Sie haben Ihren Adblocker auf unserer Seite aktiviert. Bitte deaktivieren Sie diesen für SZ.de! mehr zum Thema

bedeckt München 20°
Anzeige
Anzeige

aus Heft 40/2017 Ein Interview ohne Worte

Sagen Sie jetzt nichts, Marco Michael Wanda

Fotos: Alfred Steffen

Der Frontman und Sänger Marco Michael Wanda im Interview ohne Worte über Kneipenschlägereien, Selbstverliebtheit und die Frage, ob Wanda eine Schlagerband ist.



Anzeige
Geboren
25. März 1987 in Wien
Beruf Sänger und Frontman
Ausbildung Studium der Sprachkunst (abgebrochen)
Status Am Pegel der Zeit

Es ist nicht immer klar, wo bei Marco Wanda die Grenze zwischen torkelndem Proleten und gewitztem Intellektuellen verläuft. In seiner abgewetzten Lederjacke sieht er aus, als würde gleich er an der nächsten Landstraße den Daumen rausstrecken. Andererseits hat er ein paar Semester Sprachkunst studiert. Und seine Texte mögen beliebig klingen (auf dem neuen Album etwa: »Nur wir zwei / Wie im Traum / Und Columbo schauen«), doch sie funktionieren gerade durch solche wohlgesetzte Einfalt. »Er wusste, er wird Weltstar«, sagte die Mutter einmal über Sohn Marco. Bis dahin ist es noch weit, doch Wandas Aufstieg war steil: Keine zwei Jahre ist es her, da schickte das Management die Band in viel zu kleine deutsche Clubs, wo sie dann, etwa in Berlin, drei Abende in Folge spielen mussten. Heute gelten die Wiener als erfolgreichste Vertreter des Austropop. Marco Wanda singt nun in deutlich größeren Hallen über Liebe und Leben. Er klingt stets wie ein sympathisch Angetrunkener, laut und direkt wie Ton Steine Scherben, arrogant wie Falco, wild wie The Clash. Vielleicht ist es das, was den Erfolg von Wanda ausmacht: die Sehnsucht nach einer Schroffheit, die sich die deutsche Ultraleichtpopmusik nicht mehr zutraut. Nun ist Wandas drittes Album Niente erschienen.

Anzeige