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Kaisers Klassik-Kunde

Kaisers Klassik-Kunde  19 Kommentare

Folge 86: Die schönste Stimme der Welt

Joachim Kaiser über die phänomenale Sängerin Christa Ludwig, die Schuberts schaurigen Männerzyklus "Winterreise" interpretieren kann wie keine andere Frau. Und auch kein Mann.

Von Joachim Kaiser

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Der große Mann des Feuilletons der Süddeutschen Zeitung geht online: Joachim Kaiser öffnet sein Klavierzimmer und beantwortet in seiner Video-Kolumne Fragen der Leser des SZ-Magazins zu klassischer Musik.

Haben Sie eine Frage? Schicken Sie eine Mail an kaiser@sz-magazin.de.

Kommentare

  • Gerd Franke

    Fischer-Dieskau und Christa Ludwig – schon in Ordnung; aber bei diesem Thema die sensationelle Wiedergabe der “Winterreise” durch Christian Gerhaher und Gerold Huber mit keinem Wort zu erwähnen zeugt von keinem großen Überblick über die verfügbaren Einspielungen.

  • Gabor Kreisky

    Sehr subjektiv, dieser Artikel, und irgendwie gestrig. Die Substanz Ihrer Beiträge, Herr Kaiser, hinkt dem Platz, den Ihnen die SZ einräumt, weit hinterher!

  • Anonym

    Christa Ludwig Franz Schuber Die Winterreise auf YouTube:
    http://www.youtube.com/watch?v=69npOP61MFs

  • Wolfgang Kriegel

    Hier irrt Herr Kaiser. Wer einmal den “Leiermann” von Christine Schäfer gehört hat, weiß, wie die “Winterreise” idealerweise gesungen gehört. Voller Fahlheit, allem vordergründig “schönen” Trauerwohllaut entkleidet, schlichtweg ergreifend trostlos.

  • Henry Schmid

    “Grosser Mann des Feuilletons”? Wohl eher eitles Fossil mit dem Hang zur Belehrung . Neben exzellenter Sangeskunst ist die Beurteilung der Interpretation vor allem auch eine persönliche Geschmacksfrage! Insofern ist der Header, dass sie es besser singt als ein Mann, grosser Quatsch und lediglich ein rein persönlicher Geschmack.

  • S.

    Na, Herr Franke, Sie haben wohl immer was zu meckern? ;)
    Vielen Dank jedenfalls für den Hinweis auf Gerhaher und Huber. Suche schon länger nach einer guten “modernen” (nur im Sinne der Aufnahmetechnik) Einspielung der Winterreise.
    Bei Fischer-Dieskau ist es auf Grund der Schaffensfülle natürlich etwas schwerer. Nach Herrn Kaisers Hinweis auf die Jahre `60 bis `70 werde ich es nun mal mit einer Aufnahme von 1966 mit Jörg Demus versuchen.
    Und Christa Ludwig? Ich gebe zu, der Gedanke, eine Frau könne die Wintereise interpretieren, wäre mir nie gekommen, aber nun bin ich neugierig.
    Da werd ich mich in den nächsten Wochen wohl auf einige Winterreisen begeben. Immerhin, das Wetter passt ja einigermaßen …

  • dr.roland brandel

    Zustimmung zu Herrn Kriegel.Frau Schaefer ist “meine”Winterreise.Sollten sich einige Herren einmal anhoeren.Am besten vorurteilslos.

  • Detlef Lührsen

    @Henry Schmid: Ihre Kommentare “eitles Fossil” und “großer Quatsch” sind im Hinblick auf die erfahrene, stilsichere und glänzend vermittelnde Kritiker-Persönlichkeit Joachim Kaisers arrogant und ungehörig, zumal Sie uns nicht wie andere Beiträger beachteswerte Alternativen wie Christine Schäfer, Christian Gerhager oder Gerold Huber vorstellen.

  • Interessierter Laie

    @ Gabor Kreisky
    Sie schreiben vollkommen zu Recht: “Sehr subjektiv, dieser Artikel”! – Aber, wenn ich richtig gehört habe, hatte man Prof. Kaiser um seine (!) Meinung gebeten. Die Frage war nicht: “Herr Prof. Kaiser: was meint wohl Gabor Kreisky …”. Hätte er darauf geantwortet, hätte er das Thema verfehlt.

