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aus Heft 38/2013 Gesellschaft/Leben

Das Ende der Unschuld

Marie Gamillscheg und Laetitia Grevers  Illustrationen: Pascal Cloëtta

Ein Augenblick nur, und plötzlich ist die Kindheit vorbei. Zwölf Männer über den Moment, in dem sie erwachsen wurden.


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Dieter Nuhr war elf Jahre alt, als er hörte, wie ausgewachsene Männer so reden. Danach, sagt er, war seine Kindheit vorbei.


Sigmar Gabriel
, 54, SPD-Vorsitzender


»Erwachsen sein heißt für mich: die volle Verantwortung zu übernehmen - auch gegen Widerstände. Ich habe diese Erfahrung zum ersten Mal mit 17 gemacht, als ich ein Zeltlager für die 200 Mitglieder der Falken, einer Jugendorganisation der SPD, in Montpellier organisiert habe. Als einer der Teilnehmer plötzlich 40 Grad Fieber bekam, meinten die anderen, man solle ihn in einen kühlen Raum schaffen und einfach mal abwarten. Ich aber hatte den Eindruck, dass der Junge ernsthaft krank war, und bestand darauf, ihn in ein Krankenhaus zu bringen. Am Ende stellte sich heraus, dass er eine Hirnhautentzündung hatte und höchstwahrscheinlich gestorben wäre, wenn wir nur ein paar Stunden länger gewartet hätten.«

Dieter Nuhr, 52, Kabarettist und Moderator


»Vielleicht wurde ich schon mit elf erwachsen. Damals ging ich mit meiner Mutter zum Fußball, Stehplatz. Vor uns an der Eckfahne ein Zweikampf, Egon Köhnen, Fortuna Düsseldorf, gegen Bernd Hölzenbein, Eintracht Frankfurt. Ein fetter Schädel hinter uns brüllt meiner Mutter ins Ohr: ›Egon! Beiß ihm die Eier ab!‹ Danach durfte ich allein zum Fußball. Ich war kein Kind mehr.«

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Marie Gamillscheg und Laetitia Grevers waren erstaunt, dass gleich ihre ersten beiden Interviewpartner, Matthias Schweighöfer und Philipp Rösler, ein identisches Coming-of-Age-Erlebnis zum Besten gaben: der Moment, in dem sie Vater wurden, mit 28 bzw. 35 Jahren. Grevers und Gamillscheg dachten, dass man viel früher erwachsen ist, aber das liegt vielleicht daran, dass die beiden mit 21 Jahren noch ein Stück von dieser Lebensphase entfernt sind.

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