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Nackte Zahlen: Sexkolumne 11. September 2017

Nicht jeder Trend ist sextauglich

Von Alena Schröder  Illustration: Eugenia Loli

Glitzerpillen für den Intimbereich sind der neueste Erotiktrend aus den USA. Geht's noch? Und was kommt als nächstes?

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Uns Experten für »Nackte Zahlen« ist nichts Menschliches fremd, dennoch müssen auch wir ob des ein oder anderen Trends aus der Wunderwelt der Erotik bestürzt den Kopf schütteln: Aus den USA erreichen uns Warnungen von Gynäkologen, immer mehr Frauen würden sich als »Passion Dust« (auf Deutsch »Staub der Leidenschaft«) vertriebene Glitzerpillen einführen, um beim Sex »untenrum« in allen Farben des Regenbogens zu glitzern und darüber hinaus nach Zuckerwatte zu schmecken.

Abgesehen davon, dass der unsachgemäße Gebrauch von Glitzerpartikeln gefährliche Entzündungen im Intimbereich auslösen kann, muss man sich doch mit Schaudern fragen, welche Vorstellung von Intimität Menschen haben, für die eine Vagina aussehen, riechen und schmecken sollte wie ein Produkt aus Regenbogen-Barbies Cupcake-Manufaktur. Ist der Erfolg eines solchen Produkts ein Zeichen für die zunehmende Infantilisierung der Erotik? Und welcher Kinderspielzeugtrend wird als nächstes für die sexuellen Abgründe Erwachsener missbraucht? Folgende Schreckenszenarien und Albtraumprodukte sind denkbar:

Nippel-Fidget-Spinner
Eine Weiterentwicklung der Nippelklemme, für alle, die ohnehin am liebsten an Brüsten »rumschrauben«. Stundenlanger Spielspaß ist garantiert, wegen Sucht- und Hypnosegefahr könnte es bei übermäßigem Gebrauch jedoch zu Triebverminderung kommen.

Nackt-Nerf-Schlachten
Spielzeuggewehre mit Schaumstoffmunition könnten in Darkrooms und Swingerclubs Erotik und Wehrsport miteinander verbinden oder bei Bedarf zur Abwehr von Vordränglern beim Rudelbumms eingesetzt werden. Auch Paintballhallen könnten FKK-Zonen einrichten.
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Sexy Hatchimals
Sexspielzeuge, die in Plastik-Eiern versteckt sind und erst tagelang bekuschelt und gestreichelt werden müssen, bis sie durch die Schale brechen und ihrem eigentlichen Zweck zugeführt werden können.

TipToi für erogene Zonen
Der orangefarbene Zauberstift, der beispielsweise Tier- oder Traktorengeräusche von sich gibt oder kindgerecht die Arbeitsabläufe bei der Rübenernte erklärt, wenn man mit ihm die Seiten eines TipToi-Bauernhofbilderbuchs antippt, könnte auch mit einer Sonderedition »Erogene Zonen des Menschen« auf den Markt kommen. Statt den Körper des anderen im Direktkontakt zu erkunden, liefert der Sex-TipToi bei Berührung der entsprechenden Körperstellen Informationen, Gebrauchhinweise und Hintergrundwissen zu Klitoris, Brustwarzen, Hodensack u.ä.

SM-Lego
Nach Lego-Friends, Star-Wars-Lego, Lego-Technik, Ninjago, Nexo-Nights und Architektur-Lego ist es nur naheliegend, den süßen Schmerz, den Legosteine auf nackter Haut (Fußsohlen) hervorrufen, für Sado-Maso-Spielereien zu nutzen. SM-Folterkeller mit Andreaskreuzen, Strafböcken und Gynstühlen aus Legosteinen könnten der nächste Versuch werden, die Zielgruppe für Lego zu erweitern. Eigene SM-Lego-Themenparks mit Barfuß-Pfaden und großen, mit Playmobil durchmischten Sortierboxen sind ebenfalls denkbar.

Porno-Sammelsticker
Nach den durchschlagenden Erfolgen der Sammelkarten- und Sammelstickerindustrie, die von Fußballspielern über StarWars-Charaktere bis hin zu YouTube-Stars alle kindlichen Zielgruppen durchgespielt hat, könnten Pornodarstellersammelkarten mit den Stars der Szene der nächste Schritt sein, um auch adoleszente und erwachsene Käuferschichten anzusprechen. Sonder-Kooperationen mit Supermarktketten und Tankstellen (bei jedem Einkauf eine Gratis-Sammelkarte pro 10 Euro Warenwert) könnten auch sonst weniger pornoaffinen Zielgruppen erreichen.
Alena Schröder

ist freie Autorin und lebt in Berlin. Sie gelobt, keine »arm, aber sexy«-Kalauer in dieser Kolumne unterzubringen, die sie im Wechsel mit Till Raether schreibt.

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