  • Gerd Franke

    Nun denn, meine Herren Brandel und Kriegel, ich will Ihnen Ihre Begeisterung für die Schäfer’sche Winterreise nicht ausreden, möchte aber doch einwerfen, dass diese Absolutsetzung nicht das letzte Wort sein kann: Für mich sind etwa “Der greise Kopf” oder die “Nebensonnen” in Schäfers Interpretation einfach zu nett, zu mädchenhaft, um wahr zu sein. Bei Gerhaher läuft’s mir dagegen jedesmal kalt den Rücken herunter. Und wenn man die “Winterreise” erst mit ihm und Huber im Konzert erlebt, vergisst man fast zu atmen!

  • Hans Meyer

    Wer singt am überzeugensten die “Winterreise”? Alles eine Frage der eigenen
    Mentalität für dieses herrliche Werk. Für mich singt Peter Anders die Wintereise
    sehr überzeugend.

  • Peter Schoberth

    Ich bin dem Beitrag von Anoym mit dem Hinweis auf youtube sehr dankbar. Ich habe mir das angehört. Nach dem dritten Lied habe ich mich verabschiedet. Das gefällt mir ja überhaupt nicht. Z. B. kommt das Pianissimo beim 1. Lied “Will dich im Traum nicht stören” nicht vor, die Tiefen im 3. Lied “Ei Tränen, meine Tränen” hören sich schrecklich an oder sollte es so sein? Hätte sie das mal 20 Jahre früher gesungen. Aber jede Kritk ist subjektiv. Herrn Kaiser gefällts.

  • Gerd Franke

    Ich habe mich bisher zu der Einspielung in youtube nicht geäußert, weil ich hoffte, Kaiser meine nicht gerade diese Interpretation. Wenn doch, wäre seine Einschätzung ein krasses und unverzeihliches Fehlurteil; denn zu der Problematik des musikalischen Geschmacks, der ja sehr zeitabhängig ist, kommt noch, dass Ludwig über weite Strecken hinweg ganz einfach unsauber singt, sprich: detoniert. Man darf da bei einer außerordentlich verdienten Sängerin nicht zu beckmesserisch sein – aber ausgerechnet das als überzeitlichen Maßstab hinzustellen, das geht doch erheblich zu weit!

  • ernst kraus

    @ gerd franke
    Bei allem gebührendem Respekt vor Ihrer Meinung, jedoch dürfen Sie gewiss davon ausgehen, dass der wie auch Gerhaher in München lebende Joachim Kaiser von der Einspielung Kenntnis besitzt. Ich kenne im übrigen auch die Einspielung, doch reicht die Tiefe und Aussagekraft Gerhahers nicht an die Fischer-Dieskaus wie auch der Ludwigs heran.
    Durch Nichterwähnung einem anderen Ahnungslosigkeit vorzuwerfen, erscheint doch etwas dürftig.
    Mit freundlichen musikalischen Grüßen, Ernst Kraus

  • Gerd Franke

    @ernst kraus
    Ihre Begeisterung für die Ludwig-Aufnahme verwundert mich etwas (s. auch den Kommentar von Schoberth). Da wäre ich schon sehr daran interessiert zu erfahren, welche Aufnahme das denn ist; denn das, was man in youtube hören kann, ist keinesfalls erstrangig. Meines Wissens kann man Ludwigs “Winterreise” nur noch als DVD bekommen, und das, so fürchte ich, ist das gleiche Konzert wie das in youtube.
    Zu meinem Vorwurf der Ahnungslosigkeit: Man mag ja Christa Ludwig als Hörer verfallen sein – wer heute über die “Winterreise” spricht und Gerhaher/Huber nicht erwähnt (auch wenn er daran etwas auszusetzen hat – das habe ich auch), ist ahnungslos oder bewusst ungerecht.

