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aus Heft 13/2017 Ein Interview ohne Worte

Sagen Sie jetzt nichts, T. C. Boyle

Fotos: Tibor Bozi

Der Schriftsteller T. C. Boyle im Interview ohne Worte über die neue US-Regierung, den Weltuntergang und seine Problemzone.



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Geboren
 2. Dezember 1948 in Peekskill, New York
Beruf Schriftsteller
Ausbildung Studium Englisch und Geschichte, Promotion in englischer Literatur
Status Perlentaucher

Fast alle bedeutenden Schriftsteller hatten und haben ein Lebensthema, das sie umtreibt, eine Frage, auf die sie ein Leben lang eine Antwort suchen: Thomas Mann sezierte den Widerspruch zwischen Kunst und Leben, Ingeborg Bachmann den verhängnisvollen Zusammenhang aus Liebe, Verlust und Angst. T. C. Boyle hat sich früh über dieses Prinzip hinweggesetzt, wie er sich über fast alle literarischen Konventionen hinweggesetzt hat. Mit ihm hat vor gut dreißig Jahren ein Schriftsteller die Bühne betreten, der sich in keine Schublade bugsieren lässt: Erwartungen des Publikums können nicht bedient oder enttäuscht werden, da man bei Boyle mit jedem Roman zu einer nie unternommenen Reise aufbricht. Ob ernst oder komisch, grotesk oder politisch – mal schreibt er eine literarische Biografie des Sexualforschers Alfred Kinsey, dann wieder einen Familienroman, der sich über drei Jahrhunderte erstreckt. »Literatur kann in jeder Hinsicht großartig sein«, hat er mal gesagt, »aber sie ist nur Unterhaltung.« Trotzdem kann er nicht verbergen, dass er ein großer und vor allem besorgter Moralist ist. Sein aktueller Roman, in dem vier Männer und vier Frauen zwei Jahre in einem Terrarium verbringen, trägt den Titel Die Terranauten.
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