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#7Tage7Songs 08. April 2017

»Ich wollte immer ein Popstar sein«

Der Auslöser, dass Lars Eidinger Schauspieler wurde, ist der Frontman einer 80er-Jahre-Band. Aber das ist nicht der einzige Moment, in dem Musik für ihn wichtig war. Hier erzählt er von seinen Lieblingsliedern.



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1) Hunting High And Low – A-ha
»Seit 1985 bin ich A-ha-Fan und verliebt in Morten Harket. Als Kind war er für mich wie Jesus. Mein Kinderzimmer glich einem Schrein, mit Pappaufstellern, Bravo-Starschnitt und Postern, an dem ich meine Ikone anbeten konnte. Er ist der eigentliche Grund, warum ich Schauspieler geworden bin. Ich wollte immer ein Popstar sein, wie er.«




2) Diamant – Love Hotel Band
»Mein Leben lang wollte ich Mitglied einer Band sein, kann aber nicht besonders gut singen und kein Instrument spielen. In der Love Hotel Band ist mein Traum Wirklichkeit geworden. Fernandez Pepe Kristallo und ich haben uns in einem Love Hotel in Tokio kennengelernt, und da kam uns die Idee Frank Farian zu fragen, ob er noch alte Songskizzen aus den 80ern hat. Diamant war ursprünglich für Milli Vanilli gedacht, landete aber nach deren Full-Playback-Skandal in der Schublade.«




3) Egal – YSL Know Plug
»Neulich hatte ich eine lange Diskussion mit einem Schauspielkollegen über politisch korrekten Rap. Ich finde, Rap muss immer etwas Anmaßendes, Grenzüberschreitendes und Selbstherrliches haben. Für gebrochene Charaktere gibt es Genres wie Indie. YSL Know Plug gefällt mir, weil er sich nicht greifen lässt. Irony is the lowest form of wit und politisch korrekter Rap wie ironisch zu ficken.«




4) There Sense Thus Weak – Lars Eidinger
»Für das dieses Jahr auf STUD!O K7 erscheinende Re-Release der LP  I’ll Break Ya Legg (mit Musik, die ich 1996 im Keller meines Elternhauses in Berlin-Tempelhof mit einer 4-Megabyte-Soundkarte auf dem PC aufgenommen habe) hat Tricky 2015 einen Text geschrieben und eingesungen. Leider möchte er das Stück nicht veröffentlichen. Ich habe es aber auf meinem Rechner. Vielleicht könnte es freundlicherweise jemand leaken. Ansonsten sind die Stücke alle rein instrumental, ohne Gesang, so wie mein Lieblingsstück der Platte »There Sense Thus Weak«, für das die von mir sehr bewunderten Friederike Daumiller und Martin Fengel vor zwei Jahren ein Video gedreht haben.




5) Send it up – Yeezus
Die Rede, die Kanye West vor Abbruch seiner Nordamerika-Tour in Sacramento gehalten hat, ist ein Meilenstein der Popkultur. Tourette eines Größenwahnsinnigen in seiner Hybris. Auf seinem Instagram Account hatte er in der Nacht zuvor 99 Bilder aus dem Maison Martin Margiela Lookbook gepostet. Er hat 1,8 Millionen Follower und folgt selbst niemandem. Er verließ die Bühne mit dem Satz: »The show is over.«




6) Negative Creep – Koudlam
»Als DJ spiele ich Platten mit dem Geschmack eines zwölfjährigen Mädchens in der Gestalt eines 41-jährigen Mannes. Manchmal beschweren sich Leute und sagen, ich solle progressiver auflegen und bessere Übergänge machen. Aber ich mache gar keine Übergänge.«




7) Yonkers – Tyler, The Creator
»Die Textzeile »I'm a fucking walking paradox – No, I'm not« hate ich mir auf mein Richard III-Textbuch geschrieben. Sie ist für mich zum Leitsatz für den ganzen Charakter Gloucester geworden. 2015 war ich auf einem Tyler, The Creator Konzert in St. Petersburg, als ich dort Mathilde gedreht habe, ein Film von Alexey Uchitel, in dem ich Nikolai II spiele und der dieses Jahr in die Kinos kommt.«



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