Sie haben Ihren Adblocker auf unserer Seite aktiviert. Bitte deaktivieren Sie diesen für SZ.de! mehr zum Thema

bedeckt München 16°
Anzeige
Anzeige

aus Heft 10/2008 Stars

Artgerechte Haltung

Kerstin Greiner 

Zehen zusammen: Bestimmte Frauen stehen in der Öffentlichkeit immer x-beinig rum. Das muss einen Grund haben

Anzeige
Was haben wir denn hier für feinbeinige Exemplare unter der Lupe? Eine nicht allzu seltene Spezies, wie diese und viele andere Beweisfotos belegen, und noch dazu eine, die zwischen Tokio und Los Angeles auf der ganzen Welt zu Hause zu sein scheint: Es handelt sich um einen Typ mode- und stilbewusster Frauen, die sich häufig mit einem seltsam nach innen eingedrehten Fuß fotografieren lassen.

Man findet diesen Drehfuß auf den roten Teppichen von Filmfestspielen, Modenschauen, Charity-Events genauso wie auf Einkaufsstraßen, vor Coffeeshops oder in Internetblogs. Da wir der Annahme folgen, dass bei diesen Damen im Angesicht einer Kamera nichts zufällig geschieht, lässt sich zweifellos davon ausgehen, dass es sich bei diesem Drehfuß um ein ganz bewusst eingesetztes Stilmittel handelt, dessen Bedeutung es zu entschlüsseln gilt. Nennen wir diesen Drehfuß zum besseren Verständnis: den Fashion-Fuß.

Was will uns dieser seltsam eingedrehte Fashion-Fuß sagen? Und warum taucht die x-beinige Fashionista gerade in letzter Zeit so auffallend häufig auf? Steht dem Fashion-Fuß etwa eine ähnliche Karriere bevor wie einst dem »cheese«, das als automatische Reaktion fast von allein geschah, sobald eine Kamera auf einen Menschen gerichtet wurde, der auf eine bestimmte Art wirken wollte? Früher machte ja fast jeder »cheese«, der in eine Kamera guckte –heute ist das »cheese« allerhöchstens noch bei solchen Menschen zu beobachten, die auch nach der Landung in einem Flugzeug klatschen.

Beim Anblick eines Mädchens mit einem derart eingedrehten Fuß assoziiert jeder Betrachter natürlich als Erstes: wahnsinnig süßes Geschöpf! Ein wenig unsicher vielleicht, irgendwie verletzlich, schüchtern und unschuldig; aber auch rührend verschmitzt, mit einem Hauch verspielter Lolita-Sexiness. Hier scheint es sich um jemanden zu handeln, der noch nicht mit beiden Beinen fest auf der Erde steht, vielleicht auch gar nicht stehen will.

(Lesen Sie auf der nächsten Seite: »Huch, jetzt habt ihr mich aber erwischt!«)
Anzeige
Hören Sie hier "Artgerechte Haltung", gelesen von Kerstin Greiner.
Seite 1 2
  • Stars

    »Ich mache ja nur beschissene Popmusik«

    Simon Fuller hat die Spice Girls groß gemacht und gehört zu den wichtigsten britischen Star-Managern. Im Interview erklärt er, warum Leute wie Robbie Williams und Chris Martin trotzdem nur Verachtung für ihn übrig haben.

    Interview: Silke Wichert
  • Anzeige
    Stars

    Was der berühmteste Friseur Hollywoods über Stars weiß

    Seit Jahrzehnten kreiert er die Frisuren von Lady Gaga bis Madonna: Peter Savic. Im Interview verrät er, wie man am besten mit Diven umgeht und was er bei seiner Arbeit über Schönheit gelernt hat.

    Von Sven Michaelsen
  • Stars

    Aller guten Dinge

    John Waynes Gewehr, Elvis Presleys Mikrofon, Jim Hensons erste Muppetpuppe: Wer neue Einblicke in das Leben der Größten gewinnen will, muss sich ansehen, womit sie ihren Job gemacht haben. Eine Werkzeugschau.

    Von Max Fellmann