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aus Heft 07/2009 Der perfekte Plan 1 Kommentar

Kölle Alaaf

Hier ist ein Vollrausch wichtiger als ein Stadtplan. Zur Vorsicht trotzdem ein paar Tipps für Gastjecken, die zwischen zwei Kölsch noch was mitkriegen wollen.

Von Ralf Niemczyk  Illustration: Zsuzsanna Ilijin



Vorab: Der Kölner Karneval zeigt seinen Charme frühestens nach dem neunten Kölsch. Ob bei den Prunksitzungen oder beim Karneval auf den Straßen, der an Weiberfastnacht, also am Donnerstag vor Faschingsdienstag, auf dem Alter Markt beginnt.

Von dort geht es Richtung Südstadt, wo das Reiter-Korps Jan von Werth die Saga vom Marktmädchen Griet aufführt. Das Viertel mit hoher Kneipendichte ist kunstvoll auf Dauerabsturz dekoriert. Im »Backes« etwa, wo die Belegschaft des Verlages Kiepenheuer & Witsch am Donnerstag die großen Exzesse der Literatur nachempfindet, ist schon mancher mürrische Autor zum selig grinsenden Teilzeit-Jeck mutiert.
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Mit erstaunlichem Stehvermögen finden sich einige Jecken später auf den Tischen des »Alcazar« wieder. Während der Freitag zum Ausdünsten im Büro genutzt wird, gibt es das erste Kölsch bereits am Samstagmorgen auf dem Neumarkt beim »Biwak«, wo die historische rot-weiße Stadtgarde aufmarschiert. Später bereitet man sich in den Brauhäusern auf die »Schull- und Veedelszöch« am Sonntag vor, auf denen sich Schüler und Vereine präsentieren.

Am Rosenmontag schließlich ist die Innenstadt komplett überfüllt. Doch Kenner finden den echten Spaß erst bei den Dienstagsumzügen in den Vororten, bevor in der Nacht zum Aschermittwoch mit der Verbrennung der Strohpuppe »Nubbel« alle Verfehlungen gesühnt sind. Und manch »Roter Korsar« später dann nach seiner Zauberfee aus der Südstadt fahndet.


ADRESSEN:
Donnerstag: Alter Markt (Auf der Karte: Punkt 3), ab 11.11 Uhr: Schunkeln mit Clowns und Boxenludern.
Jan & Griet (Punkt 4), Severinstorburg, Chlodwigplatz: Historienspiel und Auftakt der Südstadt-Sause, ab 14 Uhr.
Backes (Punkt 5), Darmstädter Str. 6, Tel. 0221/31 11 67. Schon mancher Karnevals-Skeptiker wurde hier weichgetrunken, ab 15 Uhr.
Alcazar (Punkt 6)
, Bismarckstr. 39a, Tel. 51 57 73, www.alcazar-koeln.de: Tanzmarathon, ab 19 Uhr.
Samstag
: Funken-Biwak (Punkt 1), Neumarkt, Vorglühen mit Funkenmariechen, ab 10.30
Uhr.
Sonntag: Weißer Holunder (Punkt 2), Gladbacher Str. 48, Tel. 51 34 75,
www.weisser-holunder.de. Feierkneipe, täglich ab 18 Uhr.
Montag: Rosenmontagszug (Punkt 7), ab 10.30 Uhr von der Südstadt ins Gereonsviertel. Frühzeitig Tribünenplatz oder Fenster am Weg sichern!
Dienstag: Veedelszoch (punkt 8), Venloer Straße in Ehrenfeld, ab 14 Uhr. Vorstadtkarneval im Umfeld des Moschee-Neubaus.
Nubbel-(Strohpuppen)verbrennung (Punkt 9) vor der Eigelsteintorburg, Mitternacht.

Kommentare

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  • Björn Horn (0) Sehr geehrter Herr Niemczyk,
    vorab einen schönen Gruß aus dem fröhlichen Köln!
    Zuerst hab ich gejubelt meine geliebte Feierstätte in diesem Magazin zu erblicken, aber dann... der Stadtplan! Großes Eigentor!!! Wenn man also schon behauptet man könnte sich den Karneval nur schön trinken, dann gehe ich mal davon aus dass Gleiches an Ihrem Arbeitsplatz gilt!? Allenfalls die Ziffern 7, 8, 9 sind richtig zugeordnet. Also wenn das nicht als kleine Herausforderung für Feierwillige gedacht war müsste man ja mit dem kölschen Grundgesetz antworten: Et hätt noch immer joot jejange!
    Meinereiner wird so oder so vor Ort sein und ein paar Stängelchen auf die Süddeutsche trinken!
    Bes demnähx!
    Bjoern Horn.