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Neue Fotografie 19. Juli 2012

Frauensache

Sarah Mikoleizik (Interview)  Fotos: Lalage Snow

Wir stellen Ihnen jede Woche junge, talentierte Fotografen vor. Diesmal: Die Fotografin Lalage Snow zeigt den Alltag britischer Soldatinnen in Afghanistan.

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Name:
Lalage Snow
Geboren: 1981 in Lisburn, Nordirland
Ausbildung: bis 2002 Studium der antiken Geschichte an der University of Bristol, bis 2007 Studium im Fach Fotojournalismus und Dokumentarfotografie am London College of Communication
Homepage: www.lalagesnow.com

SZ-Magazin: Wieso haben Sie ihr Augenmerk auf Soldatinnen gelegt?
Lalage Snow:
Ich habe britische Soldaten begleitet, die die Aufsicht über ein afghanisches Bataillon führten. Auf meinem Rückweg nach Großbritannien hörte ich, dass neuerdings Frauen zu Offizieren ausgebildet werden. Und das in einem Land, in dem die meisten Frauen nicht mal einen Beruf erlernen dürfen, erst recht nicht an der Seite von Männern. Die Geschichte hat mich sofort gepackt. Ein Freund hat mir geraten, ihr Training zu dokumentieren. Die Verhandlungen mit den Verantwortlichen dauerten ein Jahr, bis ich von Juni bis Dezember 2011 Aufnahmen für einen Film machen durfte, der Ende Juli auf dem britischen Fernsehsender Channel 4 gesendet wird.

Viele Ihrer Arbeiten beschäftigen sich mit dem Militär: Warum?
Mein Vater war Offizier in der britischen Armee, genauso wie mein Großvater, mein Bruder und mein Cousin. Das Militär ist etwas, mit dem ich aufgewachsen bin und das ich in und auswendig kenne – auch wenn ich nicht damit einverstanden bin, wie oft es eingesetzt wird!
 
Sie leben mittlerweile in Kabul. Dort als Frau zu sein, stelle ich mir gefährlich vor. Haben Sie manchmal Angst? Haben Sie je gedacht, dass es die Sache nicht wert ist?
Nein, ich kriege keine Angst. Kabul ist im Vergleich zum Rest des Landes ziemlich sicher und als Ausländerin wirst du fast wie eine Sache behandelt. Wenn ich allein in der Gegend herumgehe, bekomme ich viele antiwestliche oder beleidigende Kommentare zu hören – kein Wunder angesichts der gewaltigen Fehler, die hier von der internationalen Gemeinschaft in den letzten zehn Jahren begangen wurden. Aber ich versuche, sie zu ignorieren, indem ich mir angewöhnt habe, zu meinem Kopftuch einen iPod zu tragen. Ich lebe in einem wunderschönen Haus mit einem wunderschönen Garten voller Rosen, das Welten vom Chaos draußen entfernt ist. Das wirklich Frustrierende ist, dass Afghanistan eines der absolut schönsten Länder der Welt ist, aber auch das unzugänglichste.
 
Wollen Sie als Kriegsfotografin alt werden?
Ich bin neugierig auf die Welt und versuche, sie zu verstehen und zu entdecken. Ich liebe meinen Beruf als Fotojournalistin, aber es wird immer schwerer, sich so seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Einen normalen Beruf zu haben? Reizt mich manchmal schon.
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Übersetzung: Thomas von Eichhorn
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