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aus Heft 37/2017 Gesellschaft/Leben

»Luxus ist eine Notwendigkeit, die niemand braucht«

Von Michael Ebert und Sven Michaelsen  Foto: Dan Cermak

Der Cartier-Chef Cyrille Vigneron erklärt, wie Platon das Wesen der Luxusindustrie zusammenfasst - und warum Frauen und Männer Schmuck stets gemeinsam kaufen sollten.

Der Cartier-Chef Cyrille Vigneron in der Unternehmenszentrale nahe Genf.
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SZ-Magazin: Was denken Sie beim Anblick von Frauen, die mit ihrem Schmuck aussehen wie ein üppig behängter Christbaum?

Cyrille Vigneron: Luxus ist nicht das Gegenteil von Armut, sondern von Vulgarität. Deshalb wäre es in meinen Augen ein Fehler, mit Schmuck Neid erwecken zu wollen. Ein Collier soll die Menschen über Schönheit und Raffinement staunen lassen, nicht über den Preis. Die ostentative Zurschaustellung von Reichtum hat nichts mit Eleganz zu tun.

In einem Roman von Martin Walser heißt es: »Je auffälliger der Schmuck, desto bedauernswerter die Frau.«
Falsch! Bei Schmuck ist entscheidend, wer ihn wie trägt. Ein glamouröses Collier macht eine glamouröse Frau noch glamouröser. Perfekte Beispiele sind Monica Bellucci und Naomi Campbell. Bei ihnen kann der Schmuck gar nicht prächtig genug sein. Mangelt es einer Frau an Persönlichkeit, betont ein auffälliges Collier diesen Mangel. Eine Regel bei Schmuck lautet: Was zu groß ist, macht eine Frau klein. Was zu opulent ist, lässt eine Frau alt aussehen. Umgekehrt gilt übrigens das Gleiche: Zu kleiner Schmuck macht eine Frau klein.

Warum ist Schmuck für viele Frauen ein Fetisch?
Schmuck hat die Macht, dass sich eine Frau schön fühlt, und wer sich schön fühlt, wird automatisch ein wenig schöner.

Können Sie bei der Begegnung mit einer Frau entscheiden, ob ihr Schmuck echt ist oder nicht?
Nein, hundertprozentige Gewissheit gibt es bei diesem Thema nicht. Ist der Schmuck aus Zirkon, sehe ich das auf den ersten Blick. Bei großen, weißen Diamanten ist die Entscheidung auch leicht. Die Unsicherheit beginnt bei farbigen Steinen.
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Was sind die typischen Fehler eines Mannes, der einer Frau Schmuck schenken will?
Die meisten Männer kaufen das, was ihnen selbst gefällt. Oder sie suchen etwas aus, was ihnen das angenehme Gefühl gibt, großzügig zu sein. Es ist ein Fehler, eine Frau mit Schmuck überraschen zu wollen. Edelsteine werden auf der Haut lebendig, ihr Aussehen ändert sich von Frau zu Frau. Deshalb sollte ein Mann niemals Schmuck kaufen, ohne ihn zuvor am Körper der Beschenkten ausprobiert zu haben.

Was, wenn man eine Frau unbedingt überraschen will?
Dann lassen Sie sie vier, fünf Schmuckstücke zu unterschiedlichen Gelegenheiten anprobieren. Die Überraschung wäre dann, welches davon sie am Ende von Ihnen bekommt. Wenn Sie Schmuck partout selbst kaufen wollen, sollten Sie mit dem Juwelier ein Umtauschrecht vereinbaren und die Beschenkte um unbedingte Ehrlichkeit bitten. Es ist traurig, wenn eine Frau ein Schmuckstück nur aus dem Grund trägt, ihren Mann nicht vor den Kopf zu stoßen.

Kann man sich wenigstens einen Ring selbst aussuchen?
Besser nicht, denn auch Ringe sind ein delikates Thema. Woher wollen Sie wissen, ob der Ring Ihrer Wahl auf dem Mittel- oder Ringfinger der Beschenkten besser aussieht? Ohne diese Frage entschieden zu haben, können Sie die Ringgröße nicht wählen.

