegenheit zum ?Punkten? ergibt sich vielleicht erst wieder mit einer Textaufgabe zur bedingten Wahr¬schein¬lich¬keit.
So lernen die Schüler bei Herrn Decker an einem kleinen Beispiel: Es gibt Anforderungen, die Einsatzbereitschaft und eine sehr präzise Erledigung erfordern. Der Sinn dafür wird Ihnen im Leben weiterhelfen ? egal ob es sich um Exponentialgleichungen handelt oder um das Einhalten von Terminen.
Mit dem Beweisen in der Mathematik steht es ähnlich: Egal, was bewiesen wird, in jedem Fall wird der Sinn für die Notwendigkeit von Stringenz in einer Gedankenführung geweckt. Nicht zuletzt dadurch genießt das Schulfach Mathematik inzwischen auch bei den Schülern die Anerkennung, die es verdient:
Zitat 14:
?Es gab ja Jahrzehnte, vielleicht von den Siebziger-Jahren bis zur Jahrtausendwende, da galten Schüler, die gut in Mathe waren als Spießer und Streber. Wer dennoch Einser schrieb oder gar Spaß an Mathe hatte, musste sich heftig anstrengen, um auf anderem Gebiet Lässigkeit auszustellen. Heute haben alle begriffen: Mathe zu verstehen ist cool, kann einen weit tragen.?
PS: Lest Spiegel-Online heute:
?Sich in der Opferrolle einrichten. Das ist verführerisch weil es viele Vorteile hat. Leider verhindert der Opferstatus aber auch, dass sich die Dinge zum Besseren wenden.?
09 Uhr 17
23 Uhr 39
Der Anlass sind zwei große Kisten mit Preisen, die die Schüler meiner Schule (einem Münchner Gymnasium) im Wettbewerb ?Känguru der Mathematik? gewonnen haben.
Die folgende Seite sollten sich alle Befürworter und alle Gegner der Mathematik ansehen (also alle außer die Desinteressierten, aber die lesen das hier wohl eh nicht):
http://www.mathe-kaenguru.de
Der in Deutschland von der Humboldt Universität Berlin durchgeführte Känguruwettbewerb fördert seit mehr als 10 Jahren den Spaß an der Mathematik.
Dies geschieht durch ungewöhnliche und interessante aber auch durch sehr mathematische und schwierige Fragestellungen.
Teilnehmen können alle Schulen mit Schülern der Jahrgangsstufen 3 bis 13.
An den Ergebnissen dieses Wettbewerbs kann man sehr schön viele Facetten der aktuellen Diskussion sehen.
Bei den 8-11 jährigen brennen praktisch alle Schüler vor Begeisterung, sich mit den Gleichaltrigen anderer Schulen zu messen und die netten, teilweise ganz schön schwierigen Aufgaben zu bewältigen.
Bei den Mittelstufenschülern wird es schon schwieriger:
Zum einen sind viele Heranwachsende grundsätzlich gegen alles, was ein Erwachsener (vor allem der Lehrer) gut findet.
Zum anderen haben schon viele Schüler negative Erfahrungen mit der Mathematik gemacht und wollen nicht teilnehmen, um sich weiteren Frust zu ersparen.
Hier findet wohl der Knackpunkt der ganzen Diskussion statt (dazu später).
Bei den Oberstufenschülern sind die Fronten klar:
Auf der einen Seite die Mathechecker, die Spaß an der Herausforderung haben (die Känguruaufgaben für die Klassen 11-13 sind auch für studierte Naturwissenschaftler eine echte solche),
auf der anderen Seite diejenigen, die Mathematik ablehnen; im positiven Fall still ihr Leid erdulden und irgendwo Kreuzchen machen und im negativen Fall sich jedes Jahr wieder weigern, teilzunehmen, opponieren, den Ablauf des Wettbewerbs stören und im späteren Leben Mathematiklehrer verunglimpfende Artikel schreiben und diese im SZ-Magazin platzieren.
