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bedeckt München
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aus Heft 39/2016 Ein Interview ohne Worte

Warum zeigen Sie auf der Bühne gern Ihre Brüste?

Fotos: Alfred Steffen

Die Sängerin Jennifer Weist über Emanzipation, Gleichberechtigung und ihr überflüssigstes Tattoo.

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Geboren:
3. Dezember 1986 in Wolgast
Beruf: Sängerin
Ausbildung: Abitur
Status: I'll tell you what I want, what I really really want

»Nur die dümmsten Kälber wählen ihren Metzger selber«, so geht der Refrain ihres jüngsten Songs. Die Metzger sind in diesem Falle AfD-Politiker, die Kälber deren Wähler: Kurz vor der Wahl in ihrer Heimat Mecklenburg-Vorpommern (und kurz vor Erscheinen ihres neuen Albums Genau in diesem Ton) hatte Jennifer Weist mit ihrem Keyboarder einen Anti-AfD-Song aufgenommen und bei Facebook verbreitet. Der Song wurde 15,8 Millionen Mal geklickt und gefällt mittlerweile mehr als 267 000 Usern. Mit der Aktion zeigte die Band Jennifer Rostock also nicht nur (zugegebenermaßen erwartbare) politische Haltung – auch Gregor Gysi hat den Like-Button gedrückt –, sondern auch ein Gespür für Marketing. Eine Botschaft zu verbreiten und ein paar Tausend CDs mehr zu verkaufen, das muss sich nicht ausschließen, wie Sängerin Jennifer Weist seit Jahren beweist: Sie zeigt auffallend gern ihre Brüste, mal um den Feminismus, mal um die Tierschutzorganisation Peta zu unterstützen; möglicherweise liegt es aber auch einfach nur daran, dass sie in einem Nudistenparadies, nämlich auf Usedom, groß geworden ist. Vielleicht kann man es so sagen: Die Band Jennifer Rostock und ihre Sängerin sind ein bisschen lauter als andere deutsche Bands, aber nie so laut, dass man sich die Ohren zuhalten müsste.
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