Wie viele Armbanduhren besitzen Sie?
Um die zwanzig.

Nach welchen Kriterien wählen Sie morgens Ihre Uhr?
Nach Stimmung und Anzugfarbe. Zu einem braunen Anzug passt eine goldfarbene Uhr besser als eine silberfarbene. Der soziale Kontext, der mich erwartet, ist ebenfalls entscheidend. Bei einem Galadinner wirkt eine diamantbesetzte Uhr stimmig, beim zwanglosen Zusammensein mit Freunden an einem Sonntagnachmittag ist sie deplatziert.

Welche Uhr tragen Sie, wenn Sie mit brutal schlechter Laune aufwachen?
Ich wache niemals mit schlechter Laune auf.

Produktversprechen: Trägst du Modell »Tank«, schmust Marilyn Monroe mit dir. Falls du Yves Montant heißt.


In welcher Reihenfolge prüfen Sie das Äußere eines Mannes?
Gesicht, Hände, Uhr, Schuhe, Körperhaltung. Schuhe verraten am ehesten, wie ausgeprägt das Stilbewusstsein eines Mannes ist. Wer ausgetretene, ungeputzte Schuhe trägt, interessiert sich nicht für Mode und elegantes Erscheinen.

Was fällt Ihnen auf, wenn Sie bei einer Männerrunde auf die Handgelenke schauen?
Dass viele eine Uhr tragen, die schon lange nicht mehr zu ihnen passt. Mit der eigenen Uhr ist es oft wie mit dem eigenen Parfüm: Nach ein paar Wochen nimmt man beides kaum noch wahr. Deshalb tragen so viele fünfzigjährige Männer Uhren, die ihnen standen, als sie 25 waren.

Eine Stilregel besagt, man solle zum Smoking keine Armbanduhr tragen. Überholt?
Ja, aber beachten Sie, dass mit einem Smoking nur elegante, sehr flache Uhren harmonieren. Eine voluminöse Sportuhr, die nicht unter die Manschette passt, würde mein ästhetisches Empfinden stören.

Es heißt, Cartier produziere rund 400 000 Uhren im Jahr.
Diese Zahl kommentiere ich nicht.

Was bürgt heute für einen größeren Distinktionsgewinn: eine Uhr zu einem vierstelligen Preis oder ein maßgefertigter Regenschirm?
Der Unterschied ist: Ein Schmuckstück spricht, ein Regenschirm bleibt stumm. Wie Sie sehen, trage ich das »Love Bracelet« von Cartier am Handgelenk. Wenn mein Blick darauffällt, sagt eine Stimme in mir: »Dieses Armband hast du zu deinem zehnten Hochzeitstag bekommen, deine Frau trägt das gleiche.«

Die »Panthère« wurde in den Achtzigern entworfen und ist heute ein Klassiker.


Das »Love Bracelet« wurde 1969 entworfen und hat sich bis heute millionenfach verkauft. Ist der Luxus dabei, sich zu Tode zu siegen?
Sie benötigen einen speziellen Schraubendreher, um das »Love Bracelet« vom Handgelenk zu entfernen. Ein stärkeres Symbol für unverbrüchliche Zusammengehörigkeit ist kaum vorstellbar. Deshalb stört es mich nicht, wenn ich das gleiche Armband bei anderen sehe. Wer bei uns das Einmalige sucht, den verweisen wir an unsere Abteilung für Spezialanfertigungen. Dort können Sie in Zusammenarbeit mit unseren Schmuckdesignern ein Unikat fertigen lassen.

