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aus Heft 18/2013 Design & Wohnen

Glückwunsch, altes Haus!

Gerhard Matzig 

Der Münchner BMW-Vierzylinder wird vierzig und lässt mit seinem Retro-Look heute noch manche Neubauten alt aussehen.


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Es gibt Internetforen, in denen darüber nachgedacht wird, was BMW außer Bayerische Motoren Werke sonst noch heißen könnte. Einer meint, die drei Buchstaben stünden für »Bring mich Werkstatt«. Ein anderer erwidert, nö, das heiße »Bei Mercedes weggeworfen«. Zum Glück ist das Unsinn. Wer schon mal in München vor dem markanten Hochhaus stand, das am 18. Mai 1973 eröffnet wurde, weiß es: BMW = Baut mehr Wunder!

Das ist die Botschaft dieses Gebäudes, das auch selbst ein Wunder ist. Nicht nur eines der Konstruktion – wobei wir die genialische Hängebauweise hier nur ansatzweise rühmen können: Alle 22 Geschosse hängen an einem gewaltigen Betonschaft, sie wurden am Boden vormontiert und dann hydraulisch in die Höhe gestemmt. Das Verfahren erwies sich als kostengünstig, schnell und stellt insofern eine extreme Abart des heutigen Bauens dar. Siehe Elbphilharmonie, Berlin-Flughafen oder Stuttgart 21. Doch abseits der Ingenieursbegeisterung: Der Bau ist auch ein Ästhetik-Wunder, dank einer Fassadensprache, die man immer noch nicht satthat. Was ein großer Unterschied ist zu so manchem einst modischen, mittlerweile ermüdenden »Signature Building« zwischen Bollingstedt und Böblingen. Am schönsten aber an diesem Bau, den der Wiener Architekt Karl Schwanzer ersonnen und mit Hilfe des schalenartigen BMW-Museums daneben zu einem geradezu Brasíliahaften Ensemble arrangiert hat, ist, dass er von einer Zeit kündet, die noch an Wunder glauben mochte. Der aus vier zylindrischen Körpern geformte Turm ist gebauter Utopismus. Einhundert Höhenmeter Zukunftslust.

Man muss kein rasender Mobilist sein, um diese einzigartige Immobilie zu lieben, die zu den wenigen Baudenkmalen der Münchner Nachkriegsmoderne zählt. Doch sollte man auch die etwas poetisierende PR-Mitteilung kennen, die am 25. Mai 1973, also eine Woche nach der Eröffnung, in aller Bierruhe von BMW verschickt wurde. Darin heißt es: Der Turm »signalisiert technischen Fortschritt und zeugt von der Aufgeschlossenheit der Erbauer unserer Zeit und ihrer unbegrenzten Möglichkeiten«. Unbegrenzte Möglichkeiten: Ach ja, das ist ein Märchen aus jener Zeit, da auch die Ressourcen noch nicht so begrenzt schienen wie heute. Liebe, tüchtige BMWler: Baut mehr Öko-Wunder. Gern auch auf vier Rädern, okay?

Nebenan übrigens, wo Wolf D. Prix von Coop Himmelb(l)au als Schüler von Karl Schwanzer die BMW-Welt vor einigen Jahren als Mischung aus Barock-’n’-Roll-Hall-of-Fame und Autoabhol-Zentrum errichtet hat, musste eine Rampe extra »entschleunigt« werden. Auf dieser Rampe werden die zuvor ausgehändigten neuen BMWs von stolzen Besitzern ins Leben chauffiert. Man hatte Angst, dass in emotional überreizter Stimmung die eine oder andere Kurve nicht mehr zu schaffen sei. Aber selbst wenn das nun gelingt: Draußen stehen sie dann oft vor dem Vierzylinder. Und staunen. Und stehen. Jemanden im Geschwindigkeitsrausch zum Stillstand zu bewegen: Ein größeres Kompliment kann einem immobilen Vierzylinder nicht gemacht werden. Danke, altes Haus, du bist die Zukunft.

(Fotos: BMW Gropu Archiv)
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Gerhard Matzig, Baujahr 1963, liebt den BMW-Turm schon deshalb, weil dessen Design im Gegensatz zur Ästhetik der BMW-Flotte nicht alle fünf Jahre neu erfunden wird.

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