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Internet 27. Oktober 2017

Wie seriös sind Empfehlungen von Influencern?

Von Lorenz Wagner  Foto: Timo Mischke

Viele Firmen versprechen sich eine gute Wirkung, wenn Influencer für ihr Produkt in den sozialen Netzwerken werben. Doch das schnelle Geld zieht auch Menschen mit zweifelhaften Geschäftspraktiken an.


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Vreni Frost, Bloggerin, Influencerin, trägt bei Instagram ihren Alltag in die Öffentlichkeit, und ist darüber zum Star geworden. Am 3. April 2017 klappt sie ihren Laptop auf. Lange hat sie gehadert, krank ist sie darüber geworden, nun muss die Wahrheit raus, sie will ihre Seele befreien. »Es reicht!« schreibt sie in ihren Blog. »Ich mache nicht mehr mit! Ich schäme mich vor mir selbst in Grund und Boden.«

Keiner Ihrer Artikel wird so häufig geklickt werden. Sie beichtet ihren Fans, dass sie die Followerzahlen manipuliert hat. Ihre Fans und ihre Kunden sollten erkennen, in welcher verlogenen Welt sie und die Instagramer sich bewegten: »Instagram-Fakes sind ein riiiiiiiiesiges Thema. Bei Followern, unzähligen Likes und sogar Kommentaren wird getrickst, was das Zeug hält …«

Ja, Influencer sind eine Macht geworden. Abertausende, manchmal Millionen Menschen folgen ihnen. Und um sie herum ist ein verrückter Wirtschaftszweig entstanden. Als Bianca Heinicke eine eigene Duschgelmarke in die Läden brachte, war diese nach Stunden ausverkauft, inzwischen hat sie fast fünf Prozent des Duschbad-Marktes erobert. »Man kann von einer Wildwest-Zeit sprechen«, sagt Peter Figge, Chef der renommierten deutschen Werbeagentur Jung von Matt.

Viele träumen nun vom schnellen Geld: Nerds und Models, Autobauer und Sandalenhersteller, kluge und geschäftstüchtige Menschen. Aber auch Dilettanten und Halbweltgestalten. Und die wachsen sich für den neuen Wirtschaftszweig gerade zur Gefahr aus. Im Kampf um Aufmerksamkeit drohen sie dessen wichtigstes Gut zu zerstören: Glaubwürdigkeit.

Das SZ-Magazin hat Influencer, Insider, Anwälte und Abmahner  getroffen – und einen Einblick in eine wilde neue Welt bekommen. Warum der Youtuber Flying Uwe eine Strafandrohung über 500 000 Euro erhielt. Wie Pamela Reif in kurzer Zeit von einer Abiturientin zum Megastar wurde. Wie Abmahnvereine und windige Gestalten versuchen, aus dem Geschäft Geld zu ziehen.

Lesen Sie die Wirtschaftsreportage jetzt mit SZ Plus:

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