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Probier doch mal 18. September 2016

Streetfood vom Küchenfenster

Von Hans Gerlach (Text + Foto) 

Kapuzinerkresse kann viel mehr als nur schöne Dekoration zu sein. Unser Koch liebt sie als Pesto und kombiniert sie mit einem mexikanischen Streetfood-Klassiker.

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Auf den Tellern schicker Restaurants und in teuren Salatmischungen finden sich oft die bunten Blüten der Kapuzinerkresse. Leuchtend rot, orange oder gelb. Kapuzinerkresse-Blätter spielen komischerweise weder in den Salatmischungen noch in den Restaurants eine Rolle - dabei wachsen natürlich an jeder Kapuzinerkressepflanze viel mehr Blätter als Blüten. Und die Blätter schmecken mindestens genauso gut wie Gartenkresse oder Brunnenkresse. Gleichmäßig rund geformt werden die Blätter so groß wie eine Kinderhand. Man kann sie deshalb auch sehr gut füllen, zum Beispiel so wie wilde Pfefferblätter oder noch viel einfacher: jedes Blatt mit jeweils einer Scheibe Räucherlachs aufrollen und mit Creme fraiche servieren.

Bekanntlich haben wir beim SZ-Magazin ein Herz für Minderheiten und auch für kulinarische Underdogs. Bei mir wächst Kapuzinerkresse deshalb auch im Garten und auf dem Fensterbrett. Jetzt im Spätsommer sind die Pflanzen jedoch in Gefahr: Regen zerzaust die Blüten, der erste schwache Nachtfrost wird auch die Blätter sofort dahinraffen. Das wäre schade, deshalb ist jetzt die Zeit für Zubereitungen, mit denen ich vorbeugend größere Mengen Kapuzinerkresse verarbeiten kann. Haselnüsse passen gut dazu. Für mein Pesto nehme ich manchmal Haselnussmus, manchmal auch geröstete Haselnüsse. Das hängt davon ab, welcher Mixer gerade zur Hand ist, das altertümliche Modell meiner Mutter zum Beispiel wäre mit ganzen Nüssen überfordert. In der veganen Version schmeckt Kapuzinerkresse-Pesto wunderbar leicht, scharf und nussig und hält sich vor allem auch sehr gut in Kühlschrank oder Gefrierfach. Mit Spaghetti, Reisnudeln oder als Dip zu Gemüse kann - wer will - später trotzdem noch geriebenen Käse unterrühren.

Doch das sind die Anwendungen, die bei jedem Pesto nahe liegen. Zufällig habe ich aber das Kapuzinerkresse-Pesto auch mit gegrillten Maiskolben probiert - das passt perfekt und gibt dem mexikanischen Streetfood-Klassiker »Elote« einen ganz neuen europäischen Dreh.

Gegrillte Maiskolben mit Kapuzinerkresse-Pesto

Für 4 Portionen:
1-2 Limetten
100 g Allgäuer Bergkäse
4 frische, saftige Maiskolben
4 EL Mayonnaise oder Butter
grobe Chiliflocken

Für das Pesto:
50 g Kapuzinerkresseblätter (2 Hände voll und ein paar Blätter und Blüten extra, zum Servieren)
1 kleine Knoblauchzehe
1/2 TL Salz
150 ml Rapsöl oder Haselnussöl
3 EL Haselnussmus (oder geröstete Haselnüsse)
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Limetten achteln, den Käse grob raspeln. Alle Zutaten für das Pesto miteinander fein pürieren - in diesem Rezept verwenden wir Pesto und geraspelten Käse getrennt, falls Sie das Pesto wie ein klassisches Basilikumpesto verwenden wollen, einfach zusätzlich 50 g Käse untermixen. Maiskolben auf dem Grill bei mittlerer bis großer Hitze etwa 10 Min. von allen Seiten grillen, am besten mit Deckel. Maiskolben mit Limetten, Mayonnaise, Chiliflocken, geriebenem Käse, Kapuzinerkresse-Pesto und einer großen Serviette servieren...



 

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