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Klickbringsel: das Souvenir 11. April 2015

Kaffee vom Grill

Von Hans Gerlach  Foto: atomiccoffeemachines.com.au

Jede Woche stellen wir hier die besten Urlaubsmitbringsel vor. Diesmal eine italienische Kaffeemaschine, die ausgewandert ist: nach Australien. 

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Wer mal mit Australiern am Lagerfeuer gefrühstückt hat, kennt sie wahrscheinlich. Wer sich für australische Hochglanzmagazine interessiert, hat sie mit ziemlicher Sicherheit schon auf Fotos mit stylisher Küchenstimmung gesehen: Der Atomic Cappuccino Maker ist eine kleine Kaffeemaschine für Kochplatte oder Lagerfeuer. Sie funktioniert ähnlich wie die klassisch-italienische Macchinetta. Nur ist der Kaffee besser, weil das heiße Wasser mit etwas mehr Druck durch das Kaffeepulver gedrückt wird.

Und fast noch wichtiger: Die Maschine hat einen kleinen Aufschäumer, eine sogenannte Dampflanze, mit deren Hilfe man mit etwas Übung einen perfekten Cappuccino zaubern kann – auch im Outback und fern jeder Steckdose. Das ist wichtig in einem Land, dessen Einwohner ihre Freizeit am liebsten um einen Grill verbringen, wo sogar in Parks und auf Rastplätzen Grills stehen, die jeder kostenlos benutzen darf. Seine Camping-Qualität erklärt, warum das Maschinchen heute noch verkauft wird. Und zwar in einem kleinen Shop namens Bon Trading in Woollahra, einem Stadtteil von Sydney.



Ursprünglich war die Atomic natürlich eine kleine Italienerin, wie jede gute Kaffeemaschine. Das kurvig-elegante Design stammt aus den späten vierziger Jahren, produziert wurde das Maschinchen von Giordano Robbiati in einer Manufaktur bei Mailand. Auf italienischen Flohmärkten findet man ab und zu noch Modelle aus dieser Anfangszeit. Doch die Herstellung war kompliziert, jedes Stück musste einzeln in Sandformen gegossen und dann aufwendig poliert werden. Irgendwann war Robbiati alt, der Sohn wohl ein Playboy, die Produktion schlief ein.



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Irene Notaras, die Besitzerin des kleinen Shops in Sydney, hatte schon in den sechziger Jahren begonnen, Atomics nach Australien zu importieren. Immer wieder gab es Lieferschwierigkeiten. Schließlich brauchte die alte Dame nicht nur eine neue Lieferung, sondern einen neuen Hersteller. Erst nach einer Pause von fast zehn Jahren fand sie einen Partner, der die Produktion für sie wieder aufnahm. Wie früher in Italien und immer noch in Handarbeit, mehr verrät die alte Dame nicht – aber bestellen können Sie die Atomic, so schön wie eh und je, bei www.atomiccoffeemachines.com.au Wenn sie nicht gerade wegen übergroßer Nachfrage wieder einmal ein paar Monate aus ist. 
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