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aus Heft 32/2012 Neue Fotografie

Was guckst du?

Sarah Mikoleizik (Interview)  Fotos: Ed Panar

Wir stellen Ihnen jede Woche junge, talentierte Fotografen vor. Diesmal: Ed Panar mit Aufnahmen von Tieren, die ihn anstarren.

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Name: Ed Panar
Geboren: 1976 in Johnstown, Pennsylvania, USA
Ausbildung: Master of Fine Arts an der Cranbrook Academy of Art, Bloomfield Hills, Michigan

Homepage:
www.edpanar.com

SZ-Magazin: Die Fotos in Ihrem Buch “Animals That Saw Me” haben Sie über einen Zeitraum von über 17 Jahren hinweg gesammelt. Die Bilder entstanden zufällig, während Sie gerade an etwas ganz anderem arbeiteten. Hätten Sie je gedacht, dass daraus irgendwann ein eigenes Projekt werden würde?
Ed Panar: Obwohl ich immer gerne Fotos von Tieren gemacht habe, hätte ich nie gedacht, dass ich jemals ein Buch nur mit Tierfotografien machen würde. Ich habe irgendwann eher zufällig bemerkt, dass sich ein ganzer Stapel von Tierbildern angesammelt hat. Es ist ein Teil meiner Arbeit, meine Aufnahmen hin und her zu sortieren. Dabei stachen diese Fotos, auf denen die Tiere mich direkt anstarren, irgendwie heraus. Ende 2007 fiel mir dann der Titel „Animals That Saw Me“ ein, also „Tiere, die mich gesehen haben“, und ich fand, dass er die Bilder ziemlich gut beschreibt. Danach begann ich dann gezielter nach Motiven zu suchen, obwohl man diese Bilder nicht wirklich planen kann. Sie entstehen in einem Moment der Überraschung, wenn das Tier mich erblickt. Also konnte ich nie wirklich wissen, wann ich das nächste Bild für die Serie finden würde.

Im Klappentext Ihres Buches schreiben Sie von Ihrer Vermutung, dass wir Menschen den Tieren, wenn wir ihnen in der freien Wildbahn begegnen ebenso seltsam und exotisch erscheinen müssen, wie sie uns. Können Sie die Idee hinter Ihren Bildern erklären?
Nicht wie es sonst immer ist, beobachten wir Tiere, zum Beispiel im Zoo, sondern andersherum. Das Tier starrt aus dem Foto heraus, direkt auf den Betrachter. Das ist wahrscheinlich das, was mich an dieser Serie am meisten fasziniert. Die unüberbrückbare Grenze zwischen den wilden Tieren und uns Menschen. Die Welt muss ihnen vollkommen anders erscheinen als uns. All das hat für mich etwas sehr Geheimnisvolles.

Gab es eine Situation während der Aufnahmen, an die Sie sich besonders gerne erinnern?
Hinter jedem der Bilder steckt natürlich eine Geschichte. Der braune Hund neben dem weißen Haus war aber schon etwas Besonderes. Die Situation war ziemlich seltsam. Ich machte gerade Bilder in einer kleinen Gasse in Pittsburgh, als ich spürte, dass mich jemand beobachtete. Der Hund muss mich schon einige Minuten lang beobachtet haben, bevor ich es bemerkte. Er schien vollkommen unbeeindruckt, er saß einfach ruhig da und sah mich an.

Wenn man Ihre anderen Arbeiten ansieht, stellt man fest, dass Sie so gut wie nie Fotos von Menschen machen. Woran liegt das?
Das weiß ich gar nicht genau. Ich erinnere mich nur, dass ich mich in meiner Fotografie schon von Anfang an eher mit Orten und Dingen beschäftigt habe. Ich denke, mich zieht eher der „Rahmen“ des menschlichen Lebens an. Ich finde, der Hintergrund allein erzählt schon eine Geschichte. In vielen meiner Arbeiten sieht man beispielsweise Dinge, die Menschen hinterlassen oder geschaffen haben. Das finde ich irgendwie spannender, als die Menschen selbst zu zeigen.


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