Anzeige

aus Heft 46/2012 Wirtschaft/Finanzen Noch keine Kommentare

Endlich reich!

Warum soll sich nur Peer Steinbrück Millionen dazuverdienen? Wir hätten alle gern viel Geld. Und das geht auch ganz ohne Vorträge - man muss lediglich …

Von Till Krause  Illustrationen: Daniel Frost



EINE GOLDMEDAILLE GEWINNEN

Gut für alle, die: sich gern für fremde Länder abstrampeln
Nachteil: ziemlich anstrengend.


Spitzensport ist weniger lukrativ als die meisten Bürojobs – wenn man nicht gerade Usain Bolt heißt und mit Werbung Millionen verdient. Doch man kann auch als unbekannter Trampolinspringer oder Sportgymnast reich werden – man muss nur seine Staatsangehörigkeit gegen die eines Kleinstaats tauschen, und unter deren Flagge olympisches Gold holen. Zugegeben: Das ist für Freizeitsportler kaum zu schaffen. Aber mal theoretisch: Curling sieht irgendwie aus, als könnte das jeder, oder? Das Training lohnt sich jedenfalls: Singapur (Platz 96 im ewigen Medaillenspiegel) zahlt jedem eine Million Dollar, der für den asiatischen Stadtstaat bei Olympia Gold gewinnt. Hat in London leider nicht geklappt: Dort gab es nur zweimal Bronze (und 625 000 Dollar Staatsprämien) für die Tischtennisspieler. Die Öl-Diktatur Aserbaidschan (Platz 52) zahlt eine halbe Million Dollar pro Goldmedaille, in Deutschland (Platz 3) sind es bescheidene 15 000 Euro. Im Fußball sagt man: Geld schießt keine Tore. Und bei Olympia ist es nicht anders: Die heuer so erfolgreichen Engländer verschenken gar kein Geld an Goldmedaillensieger. Ihnen wird eine andere Ehre zuteil: Ihr Gesicht soll auf eine Briefmarke gedruckt werden.



SEINE AFFÄRE VERMARKTEN

Gut für alle, die: Diskretion schon immer für überschätzt gehalten haben
Nachteil: Man könnte in der Hölle landen


Noel Biderman, der Betreiber einer Seitensprung-Website, verspricht jeder Frau eine Million Dollar, die beweisen kann, Sex mit Tim Tebow, dem Quarterback der New York Jets, gehabt zu haben. Das Pikante: Der Sportler brüstet sich mit seiner Jungfräulichkeit - er will wegen seines strengen Glaubens keinen Sex vor der Ehe haben. In Internetforen ist schon von einer regelrechten Groupie-Jagd auf Tebow die Rede. Und auch andere versprechen Geld für intime Details: Der Verleger des Hustler-Magazins hat jedem eine Million versprochen, der eine Äffare mit einem hochrangigen Politiker belegen kann. Und siehe da: Mehrere Callgirls meldeten sich - unter ihren Kunden soll der konservative Senator David Vitter gewesen sein, der vor allem durch Kampagnen für sexuelle Enthaltsamkeit aufgefallen war. Er hat die Affären abgestritten, aber »schwere Sünden« zugegeben und sich öffentlich entschuldigt. Zurückgetreten ist er nicht.


FACEBOOK HACKEN

Gut für alle, die: gern über die Fehler anderer herziehen
Nachteil: Ärger mit anderen Hackern


Im Facebook-Film The Social Network gibt es einen schönen Satz: »Unsere Seite darf niemals, wirklich niemals abstürzen.« Logisch, dass Hacker das als eine Art Einladung verstehen: Tausende vergebliche Angriffe hat die Seite schon aushalten müssen. Doch seit dem Börsengang wäre ein Ausfall richtig teuer. Die Lösung: Facebook bietet Hackern Geld, wenn sie Sicherheitslücken finden und brav melden. Für kleinere Fundstücke bekommt man 500 Dollar, einige tausend Dollar sind keine Seltenheit. Über 400 000 Dollar wurden schon ausbezahlt. Und ein Mega-Fehler, der zum Absturz der Seite und zum Verlust sensibler Daten führt, wäre eine Million Dollar wert, sagt Ryan McGeehan von Facebook. Klingt unwahrscheinlich? Er sollte sein Wort halten: Längst gibt es Schwarzmärkte, wo sich Sicherheitslücken bekannter Websites für viel Geld verkaufen lassen.

Anzeige

Kommentare

Name:
Kommentar: