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aus Heft 46/2015 Kunst

»Diktator Hitze«

Von Daniel Tchetchik  Porträtfoto: David Bacher

Heiße Sonnenstrahlen, glühender Sand: Der Diktator in Daniel Tchetchiks Bildern ist die Hitze.


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»Die drei Fotos gehören zu einer Serie, der ich den Titel Sunburn gegeben habe. Sie ist an allen möglichen Orten in Israel entstanden und zeigt scheinbar unbedeutende Momente, die für mich aber von tiefer Wahrheit sind und auf größere, globale Zusammenhänge verweisen. Ich wollte auf keinen Fall eine Art Porträt Israels zu Beginn des 21. Jahrhunderts zeigen. Die Bilder wurden in Israel aufgenommen, hätten aber genauso in Kalifornien entstehen können.

Das Motiv, das die Fotos miteinander verbindet, ist die Hitze. Die elende Hitze ist einer der großen Diktatoren im Nahen und Mittleren Osten. Sie eint uns alle, egal ob wir in Gaza, im Westjordanland oder am Toten Meer leben. In den kommenden Jahrzehnten wird sich die Hitze auf weitere Regionen ausdehnen und zu einem global agierenden Diktator werden. Auf Bildern wird der Klimawandel meist durch vertrocknete Landschaften, leere Flussbetten oder sich ausbreitende Wüsten dargestellt. Ich wollte ihn in seiner Widersprüchlichkeit zeigen, in seinen positiven und negativen Folgen für uns Menschen, und zwar körperlich, seelisch, psychologisch, ästhetisch. Die Sonne wärmt und nährt und tröstet, sie verbrennt aber auch und hinterlässt Narben.

Ein paar der Negative habe ich auf dem Rücksitz meines Autos liegen lassen, wo sie mehrere Tage lang in der Sonne lagen. Als ich sie fand, wollte ich sie erst wegwerfen, bis mir klar wurde, dass es genau diese Spuren der Verbrennung sind, die meinen Bildern gefehlt hatten.«

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