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aus Heft 43/2017 Familie

Um sechs wird das Internet leider abgeschaltet

Von Max Fellmann  Foto: Winnie Lievens

Not macht erfinderisch: Manchmal sehen Eltern keinen anderen Ausweg als eine kleine Lüge. Wir haben die absurdesten gesammelt.

Auch eine echte Elternlüge: »Smarties würden dir nicht schmecken. Die sind so was Ähnliches wie Tomaten, nur kleiner.«


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Die Tiere, die da am Straßenrand liegen? Die machen nur ein Nickerchen.


Wenn du im Schwimmbad ins Wasser pinkelst, wird das Wasser grün.

Oje, Schatz, für das kleine Auto mit der Sirene gibt es keine Ersatzbatterien.

Schiel nicht! Wenn du das zu lange machst, bleiben die Augen so.

Tut mir leid, wenn beim Eiswagen Musik läuft, heißt das, das Eis ist aus.

Wenn du lügst, werden deine Ohren rot.

Mach keinen Unsinn in deinem Zimmer, ich kann durch Wände sehen.

Geh nie zu fremden Männern ans Autofenster, die haben alle keine Hose an.

Wenn du popelst, bricht dir irgendwann der Finger ab.

Ehrlich, um sechs Uhr wird das Internet abgeschaltet.

Wer Pommes isst und danach ins Wasser springt, dem platzt der Bauch auf.

Iss ruhig die Quittenmarmelade, das ist gelbe Nutella!

Keine Sorge, der kleine Eisbär ist nur grad nicht da, weil er Ferien macht. Dem geht’s gut.

Vom Fernsehen bekommst du viereckige Augen.

Wenn du Kaugummis verschluckst, pappen die im Magen zusammen und bilden irgendwann einen Riesenball.

Du hast rote Ohren, du musst ins Bett.


Im Verhältnis zwischen Eltern und Kindern gibt es zwei entscheidende Momente der Erkenntnis. Der eine Moment kommt, wenn man als Kind zum ersten Mal versteht, dass die Eltern nicht immer die Wahrheit sagen. Von wegen, in zehn Minuten sind wir endlich am Meer! Kein bisschen wahr, dass im Schrank keine Schokolade mehr ist! Die lügen! Obwohl das doch totalabsolutvölligmegaverboten ist! Man ist natürlich sehr empört und schwört sich, das den eigenen Eltern nie zu verzeihen.

Viele Jahre später der zweite Moment der Erkenntnis: Man hat selbst Kinder, will alles richtig machen, pädagogisch, moralisch und überhaupt – und plötzlich hört man sich sagen, doch, glaub mir, die Eisdiele hat heute ausnahmsweise zu. Notlüge. Verboten!

Gibt es Eltern, die stets ehrlich sind? Oder lügen sie alle hier und da? Sei es, um die eigenen Nerven zu schonen, weil die Bettel-Battle kein Ende nimmt. Oder um den Kindern Trauer und Enttäuschung zu ersparen (Stichwort tote Tiere). In beiden Fällen mit schlechtem Gewissen, selbstverständlich. Auf die Gefahr hin, dass die Kinder wiederum Jahre später die empörenden Unwahrheiten immer noch im Hinterkopf haben.

Aber wenn es gut läuft, werden die Notlügen irgendwann zum Running Gag, über den die verschiedenen Generationen noch auf vielen Familienfeiern gemeinsam lachen. In Internetforen und auf reddit.com gibt es ganze Listen, in denen Menschen die schönsten Lügen ihrer Eltern sammeln; auch aus der Redaktion des SZ-Magazins sind für die Sammlung auf dieser Seite ein paar zusammengekommen. Und wenn man da so drüberschaut, hat man vielleicht doch den Eindruck: Eine kleine Lüge hier und da ist nicht so schlimm. Ganz ehrlich.
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Max Fellmann

hat selbstverständlich noch nie in seinem Leben gelogen. Falls es aber SZ-Magazin-Leser gibt, die sich an lustige Notlügen in ihrer Familie erinnern: Schicken Sie sie bitte an redaktion@sz-magazin.de- wir sammeln weiter.

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