María Félix, eine aus Mexiko stammende Filmdiva und Femme fatale der Fünfzigerjahre, erschien 1975 in einem Cartier-Geschäft mit einem lebenden Babykrokodil aus ihrem Privatzoo. Das in einem Glasbehälter schwimmende Reptil sollte als Vorlage für eine aus zwei Krokodilen geformte Halskette dienen, die sie in Auftrag gab. Gibt es solche Exzentrikerinnen heute noch?
Nein, aber das Geschäft mit Sonderanfertigungen blüht nach wie vor. María Félix gehörte übrigens zu den kaufkräftigsten Kundinnen in der Geschichte von Cartier. Ihr Krokodilcollier ist immer noch eine Delikatesse für die Augen. Es ist mit 1023 gelben Diamanten und 1060 Smaragden besetzt. Die beiden Krokodile, 27 und 30 Zentimeter lang, lassen sich trennen und können als Brosche getragen werden. Tragen Sie die Krokodile als Collier, können Sie die halsnahen Beine abnehmen und durch krallenlose Füße ersetzen. So vermeiden Sie Irritationen Ihrer Haut.

María Félix starb 2002 an ihrem 88. Geburtstag. Wer trägt das Collier heute?
María Félix beschloss eines Tages, ihr Leben neu zu beginnen und verkaufte das Collier. Vor gut zwanzig Jahren gelang es uns, das Stück für unsere Sammlung zu erwerben. Monica Bellucci trug es 2006 bei den Filmfestspielen in Cannes.

Daisy Fellowes, Mode-Ikone, Journalistin bei Harper’s Bazaar und Erbin eines Millionenvermögens, das mit Singer-Nähmaschinen verdient wurde, ließ sich 1936 bei Cartier ein Collier mit 832 Brillanten, 49 Rubinen, 55 Saphiren und zwanzig Diamanten machen. 15 Jahre später trug sie es zum ersten und letzten Mal auf einem Maskenball in Venedig. Zuletzt gesehen wurde das Schmuckstück 1994 am Hals von Caroline von Monaco beim Rot-Kreuz-Ball. Wie ist es dorthin gelangt?
Kein Kommentar.

Es heißt, Ihr Haus habe das Collier 1991 in Genf für 2,5 Millionen Schweizer Franken ersteigert und an Caroline von Monaco ausgeliehen.
Auch das möchte ich nicht kommentieren.

Wer hat 2017 die spektakulärste Sonderanfertigung in Auftrag gegeben?
Wir arbeiten seit zwei Jahren an der Replik einer Halskette einer indischen Maharani. Die Auftraggeberin kam mit einer Sammlung ungewöhnlich großer Diamanten zu uns, die sie über viele Jahre zusammengetragen hatte. Ihre Order war, dass die spektakulärsten Diamanten der Kette abnehmbar sein müssten, um sie als Ring oder Ohrringe tragen zu können. Bei handwerklichen Herausforderungen dieser Art hüpft natürlich unser Herz.

Überbringen Sie Schmuckstücke dieser Preisklasse persönlich?
Ja, das kommt vor.

Bei amerikanischen Hip-Hop-Stars war es mal Mode, sich mit Juwelen zu behängen oder die Vorderzähne mit sogenannten Grills zu dekorieren, also aus Gold oder Platin gefertigten Schmuckstücken, die oft mit Diamanten verziert waren. Empört Sie Luxus in unwürdigen Händen?
Wer Luxus für bestimmte Personenkreise reservieren will, steht auf dünnem Eis, trotzdem: Wenn Luxus nicht mit Eleganz gepaart ist, schlägt er in Protz um. Protz lässt einen zwar staunen, aber eine Stimme in uns sagt: Hier will jemand angeben. Und Angeberei ist etwas, was uns die Flucht ergreifen lässt. Firmen wie Cartier sind auch dazu da, Menschen in aller Bescheidenheit zu sagen, was zu ihnen passt und was nicht. Stil ist Schulung.

Angenommen, ein Hip-Hop-Star kommt in ein Cartier-Geschäft und ordert zwei Dutzend Diamanten für seine Vorderzähne: Nehmen Sie den Auftrag an?
Nein. Das Ergebnis würde nicht zur Stilphilosophie unseres Hauses passen.

Keuschheitsring: Den Schraubenzieher zum Öffnen des »Love Bracelets« verwahrt der Partner.


