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aus Heft 09/2010 Familie 1 Kommentar

Sind das meine Augen?

Die größte Verletzung, die ein Mann erleiden kann: Er ist stolzer Vater zweier Kinder - und erfährt eines Tages, dass sie nicht von ihm sind. Protokoll eines Traumas.

Von Okka Rohd (Protokoll) 



Guck mal, sagte sie und hielt mir einen Test unter die Nase, wir kriegen ein Baby. Kurz habe ich gestutzt und mich gefragt, ob das zeitlich überhaupt hinkommen konnte, aber dann siegte doch die reine, große Freude. Bei Bastians* Geburt war ich dabei, ich habe die Nabelschnur durchschnitten, mein Sohn war das Allergrößte für mich. Ich dachte: Vielleicht wird jetzt alles wieder gut.

Unsere Ehe war nicht wirklich glücklich, meine Frau oft kalt wie ein Eisberg; wenn sie überhaupt Gefühle hatte, dann verbarg sie sie vor mir. Leider änderte sich zwischen uns durch Bastis Geburt gar nichts, sie blieb schweigsam, distanziert und kalt. Aber mit dem Kleinen war sie toll, eine richtig gute Mutter. Zwei Jahre später legte sie mir wieder einen positiven Schwangerschaftstest auf den Frühstückstisch.
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Wie sollte denn das gehen? Seit Monaten hatten wir keinen Sex mehr. Sie aber fragte, ob ich die Nacht nach der Party vergessen hätte, als wir beide betrunken waren? Dann fing sie an zu weinen und sagte: Du tust ja gerade so, als ob dieses Kind nicht von dir wäre. Was für eine Party, welche Nacht meinte sie? Trotzdem misstraute ich meinen Gefühlen, weil ich mir sicher war: So eine Geschichte denkt sie sich nicht einfach aus.

Auch über Marvin* habe ich mich sehr gefreut. Doch nach seiner Geburt wollten die Zweifel überhaupt nicht mehr aufhören. Weder er noch Basti sahen mir im Geringsten ähnlich – und meiner Frau auch nicht so richtig. Ich bin blond und kräftig, die Kinder sind schmal und dunkelhaarig. Monatelang habe ich gegrübelt, dann habe ich meine Frau auf meine Zweifel angesprochen. Sie ist daraufhin aufgestanden und wortlos aus dem Zimmer gegangen. Ihr Verhalten hat mich leider nicht überrascht.

So ganz unschuldig an meinem Unglück bin ich ja auch nicht gewesen: Ich habe viel zu oft weggeschaut und ihr noch das unmöglichste Verhalten durchgehen lassen. Schon am Anfang unserer Beziehung ist sie immer wieder auch mit anderen ausgegangen, sie hat es nicht einmal verheimlicht. Und wenn ich wissen wollte, ob da was läuft mit anderen Männern, sagte sie nur: Was du nicht weißt, macht dich nicht heiß. Und ich bin einfach nicht der Typ, der hinwirft, wenn es schwierig wird.

* Namen von der Redaktion geändert

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  • taed dhrn (0) So lange von Mutter und Vater belogen und betrogen worden zu sein ist hoffentlich das Schlimmste was mir in diesem Leben geschehen sein wird. Die Welt - mitsamt gesamtem Universum - brach für mich in der Stunde der Erleuchtung zusammen, alles um mich herum verschwamm für Jahre vor meinen Augen. Vor allem meine Mutter habe ich seitdem bis aufs Blut gehasst. Wer da nicht genug Humor oder Kreativität besitzt stirbt vermutlich. Manchmal wünsche ich mir sie hätten mir nie die Wahrheit gesagt. Ein Kuckuckskind.