  • HansA

    Stimmen zu schätzen ist ja doch sehr höchstpersönlich.Fischer-Dieskau kann man in mindestens zehn Varianten seit 1948 haben. Manche, ich gehöre eher dazu, schätzen ihn als Monolith( Kesting), andere verdammen ihn.

    Der begrenzte Horizont ist eher das Problem. Schon beim Klavierbuch fehlten so viele hochinteressante Künstler, und bei den Sängern der Winterreise natürlich auch. Wer hat dieses Werk nicht alles gesungen ? Und dies erschütternd, wie etwa Peter Anders im Frühling 1945 in Berlin!

    Ich schätze Christa Ludwig sehr, aber nicht als Sängerin von Schubertliedern. Meist geht das nicht gut nebeneinander.Grosse Oper und Lied. Diese Miniaturen werden dann von der Opernstimme kaputtgemacht.

  • gedugat

    Hier irrt Herr Kaiser gewaltig,
    weil er einfach nicht genau und tief gehend eine Partitur zu studieren im Stande ist! Auch die späteren Aufnahmen mit Fischer-Dieskau sind ebenso herausragend, auch wenn seine Stimme nicht mehr so makellos gewesen ist.
    Aber gerade die schlankere und persönlichere Alters-Stimme und die gewachsene Erfahrung dieses großen Sängers ermöglichte Ausdrucksmomente und große Bögen, die dem jüngeren Sänger nicht möglich waren.
    Das in vielen Kommentaren Gerhaher, Huber, Schäfer, und Peter Anders auch nur in die Nähe dieses Jahrhundertsängers gerückt wird, schockiert mich.

  • Gattaca

    Sehr geehrte Damen und Herren Kommentatoren,

    aus gegebenem Anlass sehe ich mich motiviert, ein paar Zeilen zu den bisherigen Anmerkungen zu verfassen.

    Unfassbar, was mancherlei Zeitgenossen sich hier erlauben. Zunächst einmal gilt es zu reflektieren, erst anschließend sollte man das Ergebnis verbalisieren. Zudem haben sich nicht wenige Kommentatoren deutlich im Ton vergriffen. Herrn Professor Kaiser Inkompetenz (in welchen musikalischen Belangen auch immer) zu unterstellen ist schlicht in den Bereich einer schlechten Komödie zu verweisen.

    Zu jedem Stück, zu jeder Interpretation durch Sänger oder anderer Künstler und somit auch zu jeder Interpretation eines Kritikers darf und soll es lebhafte intellektuelle Diskussionen geben. Sinnlose, nicht belegte, zudem sprachlich grauenvoll vorgebrachte Äußerungen sollten lieber unterlassen werden.

    Eine mit oder über Herrn Kaiser geführte Diskussion sollte niveauvoll und mit Anstand geführt werden. Wer dazu nicht befähigt ist, der möge mit Wittgenstein schweigen und der Musik lauschen.

    Ich danke für die Aufmerksamkeit.

    Mit freundlichen Grüßen

    Gattaca

  • Gerd Franke

    Sehr geehrte(r) “Gattaca”,
    a) das Wort “Inkompetenz” wurde bisher zum ersten und einzigen Mal von Ihnen gebraucht;
    b) die Diskussion wird hier nicht mit Herrn Kaiser geführt (das wäre zweifellos interessant), sondern über seine Bemerkungen;
    c) die Aufforderung, zu schweigen, sofern man entweder das nötige Niveau oder den erforderlichen Anstand nicht vorzuweisen hat, verlangt von den betroffenen Personen, selbst Richter über sich zu sein und in den genannten Punkten Defizite bei sich zu erkennen. Haben Sie schon einmal erlebt, dass das funktioniert? Sie müssen also schon selber sagen, wer hier aus der Runde der Diskutanten auszuscheiden hat.
    d) Herr Kaiser hat über Jahrzehnte mit mehr oder weniger Anstand, mit mehr oder weniger Niveau und mehr oder weniger begründet über Künstler geurteilt und ihre Karrieren – sicher gelegentlich auch negativ – beeinflusst. Ihn aus der Pflicht zur sauberen Argumentation zu entlassen, nur weil irgendjemand einmal von “Kritikerpapst” geredet hat, ist völlig unangebracht.