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bedeckt München
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aus Heft 26/2014 Ein Interview ohne Worte

Sagen Sie jetzt nichts, Tori Amos

Fotos: Alfred Steffen

Die Musikerin Tori Amos über High Heels, ihre männliche Seite und Haare als Sitz der Seele.



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TORI AMOS

Geboren:
22. August 1963 in Newton, North Carolina
Beruf: Musikerin
Ausbildung: Musikkonservatorium (abgebrochen)
Status: Rotkehlchen

Mehr als zwanzig Jahre ist es her, dass Tori Amos allein mit ihrem Bösendorfer-Flügel auf Welttournee ging. Damals wurde sie zum Idol einer Generation junger Frauen gemacht: sensibel und kompliziert, aber auch stark, intelligent und musikalisch ebenso eigenwillig wie tiefgründig. In ihrem Lied Me and a Gun etwa verarbeitete Amos, wie sie von einem Fan vergewaltigt worden war; 1994 gründete sie eine kostenlose Hotline für Missbrauchsopfer. Auf einmal war da eine Frau, die nicht nur einen guten Hintern oder eine faszinierende Stimme, sondern auch Haltung und Persönlichkeit in die Welt der Popmusik einbrachte. Und jetzt? Ist sie auch schon 50, was ja eigentlich kein Alter ist, aber für Frauen im Musikgeschäft eben schon. Einen Teil des Jahres lebt Amos in Florida, den anderen abgeschieden in Cornwall, weil ihre 13-jährige Tochter in London die Schule besucht. Sie war es, die ihrer Mutter vor einigen Monaten riet: »Mom, du bist stark, geh auf die Bühne und zeig es.« Und so kam es, dass Tori Amos wieder um die Welt reist – wieder allein, wieder mit dem Bösendorfer – und so leidenschaftlich und glockenhell wie damals klingt. Amos neues Album heißt Unrepentant Geraldines.
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