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aus Heft 30/2013 Ein Interview ohne Worte Noch keine Kommentare

Sagen Sie jetzt nichts, Joachim Król

Im November wird er seine letzte Tatort-Folge drehen. Joachim Król über Hollywood, Krimis und die Entscheidung, einfach mal was anderes zu machen.

Fotos: Axel Martens



JOACHIM KRÓL

Geboren: 17. Juni 1957 in Herne
Beruf: Schauspieler
Ausbildung: Otto-Falckenberg-Schule in München
Status: Erfrischend leise

Einmal haben sie ihn eingeladen: Hollywood, das ganz große Ding, die ganz weite Welt. Also ist Joachim Król nach Los Angeles geflogen und hat sich mit ein paar Casting-Agenten getroffen. »Wann ziehen Sie um?«, wollten die wissen, und vielleicht waren die ein, zwei Sekunden danach ja der Moment, in dem er entschied, daheimzubleiben. Joachim Król aus Herne in Westfalen ist anders als Hollywood, auch anders als die meisten seiner Kollegen, »eher verkopft«, sagt er selbst. Es passt zu ihm, dass er seinen Durchbruch mit der Rolle eines Analphabeten hatte. Wir können auch anders hieß der Film aus dem Jahr 1993. Die Menschen, die Król in den letzten Jahren gespielt hat, sind oft leiser und bedächtiger, manchmal auch gutgläubiger als der Rest der Welt. Neulich enthüllte die Bild-Zeitung die Gehälter sämtlicher Tatort-Kommissare. Król stand ganz oben auf der Liste, mit 95 000 Euro pro Folge. Seine Fähigkeit zu zweifeln macht ihn besonders. Im November wird er trotzdem seine letzte Folge drehen. In einer Zeit, in der jeder zweite deutsche Schauspieler einen Tatort-Kommissar oder den Assistenten eines Tatort-Kommissars spielt, hat er mal Lust auf was, na ja, anderes eben.

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