aus Heft 30/2011 Politik 7 Kommentare
Ende einer Dienstreise
Ein Jahr nach dem Buch: Was haben Ruhm und Geld, Aufmerksamkeit und Hass mit Thilo Sarrazin gemacht? Wir haben ihn auf seiner Lesetour durch Deutschland begleitet.
Von Alexandros Stefanidis Fotos: Paul KranzlerBitte warten, die Bildergalerie wird geladen...
Im niederbayerischen Deggendorf braucht Thilo Sarrazin fast eine Stunde, bis er das erste Mal von Kopftuchmädchen spricht. Der Moment wirkt wie ein Weckruf, ein Ruck geht durch das Publikum. »Endlich!«, sagt ein Mann mittleren Alters in der letzten Reihe und hebt den Kopf, um besser zuhören zu können. Er hat zwanzig Euro Eintritt bezahlt, um Sarrazin live zu erleben. Doch er wird enttäuscht. Kein provokantes Zitat, nicht mal ein lockerer Spruch über mit Gemüse handelnde Türken oder Araber. Die anwesenden Journalisten der Lokalpresse schauen ebenso ratlos drein wie das TV-Team, das einen Film über ihn dreht. Selbst auf die Frage aus dem Publikum, wie man es schaffen könne, die Türken in Deutschland wieder in ihre Heimat zu schicken, damit sie den Deutschen nicht auf der Tasche lägen, antwortet Sarrazin emotionslos: »Ich habe nichts gegen türkische Menschen. Wenn sie gut Deutsch sprechen, einen ordentlichen Beruf ausüben, unsere Gesetze achten und sich an unsere Sitten und Gebräuche anpassen, ist nichts gegen sie einzuwenden.« Das klang schon mal anders. Der Mann in der letzten Reihe sackt wieder in sich zusammen.
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Sarrazins Auftritt in Deggendorf Ende Juni ist so etwas wie der erschlaffte, abgekühlte Ausgang der hitzigsten deutschen Kontroverse seit dem Historikerstreit zwischen Ernst Nolte und Jürgen Habermas Mitte der Achtzigerjahre. »Jede Siegesserie geht einmal zu Ende, jede Welle erreicht irgendwann den Strand, es konnte ja nicht ewig so weitergehen«, sagt Sarrazin nach seinem Vortrag. Er meint damit, dass in Deggendorf statt der erwarteten tausend Besucher nicht einmal 200 gekommen sind. Sarrazin wirkt nicht wirklich traurig darüber, aber er ist erschöpft. Das merkt man daran, dass er stottert. Er stottert immer, wenn er müde ist. Das Stottern, sagt Sarrazin, komme von einer Operation am Facialisnerv vor sieben Jahren. Der Facialisnerv steuert dreißig Gesichtsmuskeln. Seit dem Eingriff ist Sarrazins rechte Gesichtshälfte gelähmt, sein rechtes Augenlid hängt etwas herab. Häufig zuckt es auch unkontrolliert. Daher hat man im Gespräch mit ihm manchmal die Vermutung, er zwinkere einem freundschaftlich zu. Aber das ist absurd. Thilo Sarrazin zwinkert nie.
Fast ein Jahr ist es nun her, dass der Jahresbestseller 2010 Deutschland schafft sich ab erschienen ist. Politiker, Journalisten und Wissenschaftler zankten sich monatelang über die Bedeutung dieses Buches. Angela Merkel nannte das Buch »dumm« und »nicht hilfreich« in Sachen Integration, SPD-Chef Sigmar Gabriel verlangte Sarrazins Ausschluss aus der Partei, sogar Bundespräsident Christian Wulff mischte sich ein, indem er feststellte: »Der Islam gehört zu Deutschland.« FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher dagegen verstieg sich zu der These, es gehe im Fall Sarrazin um nichts weniger als die Meinungsfreiheit, der Publizist Henryk M. Broder sprach sogar von einer »Hexenjagd« gegen Sarrazin. Die Debatte hat das Land zweifellos gespalten, in Sarrazin-Befürworter und Sarrazin-Gegner. Aber was ist eigentlich mit Thilo Sarrazin? Hat die Debatte auch ihn verändert? Wie hat er das vergangene Jahr erlebt?
