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Humor 18. Mai 2017

Habe ich das Zeug zum Comedian?

Von Marc Baumann   Foto: Andy Kania

Unser Autor wollte mal versuchen, Menschen zum Lachen zu bringen. Dann stand er plötzlich im ausverkauften Circus Krone auf der Bühne. Die Geschichte eines Comedy-Selbstversuchs, der einen unerwarteten Verlauf nahm.

Unser Autor bei der Lichtprobe im »Quatsch Comedy Club«. Er merkt gerade, dass es noch schlimmer ist, vor leeren Stühlen und zwei Technikern Scherze zu machen, als vor 80 leicht angetrunkenen Zuschauern einige Stunden später.
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Mist. Seit einer Minute stehe ich auf der Bühne, noch niemand hat gelacht. Dabei ist es spät am Abend, auf den Tischen des »Quatsch Comedy Clubs« stehen fast leere Bier- und Weingläser, die Stimmung im Publikum ist gut. Bei dem Comedian vor mir wurde viel gelacht, jetzt bin also ich dran – sechs Minuten Zeit für mein Gag-Feuerwerk, das bislang eher eine Wunderkerze ist.

Selber schuld: Ich hab das Thema ja vorgeschlagen beim SZ-Magazin. Was passiert eigentlich, wenn man sich als Durchschnittlustiger einmal bei einem Stand-up-Auftritt probiert, also vor Publikum versucht, die Menschen zum Lachen zu bringen. Ist das so leicht, wie es bei Mario Barth aussieht - einfach ein paar Mann-Frau-Witze und alle liegen am Boden? Oder ist das eine große, schwer zu erlernende Kunst, die eben nur eine Hand voll großer Könner wirklich beherrscht, darunter so kluge Menschen wie Gerhard Polt oder so schlagfertige Showtiere wie Carolin Kebekus? 

Und was erzählt man eigentlich auf der Bühne? Politiker-Scherze wie beim Kabarett oder zotige Witze oder etwas aufgebauschte Anekdoten aus dem Alltag? Zum GLück sind alle bekannten Komiker, die ich anfrage, sofort bereit, mir Lach-Nachhilfe zu geben. Ich sitze mit Josef Hader in seiner Garderobe, muss vor Bruno Jonas im leeren Lustspielhaus witzig sein, und Carolin Kebekus spricht mit mir auf dem Weg zu einem Auftritt.

Sie haben viele Tipps, die im Artikel landen, aber mein Bühnenprogramm muss ich mir schon selber ausdenken. Als ich schon dachte, dass mir gar nichts mehr einfällt, erreicht mich die SMS eines verzweifelten Freundes, der beim Arzt eine Spermaprobe abgeben soll und mir aus dem dafür vorgesehenen Kämmerchen die Absurdität eines ärztlich vorgeschriebenen Selbstbefriedigungsversuches schildert. Das wäre doch ein gutes Thema!

Aber kann man so eine Geschichte wirklich vor Publikum erzählen? Lacht da jemand? Und wieso habe ich nach dem etwas holprigen Auftritt im kleinen »Quatsch Comedy Club« eigentlich zugesagt, dass ich im ausverkauften Circus Krone in München sozusagen als Vorband des Comedians Harry G. auftrete? Vor mehr als 2000 Menschen?  
  
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