Cartier wirbt mit dem zeitlosen Design seiner Produkte. Gieren die Menschen nicht eher nach Mode, Zeitgeist, dem Jetzt und Heute?
Ich möchte Ihnen eine Frage stellen: Aus welchem Jahr, glauben Sie, stammt der Schreibtisch, den Sie hier in meinem Büro sehen?

Siebziger?
Das ursprüngliche Design stammt aus dem Jahr 1928. Es ist ein Entwurf von Le Corbusier. Zeitloses Design heißt, dass Sie nicht in der Lage sind zu sagen, aus welcher Zeit ein Objekt stammt. Die »Tank«-Uhr wurde 1917 von Cartier entworfen. Hundert Jahre später ist die »Tank« immer noch eines unserer meistgekauften Produkte. Was unterscheidet die »Tank« von einem Konzert der Rolling Stones im Jahr 2017? Die Rolling Stones sind in die Jahre gekommen, die »Tank« nicht.

Der Philosoph Friedrich Nietzsche schrieb: »Der Hang zum Luxus geht in die Tiefe eines Menschen: Er verrät, dass das Überflüssige und Unmäßige das Wasser ist, in dem seine Seele am liebsten schwimmt.« Richtig?
Ich sehe keinen Grund, mich mit Nietzsche zu streiten. Luxus ist eine Notwendigkeit, die niemand braucht, ein Fluchtversuch vor der Mühsal und Monotonie des Lebens. Sobald Menschen den Kampf um ihr physisches Überleben gewonnen haben, beginnen sie, nach einem ästhetischen Mehrwert zu suchen. So entstehen Schönheit, Kunst und Grandeur. Tiere kennen dieses Verlangen nach Selbstbelohnung nicht. Der Wunsch nach Luxus gehört also zum menschlichsten des Menschen. Was bleibt von großen Kulturen übrig? Ihre Prachtbauten und ihre Luxusgüter. Das Neue Museum auf der Berliner Museumsinsel ist für mich eines der prägendsten Erlebnisse gewesen. Die Nofretete erfüllt keinen Zweck, aber sie spricht nach mehr als 3000 Jahren immer noch zu uns, weil sie Kunst ist. Das Gleiche lässt sich über Bach, Schubert oder Beethoven sagen. Ihre Musik ist nicht notwendig, aber sie definiert unser Menschsein und macht unser Leben lebenswert.

»Es ist ein Fehler, eine Frau mit Schmuck überraschen zu wollen«

Sie vergleichen eine Cartier-Uhr mit Bach und Beethoven?
Nein. Wir schaffen keine reine Kunst, wir produzieren angewandte Kunst.

Als Melania Trump im Januar dieses Jahres das Weiße Haus in Washington besuchte, überreichte sie Michelle Obama einen Geschenkkarton von Tiffany. Das Foto ging um die Welt, und in den sozialen Netzwerken spekulierten Millionen von Menschen, welches Tiffany-Produkt in dem Karton war. Haben Sie bei dieser Gratis-PR vor Wut in den Teppich gebissen oder voller Schadenfreude gelacht?
Weder noch. Wie Sie wissen, gibt es Fotos, die beweisen, dass Michelle Obama privat unsere »Tank« trägt – und sie steht ihr wunderbar. Diese Sorte PR gefällt mir besser als Melania Trump mit ihrer Tiffany-Box. Bei ihrer Hochzeit trug Kate Middleton ein Diadem, das sie als Zeichen des Übergangs von der englischen Königin bekommen hatte. Elisabeth II. bekam dieses Diadem von ihrer Mutter, die es wiederum von ihrem Vater hatte. Ich darf sagen, dass dieses Diadem von Cartier gefertigt wurde. Der Wahlspruch unseres 1847 gegründeten Hauses lautete lange: »König der Juweliere, Juwelier der Könige«. Zwischen 1904 und 1939 war Cartier Hoflieferant von 15 Königsfamilien.