München, Reithalle, Ende September 2010. Angekündigt ist eine Podiumsdiskussion zwischen dem Handelsblatt-Chefredakteur Gabor Steingart, dem Münchner Soziologieprofessor Armin Nassehi und Sarrazin. Aber Steingart und Nassehi werden vom Publikum niedergebuht oder ausgepfiffen, sobald sie sich zu Wort melden. Sarrazin sitzt, die Beine über Kreuz, auf dem Podium, seine Hände liegen ruhig im Schoß. 800 Zuhörer sind gekommen, die Reithalle ist ausverkauft. Wie alle seine Auftritte zu dieser Zeit. Vielleicht muss man anstatt Auftritt oder Podiumsdiskussion auch Kundgebung dazu sagen. Denn die Menschen in der Reithalle huldigen ihm. Standing Ovations, »Bravo«-Rufe, donnernder Applaus. Sarrazin ist der neue Star in Deutschland, sein angeblicher Mut, das auszusprechen, was sich der »kleine Mann auf der Straße« nicht traut, hat ihn innerhalb weniger Wochen zum Anführer der deutschen Wutbürger gemacht. Sarrazin genießt den Zuspruch des Publikums. Nach Wochen der »Unterdrückung und Verleumdung«, wird Sarrazin später sagen, »waren das Momente, die unter die Haut gingen«.
- Seite 1: Ende einer Dienstreise
- Seite 2: Sarrazin will kein Goebbels sein
- Seite 3: Die Motivation der Provokation
- Seite 4: Nicht mehr nur der Mann hinter den Kulissen
- Seite 5: »Ich werde mein Parteibuch mit ins Grab nehmen«
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17 Uhr 32
http://myshortbiography.blogspot.com/
LEARN TRUTH ABOUT UNITED NATIONS, AMNESTY INTERNATIONAL AS WELL AS NEW WORLD ORDER(MULTICULTURALISM = TERRORISM) GOVERNMENTS(Equal Employment Opportunity Commission) !!! NOT THERE TO PROTECT YOUR RIGHTS, BUT TO DENY YOUR RIGHT TO EXISTENCE !!!
ABDUCTIONS / FORCED BRAIN CHIP IMPLANTS / BLACKLISTING / FORCEFUL UNEMPLOYMENT / MK-ULTRA BRAINWASHING AGAINST WHITE(under "NAZI" lie) CIVILIAN POPULATION TODAY IN 2011/2012 ACROSS THE EUROPE AND NORTHERN AMERICA !!!
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WHY TO ACCEPT LIABILITIES FOR CRIMES COMMITTED WHEN WE CAN SIMPLY ASSASSINATE OUR VICTIMS(YOU) THANKS TO HUMAN RIGHTS ORGANIZATIONS AND FREE PRESS/MEDIA(most severe censorship of genocide ever !!!)!!
Related to WHITES AREN?T WELCOME IN AMERICA ANY LONGER !!! http://www.youtube.com/user/BostjanAvsec
08 Uhr 17
Mit dem Echo auf sein Buch ist klar geworden, wie tief Ausländerfeindlichkeit in diesem Lande verwurzelt ist, wie gespalten unsere Gesellschaft ist.
Und vor allem, wie wenig nötig ist, um diese Feindlichkeit aus dem Verborgenen hervorzuholen.
Isa Bernd nannte sie die ewig Gestrigen. Das ist weit gefehlt, es sind die Heutigen, die solche Sorgen machen. Es ist eine Generation, die in einer doch so weltoffenen Gesellschaft aufgewachsen ist und gebildet worden sein soll.
Ist das Ganze dann nicht auch ein Spiegelbild dieser Bildung?
Unterm Strich: Sarrazin hat das Publikum, das er verdient, auch jenen, die enttäuscht sind, wenn er ihre hochgeschraubten Erwartungen nicht erfüllt, weil er dann doch nicht so deutlich, wie erwartet, wird.
Sein Buch jedenfalls war kein Schritt nach vorn auf dem Weg zu mehr Integration.
14 Uhr 21
14 Uhr 11
PS. Herr Meiser, Sie sollten sich schämen!
22 Uhr 18
Bevor er sein nächstes Buch schreibt, sollte er sich auf eine norwegische Insel zurückziehen und den Rat der Musikstudentin befolgen und gründlich darüber nachdenken, was er anrichtet.