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aus Heft 27/2016 Ein Interview ohne Worte

Sagen Sie jetzt nichts, Sandra Hüller

Fotos: Alfred Steffen

Die Schauspielerin im Interview ohne Worte über die Zeit vor dem Mauerfall, das Beste am Theater und den Trick, mit dem sie sich ihre Edelblässe behält.



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Geboren
30. April 1978 in Suhl, Thüringen
Beruf Schauspielerin
Ausbildung Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin
Status Enthüllt

Zum Beispiel die Nacktparty in Toni Erdmann: Sandra Hüller, die eine Viertelstunde lang nackt schauspielt. Also ihren Job macht, aber auf bisher ungesehene Weise. Sie räkelt sich ja nicht nur mal nackt im Bett oder steht unter der Dusche oder läuft kurz ohne Kleider durchs Bild. Sie empfängt Gäste, redet, trinkt, nackt, 15 Minuten lang. Toni Erdmann ist der Film, der im Frühling bei den Filmfestspielen in Cannes die besten Kritikernoten erhalten hat und von nächster Woche an im Kino zu sehen ist. Sandra Hüller spielt die karrieregesteuerte, spröde Ines, die Besuch von ihrem Vater bekommt, zu dem sie kaum noch Kontakt hat. Sie hat allerdings zu niemandem so richtig Kontakt. Der Vater, gespielt von Peter Simonischek, will einfach nicht wieder gehen, sondern heftet sich an die Fersen seiner Tochter und bringt sie, mit Perücke und Gebiss, ständig in Verlegenheit. Wie Sandra Hüller dann guckt, wie sie reagiert und auch nicht oder kaum merklich, das ist rührend und komisch. Großes Theater. Das Theater, sagt Hüller, sei ihre große Liebe, der Film nur ein Flirt. Weil es dieses Sich-Ausprobieren, den Zusammenhalt, das Vertrauen nur am Theater gebe. Aber egal ob Bühne oder Leinwand, einen Preis gewinnt sie fast mit jedem Auftritt.

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