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aus Heft 05/2017 Ein Interview ohne Worte

Sagen Sie jetzt nichts, Till Brönner

Fotos: Frank Bauer

Till Brönner im Interview ohne Worte über den Horror von Castingshows, anstrengende Nebenjobs und den deutschen Miles Davis.



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Geboren
6. Mai 1971 in Viersen, Nordrhein-Westfalen
Beruf Trompeter und Sänger
Ausbildung Studium der Jazztrompete an der Kölner Musikhochschule
Status Pustefix

Vor Barack Obama hat er jetzt schon zweimal gespielt. Erst war er im vergangenen Jahr der einzige Deutsche bei einem großen Jazzfest im Weißen Haus, und als der US-Präsident im November noch mal Angela Merkel besuchte, spielte Brönner im Kanzleramt für die beiden Take Five. Große Ehre – und sehr passend, schließlich ist er der erfolgreichste deutsche Vertreter des amerikanischsten aller Musikstile. Diesen Erfolg verübeln ihm manche Jazzpuristen, denn Brönner weiß: Wer Menschen erreichen will, muss sich aus dem Fenster lehnen. Also hat er keine Angst davor, mit seinem Jazz die Ränder des Pop zu berühren. Gelegentlich legt er die Trompete zur Seite und singt – so erreicht er noch mehr Hörer, wie auch mit seinem jüngsten Album The Good Life. Und er hat sich – Frevel! – sogar schon als Juror in eine Castingshow gesetzt. Was die Puristen gern vergessen, ist, dass der Mann auch als Professor an der Dresdner Musikhochschule unterrichtet. Das alles bringt Brönner mit gut gelaunter Lässigkeit unter einen Hut, und wer ihm hinter der Bühne oder beim Fototermin begegnet, erlebt keinen verkopften Musiker, sondern einen ziemlich fröhlichen Rheinländer – der mitunter Turnschuhe trägt, bei denen man sich fragt: Wie kriegt er es hin, dass die so weiß bleiben?

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