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aus Heft 48/2011 Essen & Trinken

Astrid Purzer: früher im IT-Marketing, heute Rohkost-Lieferantin

Susanna Bingemer  Fotos: Julian Baumann

Früher machte diese Frau Marketing für Computer, heute bringt sie den Menschen etwas ganz anderes nahe: gesunde Ernährung.

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Sie sind grün, rot oder gelb und werden in schicken Fläschchen direkt an die Haustür geliefert – die frisch gepressten Säfte aus der Entgiftungsküche Astrid Purzers. Mit Romanasalat, Weißkohl, Apfel, Ingwer und Zitrone oder Karotte, Orange und Aloe Vera, die Mixturen sind gesund und noch besser: Sie schmecken. Delikat, überraschend, manchmal leicht scharf. Und sie machen tatsächlich irgendwie satt.

Astrid Purzer hat Deutschlands ersten Lieferservice für eine Rohkostkur gegründet, mit der man entschlacken kann. Dass sich viele Experten über diesen Begriff lustig machen (»Schlacken gibt es nur im Klärwerk«), ringt der klugen Geschäftsfrau ein Lächeln ab. »Wer Schlechtes isst, fühlt sich schlecht«, sagt sie. Und umgekehrt gilt auch: Gute Nahrung lässt einen aufblühen.

Ihre Kunden sind überwiegend berufstätige Frauen, aber deren Männer holen allmählich auf. Oft wollen sie abnehmen, viele fühlen sich nach ein paar Tagen Purzer-Diät fitter, können sich besser konzentrieren, bekommen Komplimente für strahlende Augen. Das sollen die vielen Enzyme und Antioxidantien bewirken, die den Stoffwechsel anregen. Purzer ist für ihre Säfte und Salate die perfekte Werbefigur: schlank, lange, blonde Haare, glatte Haut. Sie wirkt viel jünger als 39. Vor ein paar Jahren noch hatte sie einen gut bezahlten Job als Marketingfrau bei Microsoft. Es lief super, allerdings wurde sie immer unzufriedener: »Ich passe einfach nicht in die IT-Branche.« Sie erholte sich vom Dauerstress bei einer Ayurveda-Kur in Indien und hatte dort die Idee: Entstressen und entgiften zu Hause – das wärs, eine Detox-Kur, die ins Haus geliefert wird. Angelehnt an Ayurvedarezepte, angepasst an Europäer in Zeitnot. Im Herbst 2009 startete sie ihr Unternehmen Detox Delight.

Morgens um vier Uhr werden in der Küche eines Münchner Hinterhoflofts die Saftpressen angeworfen. Acht Stunden schnippeln, pressen und verrühren zwei Köche Algen, Äpfel, Beeren oder Weizengras. Alle zwei Tage wird frische Ware geliefert, unbehandelt und der Jahreszeit entsprechend. Die Säfte werden zudem dreimal gefiltert.

Die Kunden können wählen: entweder fünf Säfte den Tag über und für abends wahlweise eine Mandelmilch, eine Suppe oder ein veganes Gericht, oder das »Botanical Delight«-Menü: Da darf dann zum Beispiel Müsli mit Reismilch gegessen werden, Salat mit Thaispargel, Ananas, Zuckerschoten und Kokos-Peperoni-Dressing oder Eisberg-Mango-Wraps mit Falafel und Limetten-Dattel-Dip.

Der Geschmack der Gerichte kommt vor allem durch die Rohstoffe, gewürzt wird zurückhaltend, »und wenn, dann eher spicy«. Anregungen für neue Kombinationen holt sich Astrid Purzer aus Büchern, von weltweiten Communitys und Ernährungsexperten aus den Detox-Metropolen Los Angeles, New York und London: »Dort sind sie schon weiter mit diesem Trend, kennen noch mehr spannende Geschmacksrichtungen.« Fünf Tage Kur inklusive Lieferservice kosten 245 Euro, aber die Zielgruppe ist offenbar groß genug: Inzwischen hat Purzer schon Filialen in Berlin und Paris gegründet, »aus dem arabischen Raum kommen erste Anfragen«.

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