Heute habe ich den 30 Schülern meiner fünften Klasse verkündet, dass sie die meisten Preise der ganzen Schule abgeräumt haben (Bücher, Spiele, Experimentiersätze, ...). Der Jubel war unbeschreiblich.
Am gleichen Tag der Versuch in einer Ethik-Vertretungsstunde der Mittelstufe, Mathematik für die nächste Schulaufgabe zu üben: der Totalfrust.
Ich frage mich immer noch, wann und wodurch sich die Begeisterung in Frust und teilweise sogar Hass verwandelt.
Ich glaube, der gesellschaftliche Druck, Mathematik beherrschen zu müssen (ausgeübt durch Eltern und Lehrer), erzeugt bei den Kindern, die aus welchen Gründen auch immer diesem Druck nicht standhalten, ist Schuld an dieser Verwandlung.
Deshalb meine Bitte:
Lasst uns Lehrer - die wir sowohl die Kinder, als auch die Mathematik lieben - in Ruhe unsere Arbeit erledigen. Die meisten von uns können das!
Wenn irgendwo Missstände vorhanden sind, können und müssen sie angesprochen werden, aber auf keinen Fall durch persönliche Verunglimpfung und dumme Kommentare in Blogs.
22 Uhr 29
als (hoffentlich) einigermaßen fairer Mathematiklehrer an einem bayerischen Gymnasium bin ich durch ihre Veröffentlichung und einigen Kommentaren zu Derselbigen einigermaßen verwundert!
Auf einige Beiträge möchte ich deshalb kurz eingehen ...
Der Leuteschinder ...: Ich kenne keine Kolleginnen und keine Kollegen (ich pflege immerhin nicht nur Kontakt zu den 24 Mitgliedern unserer Mathematikfachschaft, sondern darüber hinaus zu wenigstens noch 30 anderen Fachkolleginnen und Fachkollegen und zu etwa 75 Lehrkräften anderer Fächer an unserer Schule) , denen es Spass macht, Schülerinnen und Schüler (gar mit Vorsatz oder übler Laune) zu quälen oder aber eine schlechte Zensur zu vergeben!
Nutzen ...: Wer die Forderung stellt, Matheatikunterricht aus dem Schulleben zu verbannen, wird früher oder später auch alle anderen Fächer auf ihre spätere Verwendbarkeit bzgl. des Gelernten und des davon im wahren Leben Benötigten überprüfen müssen (da gäbs dann sicher noch viel mehr auszumisten ...) - Viel Spass mit den Konsequenzen!
Kompetenzfrage ...: Wer kühn behautet, kein Mathematiklehrer könne wohl spontan die praktische Bedeutung einer Kurvendiskussion erklären, hat dieses Problem wohl mit seinem persönlichen Imagetrainer oder Seelenklempner diskutiert; einen Mathelehrer kann er jedenfalls nicht gefragt haben, sonst wäre ihm die Bedeutung der Kurvendiskussion für Optimierungsprozessen in allen Lebensbereichen klar geworden!
Nachhilfe ...: Warum werden eigentlich die vielen sog. (z.g.T. selbsternannten) Kapazitäten unter den Nachhilfelehrern, die durch Beschönigungen und die "wir schaffen das schon Mentalität" häufig genug den Eltern das Geld aus der Tasche herauslügen, nicht ebenfalls in die Verantwortung für das permanete Scheitern ihrer Schützling herangezogen?
Ein Artikel wie der vorliegende dient sicherlich nicht dem Anliegen unserer (anerkannten) Pädagogik- und Bildungsexperten: Es sollen sich alle am Lernprozess Beteiligten in gleichem Umfang bemühen, die gegebenen Rahmenbedingungen sinnvoll zu analysieren, Fehler zu benennen und Stategien zur Verbesserung der Gesamtsituation (im machbaren Bereich) entwickeln!
Hier eine (nicht ungewöhnliche) Beobachtung zu diesem Anliegen bzgl. der Schülersituation (8 und 10 Klasse / Umfrage vom 31.05.2011):
Frage:
Wie lange beschäftigt ihr euch (pro Woiche) durchschnittlich mit der Mathematik (ohne Unterrichtszeit aber inclusive Hausaufgaben)?
