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bedeckt München
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aus Heft 40/2016 Ein Interview ohne Worte

Ihre Reaktion auf Donald Trump?

Fotos: Winni Wintermeyer

Die Punkband Green Day über's Älterwerden, Waffengewalt und ihr Geheimnis, sich nicht gegenseitig auf die Nerven zu gehen.



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Geboren:
1989 in den Clubs von Berkeley, Kalifornien
Beruf: Punkband
Ausbildung: Fernstudium bei den Ramones und den Sex Pistols
Status: Alterswilde

Politischen Furor könne man nicht simulieren, hat der Green-Day-Frontmann Billie Joe Armstrong einmal in einem Interview gesagt. Um politische Texte zu schreiben, müsse man schon wirklich und persönlich wütend sein. Einiges muss ihn in jüngster Zeit also verärgert haben. Denn nach den drei vorigen, ganz unpolitischen Alben geht es auf der neuen Platte Revolution Radio gegen die Waffenlobby, den politischen Betrieb, die Medien, das Internet, gegen das ganze Scheißsystem also. Wenn man diesen wunderbar aggressiven und temporeichen Lärm hört, mag man kaum glauben, dass die Musik dieser Band sonst gern halb abwertend als »Spaßpunk« bezeichnet wird. Immerhin werden sie bei unseren Fotoaufnahmen ihrem Ruf gerecht: Sie blödeln herum, ziehen Grimassen, kuscheln. Mehr als einmal sind sich der Fotograf und der Redakteur des SZ-Magazins unsicher: Haben sie die Frage wirklich richtig verstanden (siehe etwa viertes Bild der Galerie)? Aber ja: Haben sie. Green Day müssen nichts ernst meinen – sie existieren als Paradoxon aus Nonkonformität und Mainstream, können gleichzeitig Elternschreck und Familienväter sein. Das funktioniert, solange ihre Musik Spaß macht – und das tut sie, ob mit politischem Furor oder ohne.

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