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aus Heft 31/2016 Ein Interview ohne Worte

Sind Sie selbst ein Kindskopf, Christine Nöstlinger?

Fotos: Paul Kranzler

Die Kinder- und Jugendbuchautorin Christine Nöstlinger im Interview ohne Worte über Mut, das Älterwerden und das Kindbleiben.



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Geboren:
13. Oktober 1936 in Wien
Beruf: Kinder- und Jugendbuchautorin
Ausbildung: Grafikstudium
Status: Ewige Jugend

Die Eltern streiten sich ständig, Prüfungen stehen an, und jetzt mag der Stefan auch noch eine andere. Teenager haben es nicht leicht, und die, die das am besten verstanden hat, hat sich vom Teenageralter mittlerweile weit entfernt. Christine Nöstlinger, die Grande Dame der Kinder- und Jugendbuchliteratur, wird in diesem Jahr 80. Ein jüngeres Herz und einen wacheren Geist könnte sie dennoch nicht haben. Von ihrer Kindheit als Wiener Arbeiterkind in den letzten Kriegsjahren erzählt Maikäfer flieg!, eines ihrer an die 150 Bücher. Als Mutter unterfordert, begann sie zu schreiben, ihr Ton aufmüpfig, ohne pädagogischen Duktus und moralischen Schluss. Nöstlinger erzählt Geschichten so, wie sie sind, nicht wie sie sein sollen. Genauso unverbogen ist sie selbst. »Ich mag bei Weitem nicht alle Kinder«, sagt sie. Man werde schließlich nicht erst mit 18 über Nacht ein Ungustl, ein Unsympath. Vergangenes Jahr warnte sie im Wiener Parlament vor Fremdenhass, der in die Gesellschaft sickere. Die Jugend von heute ist ihr ein bisschen zu unpolitisch, das sagt sie auch. Christine Nöstlinger mag vielleicht nicht alle Kinder. Aber sie liegen ihr am Herzen. Anders wäre nicht zu begreifen, dass die Geschichten vom Franz und Gretchen Sackmeier Generationen von Kindern Trost spenden.
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