Im Mai dieses Jahres haben Sie in Los Angeles ein überarbeitetes Modell der vor 34 Jahren entworfenen »Panthère«-Uhr mit einer Celebrity-Party gefeiert. Unter den Gästen waren neben Filmgrößen wie Sienna Miller und Kirsten Dunst auch Paradiesvögel wie Dita Von Teese und Marilyn Manson. Nach welchen Kriterien suchen Sie Menschen aus, die für Cartier Werbung machen sollen?
Bei Celebrities weiß man oft nicht, warum sich so viele Menschen für sie interessieren. Sie sind berühmt für ihr Berühmtsein, ohne kreativ, originell oder inspirierend zu sein. Deshalb bevorzugen wir bei Kooperationen Menschen mit erkennbarem Talent, die zudem für Eleganz und Stil stehen. Diese Liste reicht von David Lynch über Sofia Coppola bis zu Patti Smith.

»Auch die Büste der Nofretete erfüllt keinen Zweck, aber sie spricht nach 3000 Jahren immer noch zu uns, weil sie Kunst ist«


Ihre Umsätze mit Schmuck wachsen zweistellig, bei Uhren dagegen sollen Sie dramatische Absatzprobleme haben.
Unser Fehler in der Vergangenheit war, auf zu vielen Hochzeiten tanzen zu wollen. Auf den Bereich sportlicher oder ultramaskuliner Herrenuhren hätten wir besser weniger Fokus setzen sollen, denn eine zu breite Produktstreuung verwässert den Markenkern. Wir haben unser Portfolio korrigiert und wachsen inzwischen auch bei Uhren wieder.

Leihgabe: Herzogin Kate trug zur Hochzeit ein Cartier-Diadem, das ihr Königin Elisabeth überließ.


Als Sie im Januar 2016 Chef von Cartier wurden, ordneten Sie an, Uhren im Wert von 250 Millionen Euro von Einzelhändlern zurückzunehmen. Warum?
Zu der Summe, die Sie nennen, will ich nichts sagen, aber wenn Uhren Ladenhüter sind, müssen Sie handeln, denn sonst gewähren die Einzelhändler Rabatte, und das darf bei einem Haus wie Cartier nicht sein. Wir haben wie eine Bank gehandelt, die faule Kredite aufkauft. Besser man wird einmal klatschnass, als immer wieder nass zu werden und irgendwann an Grippe zu sterben.

Warum ist der Uhrenabsatz auch bei Ihren Konkurrenten geschrumpft?
Zu unseren hausgemachten Themen kam eine Marktkrise. Der Umsatz mit Uhren hat sich in den vergangenen sechs Jahren nahezu verdoppelt. Verantwortlich dafür war vor allem die enorme Prosperität in China. Als unsere Händler 2015 Uhren für das nächste Jahr orderten, rechneten sie nicht damit, dass der Luxuskonsum in China 2016 dramatisch einbrechen würde. Auf einem Überangebot zu sitzen, verletzt die wichtigste Regel auf dem Luxusmarkt: Die Nachfrage muss größer sein als das Angebot, denn sonst töten Sie die Begehrlichkeit. Sie haben Nietzsche zitiert, ich zitiere Platon: »Begehren kann man nur das, woran man Mangel hat.« Sobald wir das Gewünschte haben, begehren wir es nicht mehr – und unsere Liebe und unser Verlangen lassen nach. Deshalb gibt es in der Liebe so selten Glück.

Jeder Handybesitzer weiß, wie spät es ist. Warum überhaupt noch Uhren?
Weil Ihnen eine wertvolle Uhr die Frage stellt, ob Sie jede kostbare Minute Ihrer begrenzten Lebenszeit sinnvoll nutzen.

Jedes neue Cartier-Modell lässt sich spätestens nach sechs Monaten als Kopie im Internet kaufen. Ihre Vorgänger haben deshalb in öffentlichen Spektakeln Kopien mit Dampfwalzen vernichten lassen. Von Ihnen ist nichts Vergleichbares bekannt.
Der Kampf gegen Kopien ist nur schwer zu gewinnen. Also bemühen wir uns, es als Kompliment zu sehen, wenn man uns kopiert.

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