Antwort:
Ttrotz geschätzten 40 Hausaufgabenminuten: Durchschnittliche Nennung / 34 von 61 Befragten: etwa 10 - 20 Minuten (Höchste Nennung / 4 von 61 Befragten: 3 h inclusive von 2 Nachhilfestunden; niedrigste Nennung / 23 von 61 Befragten: 0 min.).
Bemerkung: Ich verwende auf die Erstellung von schülergerechten Hausaufgaben - zusätzlich zur normalen täglichen Vorbereitung - wie die große Mehrheit meiner Kolleginnen und Kollegen - sehr viel Zeit (in der Regel etwa 1 h pro Hausaufgabe; die unzureichende Qualität der Mathematikbücher wurde ja schon bemängelt) ... Ich erwarte dafür die Anfertigung der Hausaufgaben (im vorgegebenen Zeitrahmen: etwa 30 - 40 min pro Woche) aber bei solchen Arbeitszeiten fühle ich mich, vor allem bei den vielen Klagen über den unzumutbaren Aufwand regelrecht verars ...
Aber jetzt passierts ...
Frage:
Wie lange verbringt ihr in StudiVZ, SchülerVZ oder bei Facebook (täglich!)?
Antwort:
05 / 61: gar nicht
13 / 61: etwa 0 - 30 Minuten
18 / 61: zwischen 30 - 60 Minuten
25 / 61: mehr als 60 Minuten ...
Ich warte sehnsüchtig auf verwertbare Anregungen zur Verbesserung des - meines Erachtens - gestörten Zeitmenagements (Prioritätensetzung?) der Schülerinnen und Schüler ...
Abschließend eine Frage an einige Eltern:
Sind sie sicher, ob ihr Kind (also das Kind, dessen Eifer und Einsatz sie in Beratungsgesprächen mit nicht nur Fachkollegen z.T. höchst emotional beschreiben), tatsächlich den Unterricht bei der kritisierten, inkompetenten Lehrkraft besucht?
15 Uhr 58
Zum Druck an den Grundschulen:
Der Druck an den Grundschulen entsteht nicht durch die brutalen bis unmenschlichen Bedingungen an dieser Schulart, sondern durch einen immer größer werden Teil der Elternschaft, die meint ihren Nachwuchs auf Teufel komm raus aufs Gymnasium schicken zu müssen. Leider ist dies eine Schulart, die einfach für viele Kinder bedingt durch die dort zu vermittelnden Inhalte nicht die richtige ist.
Alle Ratschläge und Empfehlungen der Grundschullehrer werden in den Wind geschlagen und die Kinder in diese Schule getrieben, gepresst und gequält.
Dies tun die Eltern und nicht die Lehrer, die verzweifelt vor Kindern stehen, die weder das kleine Einmaleins beherrschen noch fehlerfrei einen deutschen Satz schreiben können, ja mittlerweile fällt es vielen dieser Kinder fast schon schwer, ihren eigenen Namen richtig zu schreiben?
Dabei hätten die Eltern ja auch andere Möglichkeiten,nicht nur in Form der Haupt- oder Realschule: wenn diesen das ganze dreigliedrige Schulsystem nicht passt, ja dann mögen sie bitte Ihre kleinen verkannten Einsteins und Goethes an alternative Schulen schicken, wo sie dann das Einmaleins tanzen können und den ganzen Tag darüber nachdenken, wie nett doch alles sein kann. Den Notendruck sind sie dann zumindest los?.
13 Uhr 00
Schön, dass Sie uns den Artikel hier im Kommentarfeld nochmal hereinkopieren. Besser wird er dadurch auch nicht. Die einzelnen "Fakten" werden zum großen Teil in den Studien widerlegt, die ich Ihnen weiter unten schon angegeben habe. Offensichlich haben Sie sie nicht gelesen. Dabei handelt es sich überigens um echte empirische Untersuchungen, ganz im Gegenteil zu einer Verwandten- und Bekanntenbefragung. ;-)