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NSU-Prozess 04. Januar 2017

»Wenn die Polizei vor der Tür gestanden hätte, hätten sie sich auf der Stelle erschossen«

Von Rainer Stadler 

Seit Mai 2013 wird am Münchner Oberlandesgericht der Prozess gegen Beate Zschäpe verhandelt. Die mediale Aufregung hat nachgelassen, dabei ist der Prozess um die NSU-Morde in die entscheidende Phase eingetreten. Wir dokumentieren die wichtigsten Momente und Aussagen des zurückliegenden Jahres - in Originalaussagen.


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Das SZ-Magazin widmet dem NSU-Prozess am Oberlandesgericht München nun bereits zum vierten Mal ein ganzes Heft und die erste Ausgabe des Jahres. Dokumentiert in Originalzitaten der Richter, Staatsanwälte, Zeugen, Angeklagten, Verteidiger und Opferanwälte.

Das ganze letzte Jahr über haben Reporter der SZ und des SZ-Magazins den Prozess verfolgt. Das Verhandlungsjahr 2017 bedeutet aller Voraussicht nach das Ende der Beweisaufnahme. Das Gericht hat Hunderte Zeugen gehört, es steht noch das Gutachten über die Hauptangeklagte Beate Zschäpe aus, dann könnten die Anwälte, Verteidiger und Staatsanwälte ihre Plädoyers halten und schließlich das Gericht sein Urteil verkünden.

»Die Schwierigkeit, die Persönlichkeit von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt zu beschreiben, liegt in den Extremen, dass sie einerseits äußerst brutal waren, andererseits auch liebevoll und zuvorkommend sein konnten, sowohl mir als auch den Katzen gegenüber.« So beschreibt Beate Zschäpe die Männer, mit denen sie zehn Jahre lang im Untergrund lebte. Zehn Morde und fünfzehn Banküberfälle werden dem Trio vorgeworfen, und nach langem Schweigen hat die Hauptangeklagte Zschäpe im vierten Jahr des NSU-Prozesses ausführlich Stellung genommen.

Sie erzählt, wie sie in dieser Zeit unter ständiger Anspannung lebten, etwa wenn es an der Tür ihrer Wohnung klingelte. »Für den Extremfall, dass nämlich die Polizei vor der Tür steht, hätten die beiden sich auf der Stelle erschossen.« Für Mundlos sei die Rückkehr in ein bürgerliches Leben ausgeschlossen gewesen, weil »eh alles verkackt« gewesen sei, deshalb habe der »es zum knallenden Abschluss bringen wollen«.

Zschäpe berichtete, sie habe von den Gewalttaten der beiden immer erst im Nachhinein erfahren, sich aber nicht lösen können, weil sie wirtschaftlich und emotional von Böhnhardt und Mundlos abhängig gewesen sei. »Für mich waren die Tage nur mit dem Konsum von Sekt, den ich bei Aldi oder beim Penny gekauft hatte, erträglich.«

Die Anwälte der Nebenklage hielten ihr vor, dass zumindest auf den Urlaubsbildern der drei von dieser Anspannung nichts zu sehen sei. Am Tag 295 der Verhandlung stellten sie stundenlang Fragen: Wie Böhnhardt und Mundlos ihre Opfer auswählten. Von wem das Trio nach dem Untertauchen in Sachsen und Thüringen unterstützt wurde. Wie Zschäpe vorgegangen sei, als sie die gemeinsame Wohnung in Zwickau am 4. November 2011 in Brand setzte. Wen sie in den Tagen danach getroffen habe oder treffen wollte. Ob sie noch Geld oder andere Gegenstände versteckt habe. Ob sie schon die Rechte für ihre Autobiografie verkauft habe.

Den gesamten Text hier mit SZ Plus lesen:



 


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