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Probier doch mal 24. März 2017

Frische Brise

Von Hans Gerlach (Text + Fotos) 

Es ist wichtig, den Rhabarber Mule im Frühling in der Sonne zu trinken. Aber falls das gerade nicht geht: Es fühlt sich durch den enthaltenen Gin trotzdem so an.



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Mir als Kind die rohen Stängel zu schnappen, tief in Zucker zu tauchen und einfach abzubeißen – das war für mich vielleicht die schönste Art Rhabarber zu essen. Die herbe Säure des Rhabarbers braucht viel Zucker und wenn die Zuckerkristalle im Mund knirschen, ist das ein zusätzlicher Genuss. Darum ist es mir wichtig, dass Sie unseren offiziellen SZ-Magazin-Frühlings-Longdrink nicht einfach mit einem langen Cocktaillöffel verrühren, sondern mit einem Rhabarberstängel. Den können Sie nämlich zum Schluß in etwas Zucker tauchen, dann ist der Rhabarberstängel vom Umrühren schön feucht und es bleibt genug Zucker daran kleben.

Der Rhabarber Mule stammt ab vom Munich Mule und der wiederum vom Moscow Mule. Das ist ein Cocktail mit Wodka, Ginger Beer und Zitronensaft. Dieser ursprüngliche Mule machte Wodka in den USA populär und den Besitzer der Brennerei zum Milliardär. Die Sturheit des Maulesels – mule – gehörte wohl dazu: Damals, Ende der 1930er Jahre, war Wodka in den USA noch nicht einmal bei russischen Einwanderern sonderlich beliebt und erst Mitte der fünfziger Jahre erfand ein Barkeeper namens Jack Martin diesen entscheidenden Cocktail. Wahrscheinlich hat der unglaubliche Erfolg zu den vielen Varianten geführt, Bombay, Mailand, Paris, München - jede größere Stadt hat ihren eigenen Mule. Die Zutaten variieren stark, ich fühle mich also ganz frei, meinen eigenen Mule zu mixen. Ingwer kommt bei mir nicht aus Ingwerbier, sondern aus der frischen Wurzel. Die Gurke gefällt mir im Munich Mule, zum Gin passt sie perfekt und zum Rhabarber wie manch schiefer Ton im Jazz. Die erste Version mit Wodka war auch gut, doch die würzigen Wacholdernoten aus einem guten Gin passen noch besser. Und als Virgin Rhubarb Mule schmeckt er sogar ganz ohne Sprit. Der Frühling kann kommen!

Rhabarber Mule
Für 1 Glas:
4 cl Gin
4 cl Rhabarbersirup (vom Rhabarberkompott)
5-6 Eiswürfel
1 Gurkenscheibe
1 Rhabarberstängel
125 ml Tonic Water

Alle Zutaten in ein Glas geben, mit dem Rhabarberstängel umrühren, nicht schütteln.

Rhabarberkompott
Für 8-10 Personen
1 kg Rhabarber
50 g Ingwerwurzel
250 ml Grenadine-Sirup
1 TL Pimentkörner

Backofen auf 200 Grad vorheizen (Umluft 180 Grad). Rhabarber waschen und in ca. 4 cm lange Stücke schneiden. Ingwer schälen und quer in dünne Scheiben schneiden. Rhabarber und Ingwer  eng in eine Kastenform legen. Pimentkörner dazu geben, Grenadine-Sirup in die Form gießen, mit einem Deckel oder mit Alufolie zudecken, 35-40 Minuten im Ofen garen.

Den Sirup vorsichtig vom Kompott abgießen und in eine kleine Flasche füllen (ergibt ca. 400 ml) Im Kühlschrank hält sich der Sirup mindestens zwei Monate ohne weitere Konservierung. Das Kompott aufheben und fürs Frühstücksmüsli oder für unser Rhabarbereis verwenden, mit Ingwer schmeckt das Kompott zwar ein wenig anders als dort beschrieben, aber genauso gut.

Noch mehr Rhabarber:
Vor etwa einem Jahr hatten wir ein anderes schönes Probier-doch-mal mit Rhabarber:

Mein persönliches Lieblings Rhabarber-Topfen-Omelette und weitere Anregungen für Rezepte mit Rhabarber aus der SZ-Samstagsküche finden Sie hier.


Die besten Rezepte aus dem SZ-Magazin und der Süddeutschen Zeitung auf Das Rezept
 
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