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aus Heft 04/2018 Ein Interview ohne Worte

Sagen Sie jetzt nichts, Moritz Bleibtreu

Fotos: Axel Martens

Der Schauspieler Moritz Bleibtreu im Interview ohne Worte über Spießigkeit, sein Doppelkinn, seine Kindheit im Problemviertel und seinen wertvollsten Besitz.



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Geboren
13. August 1971 in München
Beruf Schauspieler
Ausbildung
Schauspielschulen in Rom und New York
Status
Dreht ein Ding nach dem nächsten

Er hat eine Rolle in Quentin Tarantinos Film Inglourious Basterds abgelehnt. Klar, das wirkt erst mal wahnsinnig. Aber dann erzählt Moritz Bleibtreu, dass er halt schon was mit Fatih Akin ausgemacht hatte, einem Freund und ebenfalls tollem Regisseur. Und schon wieder klingt er einfach cool. Überhaupt wirken die Geschichten, die er in Interviews erzählt, so, als wären sie passiert, um das Publikum zu entzücken: Als Kind begleitete er seine alleinerziehende Mutter, die Schauspielerin Monica Bleibtreu (auch sie: toll), ins Theater, turnte durch Maske und Requisite. Dann die Jugend im Hamburger Problemviertel St. Georg. Klauen im Gemüseladen, eine Nacht im Gefängnis und damit eine Anekdote, die extragut zu seinen Gangsterfilmen passt. Als Erwachsener lebt Bleibtreu dagegen unspektakulär: »Mit mir ist privat wenig los, ich bin ein Langweiler«, sagt er. Beruflich geschieht umso mehr: Durchbruch mit Lola rennt, Deutscher Filmpreis, nach Lammbock auch Star der Kifferszene, Rollen neben Sophie Marceau und Brad Pitt. Gerade kam er mit Nur Gott kann mich richten in einer typischen Bleibtreu-Rolle ins Kino: Frisch aus dem Knast entlassen, will er ein letztes, sicheres Ding drehen. Laut Bleibtreu ist der Film trotz aller Gewalt irgendwie romantisch.

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