Sie haben Ihren Adblocker auf unserer Seite aktiviert. Bitte deaktivieren Sie diesen für SZ.de! mehr zum Thema

bedeckt München 21°
Anzeige
Anzeige

aus Heft 30/2017 Ein Interview ohne Worte

Sagen Sie jetzt nichts, Sunnyi Melles

Fotos: Tibor Bozi

Die Schauspielerin im Interview ohne Worte über ihre Ängste, den morgendlichen Blick in den Spiegel und darüber, was sie von ihren Kindern gelernt hat.



Anzeige
Geboren
7. Oktober 1958 in Luxemburg
Beruf Schauspielerin
Ausbildung Otto-Falckenberg-Schule in München
Status Prinzessin auf der Bühne

Es war einmal ein Mädchen, das in der Garderobe seiner Mutter einschlief, den Pudergeruch in der Nase, den Traum im Kopf, Künstlerin zu werden. Damals konnte sie nicht ahnen, dass sie einmal Peter Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Sayn heiraten und nicht nur eine große Schauspielerin, sondern auch eine richtige Prinzessin sein würde. Zu Kopf gestiegen ist es ihr nicht. »Man glaubt«, hat sie mal gesagt, »als Prinzessin wohne ich in einem Schloss, aber ein Schloss besitze ich nur an meiner Tür.« Sunnyi Melles wuchs nach der Trennung der Eltern, die aus Ungarn geflohen waren, bei der Mutter in Basel auf, ohne Pass, staatenlos. So war ihre erste Rolle die einer Außenseiterin, aber Melles war schon damals kess. Wenn Leute sich über den ungarischen Akzent ihrer Mutter lustig machten, wies sie sie in lupenreinem Schweizerdeutsch in die Schranken. Als Schauspielerin war sie Goethes Gretchen, Lessings Emilia Galotti, die Buhlschaft bei den Salzburger Festspielen, gehörte zum Ensemble der Münchner Kammerspiele und des Wiener Burgtheaters, bald wird sie für einen ZDF-Fernsehfilm die letzte deutsche Kaiserin Auguste Viktoria spielen. Melles gilt als kompliziert, aber mal ehrlich, wo kämen wir hin, wenn große Schauspieler auf einmal anfingen, easy zu werden.

Anzeige