Sie haben Ihren Adblocker auf unserer Seite aktiviert. Bitte deaktivieren Sie diesen für SZ.de! mehr zum Thema

bedeckt München
Anzeige
Anzeige

Neue Fotografie 15. Juni 2016

Humor, der auf der Straße liegt

Interview: Annabel Dillig  Fotos: Jonas Natterer

Jonas Natterer liebt seine Heimatstadt in Tirol für die gute Luft, die warmherzigen Bewohner - und die unfreiwillige Komik, die er dort im Alltag entdeckt. Hier zeigt er uns seine liebsten Fundstücke.



Anzeige
Name:
Jonas Natterer
Alter: Geboren 1978
Ausbildung: Grafiker (arbeitet heute beim SZ-Magazin)
Wohnort: München
Website: diebuben.com

SZ-Magazin: Jonas, wie würdest du die Menschen in deiner Heimatstadt Vils beschreiben?
Jonas Natterer: Dort leben sehr tolle Menschen. Sehr warmherzig, unterhaltsam, hilfsbereit und mit einem eigenartig lustig-grobem Umgang. Wenn man sie versteht. Mein Vater traf zum Beispiel eine Volksschulfreundin auf der Straße. Von weitem rief er ihr zu: »Mei Zilli, schaugsch du heit schlecht aus!«

Lebt dort ein besonderer Menschenschlag?

Österreich an sich ist ja schon bemerkenswert. Aber in Vils, mit seinem Zementwerk, dem Steinbruch, der Umgehungsstraße und dem Klärwerk, rieche ich nicht dieses süßliche Salzburgaroma, das mir übel aufstößt. Man will dort niemandem gefallen.

Hat sich dein Blick auf die Einwohner über die Jahre verändert?

Bestimmt. Den Humor, der dort überall auf der Straße liegt, habe ich als Teenager noch nicht gesehen. Jetzt freue ich mich kindisch über jedes neue Fundstück.

Ist das Leben auf dem Land für dich ein enges Leben oder ein weites?

Ich genieße in Vils einige Freiheiten, die ich in München nicht ausleben kann: Dreck und Lärm sind dort kein Problem. Ich lebe dort ohne Internet, aber nach einigen Tagen auf dem Trockenen schleiche ich mich nachts zum WLAN meiner Eltern und schau dann doch mal nach, ob irgendwas passiert ist. Meistens ist das aber nicht der Fall.

Anzeige

  • Neue Fotografie

    »Übersteigertem Nationalismus bin ich immer wieder begegnet«

    Kein schöner Land: Der niederländische Fotograf Otto Snoek hat nationale Feiertage und Großereignisse in ganz Europa begleitet. Dabei hat er herausgefunden, wie schlecht es um den Kontinent wirklich steht.

    Interview: Jona Spreter
  • Anzeige
    Neue Fotografie

    »Alkohol spielt im deutschen Brauchtum eine wichtige Rolle«

    Saufen, schießen und toten Gänsen die Köpfe abreißen: Der Fotograf Moritz Reich hat alte Bräuche in ganz Deutschland dokumentiert. Er stieß dabei auf viel Herzlichkeit, aber auch auf Misstrauen. Und auf jede Menge Bier.

    Interview: Jona Spreter
  • Neue Fotografie

    Von drauß' vom Walde komm ich her

    Die Fotografin Lorraine Hellwig hat vier Aussteiger begleitet, die sich in der Schweiz im Wald verstecken und dort ein denkbar einfaches Leben führen. Gefunden hat sie die Vier allerdings auf ungewöhnliche Weise.

    Interview: Stefanie Witterauf