Sie haben Ihren Adblocker auf unserer Seite aktiviert. Bitte deaktivieren Sie diesen für SZ.de! mehr zum Thema

bedeckt München
Anzeige
Anzeige

aus Heft 23/2016 Ein Interview ohne Worte

Sagen Sie jetzt nichts, Martin Wuttke

Fotos: Tibor Bozi

Schauspieler Martin Wuttke im Interview ohne Worte über Adolf Hitler, Quentin Tarantino und seine voraussichtliche Todesursache.

Anzeige
  

Geboren: 8. Februar 1962 in Gelsenkirchen
Beruf: Schauspieler
Ausbildung: Figurentheater-Kolleg und Westfälische Schauspielschule in Bochum
Status: Mordskerl

Der junge Martin Wuttke trägt die Haare lang, kommt barfuß in den Unterricht, fliegt von der Schule, will Kunst studieren, landet bei der Aufnahmeprüfung an der Schauspielschule, sagt: »Entschuldigung, ich habe meinen Text vergessen« – und wird angenommen. Bald spielt und inszeniert Wuttke auf allen möglichen kleinen und größeren Bühnen, Mitte der Neunzigerjahre ist er sogar mal Intendant des Berliner Ensembles, für das er mittlerweile mehr als 400 umjubelte Vorstellungen von Brechts Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui gespielt hat. 2009 holt ihn Quentin Tarantino für Inglourious Basterds nach Hollywood; auf die Anfrage, ob Wuttke (nach Arturo Ui) mal wieder den Diktator spielen wolle, antwortet der: »Meinetwegen Hitler.« Und obwohl Wuttke mal Tatort-Kommissar war, ist er eher ein Theater- als ein Fernseh- oder Kinomann: verraucht und verlottert, verbraucht und verführerisch, ein Mann, der eben beides auf einmal ist: ein harter Hund und hochsensibel. Zurzeit spielt er am Burgtheater in Wien, am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, an der Berliner Volksbühne und dem Berliner Ensemble. »Es gibt im Fernsehen«, hat er mal gesagt, »nur eine einzige Konsensmeinung, und die wird überall reproduziert.«

Anzeige