Sie haben Ihren Adblocker auf unserer Seite aktiviert. Bitte deaktivieren Sie diesen für SZ.de! mehr zum Thema

bedeckt München
Anzeige
Anzeige

aus Heft 37/2016 Ein Interview ohne Worte

Wo sitzt Ihr Humornerv, Bjarne Mädel?

Fotos: Tibor Bozi

Der Schauspieler Bjarne Mädel im Interview ohne Worte über Verlierer, Berliner und die Frage, wie sehr ihn seine Paraderollen geprägt haben.

Anzeige
 
 
Geboren:
12. März 1968 in Hamburg
Beruf: Schauspieler
Ausbildung: Studium der Literatur- und Theaterwissenschaften (abgebrochen), Schauspielstudium
Status: Menschlich

Im deutschen Feuilleton lassen sie nichts unversucht, um die richtige Schublade für Bjarne Mädel zu finden. Und trotzdem will es, wie bei allen außergewöhnlich begabten Künstlern, nicht so recht klappen mit dem Einsortieren. Der lustigste Schauspieler Deutschlands? Ja schon, wäre da nicht die Melancholie im Blick, die unbedingte Ernsthaftigkeit selbst in den klamaukigsten Momenten als Berthold »Ernie« Heisterkamp in Stromberg. Der liebenswerte Trottel? Schließlich sind weder Ernie noch der Tatortreiniger Schotty oder der Dorfpolizist Dietmar Schäffer aus der Krimiserie Mord mit Aussicht besonders geschickt oder elegant. Trifft’s aber auch nicht, weil alle miteinander durch unscheinbarste, aber präzise Gesten ihre Tiefe und Tragik offenbaren. Das sind keine Trottel, merkt man dann, auch keine Verlierer, das sind ja Menschen, richtige Menschen. Mädel gibt in jeder Figur etwas von sich selbst preis, mal durch Direktheit, mal durch Unsicherheit, ohne – wie manche Schauspieler das gern machen – sich selbst zu spielen. »Das hieße ja, dass ich ein richtig schlechter Schauspieler bin«, sagt er. Dass er das definitiv nicht ist, stellt Mädel gerade wieder an der Seite von Julia Jentsch unter Beweis, im Drama 24 Wochen, das am 22. September in die Kinos kommt.
Anzeige