Journalist, 25, bisexuell, Single, Großstadt
Dienstag
11.00 Ich sitze im Büro. Dabei fällt mir auf, wie sexy E-Mails sein können. Diese Distanz zum Empfänger hat etwas Sicheres: Man kann flirten, ohne dass es einem peinlich sein muss. Man kann schmutzige Sachen sagen und wenn man sich später bei einem Kaffee unterhält, wird es nicht mal erwähnt.
20.45 Habe ein bisschen gewichst. Wenn ich so drüber nachdenke, ist das eine seltsame Sache. Bei uns Jungs kann das ziemlich automatisiert sein. Manchmal sitzt man zu Hause und denkt sich: "So, jetzt mache ich den Abwasch und dann wichse ich noch ein bisschen." Es handelt sich dabei eher um eine chemische Reaktion als um echte sexuelle Erregung.
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Mittwoch14.20 Mittagspause. Im Park habe ich einen Jungen und ein Mädchen knutschen sehen. Knutschen ist großartig!
Donnerstag
15.00 Auf Youtube.com stoße ich auf ein Musikvideo von Britney Spears. Sie hüpft mit heraushängenden Titten und dem Bikinihöschen halb im Arsch herum. Was ist daran bitte sexy? Lauren Bacall hat sich nie ausgezogen. Die Art, wie sie sich bewegte, ihre Stimme benutzte, eine Augenbraue hob – solche Sachen machten sie sexy. Ich schätze, das ist der Grund, warum Flirten so viel spaßiger sein kann als Sex. Wenn man die Klamotten erst mal ausgezogen und alles erledigt hat, ist nicht mehr viel Geheimnisvolles übrig.
18.00 Im Aldi habe ich den hübschesten Jungen gesehen, der mir in meinem Leben über den Weg gelaufen ist. Eigentlich wollte ich nur Milch kaufen, bin dann aber letztendlich eine halbe Stunde im Laden herumgeschlichen.
Freitag
7.50 Ich sitze in der Küche und denke, dass wir alle ein viel besseres Leben hätten, wenn echter Sex genauso wäre wie im Film: nur die Highlights.
8.30 In der U-Bahn sitzt mir dieses ziemlich junge Mädchen mit sehr großen Brüsten gegenüber. Ich liebe große Brüste!
1.30 Dafür hasse ich Schwulenclubs. Nur angeberische, aufgeblasene Schlampen, die auf ihr Haare und ihre Schuhe achtgeben. Hier fühle ich mich wie ein abscheulicher alter Müllhaufen.
Samstag
11.00 Ich bummle durch die Stadt und muss daran denken, wie ich einmal Sex unter einem Baugerüst hatte. Alles, was ich davon hatte, war Muskelkater in den Armen vom Herumhängen am Gerüst. Und ich hatte auch mal Sex am Strand mit jeder Menge Sand am Rücken und einer Spinne in der Hose. Mir ist wichtig, dass es warm und gemütlich ist und sich in der Nähe ein Klo befindet.
4.30 Heute Nacht hatte ich Sex mit einem Dänen. Er war süß und man konnte sich nett mit ihm unterhalten. Leider war er sehr schlecht im Bett. Es war so langweilig, dass ich irgendwann von ihm heruntersprang und mich schlafen legte.
Sonntag
12.30 Ich sitze in der Küche und muss daran denken, wie ich meine Jungfräulichkeit verlor. Es gibt ja diese Vorstellung, dass dies eine große Offenbarung sein wird. Na ja, wenn man vier Minuten ungeschicktes Schnaufen und Keuchen als Offenbarung bezeichnen will, war es mit Sicherheit eine.
15.50 Die Leute scheinen zu glauben, dass es total sexy ist, einen Dreier zu haben. Ich gehöre nicht dazu. Ich habe es nur einmal in meinem Leben ausprobiert und es war ein Desaster.
Montag
13.30 Mittagspause. Während ich Leute betrachte, denke ich darüber nach, auf was für einen Typ Mädchen und Jungs ich stehe. Sie müssen langes, herabhängendes Haar haben, große breite Augen und eine kleine Elfennase. Und sie müssen ein bisschen zart und verloren aussehen. Das macht mich echt an, weil ich einerseits weiche Knie bekomme, mich aber gleichzeitig um sie kümmern muss.
(Auf der nächsten Seite: Alleinstehender Handelsvertreter. "Ich habe oft sexuell aufgeladene Träume, und kann deswegen auch meist nicht lange schlafen.")
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Was sagten schon die "alten Römer": Jeder ist selbst seines Glückes Schmied...!
23 Uhr 26
23 Uhr 31
Ich habe mich extra hier angemeldet damit ich die Erlebnisse der 64 jähirgen Altenpflegerin kommentrieren kann.
Zu dumm das sie schon am 08. January 2009 veröffentlicht worden sind.