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Probier doch mal 06. Januar 2018

Grüner Zaubertrank

Von Hans Gerlach (Text & Foto) 

Sie sind als Kind nicht in den Kessel von Miraculix gefallen? Dann trinken Sie einfach »Bulletproof Matcha«. Der Tee wirkt wie ein magisches Gebräu und schmeckt mit einem kleinen Trick wunderbar cremig.

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Hier meine Detox-Anregung für ewige Jugend in 2018. Matcha-Tee, also pulverisierter grüner Tee, wirkt gegen oxidativen Stress, fängt freie Radikale und hilft so die Zellalterung zu bremsen. Das ist nicht neu, doch was soll das eigentlich heißen? Eine schöne Erklärung der naturwissenschaftlichen Zusammenhänge hörte ich kürzlich in einer Sendung des Bayerischen Rundfunks: Freie Radikale sind Sauerstoff-Moleküle, in deren Elektronenhülle einzelne Elektronen vorkommen. Diese Einzel-Elektronen versuchen sich mit jeweils einem zweiten Elektron zu verbinden, dabei reißen sie diese aus anderen Molekülen heraus. Das alles spielt sich nicht theoretisch ab, wie im Chemieunterricht, sondern ganz konkret in jeder einzelnen Zelle unseres Körpers. Man nennt den Vorgang oxidativen Stress. Krankheiten und Tod sind die Folge, wenn irgendwann sehr viele Moleküle beschädigt sind. Freie Radikale entstehen durch die üblichen Verdächtigen, Feinstaub oder Rauchen, aber vor allem auch, wenn unsere eigenen kleinen Kraftwerke in den Körperzellen Energie produzieren. Ältere Kraftwerke in älteren Zellen machen mehr Abfall – also freie Radikale – als neue Kraftwerke.

Zum Glück helfen die Inhaltsstoffe mancher Lebensmittel dabei, freie Radikale zu binden. Im grünen Tee sind das zum Beispiel spezielle Polyphenole. Leider schmeckt Tee aus Matcha-Pulver ziemlich bitter, ich mag ihn nicht, obwohl mir Artischocken oder Radicchio sogar sehr gut schmecken. Doch mein Guru in Fragen gesunder Ernährung, meine Frau Susanna, mixt den bitteren Sud für ihren morgendlichen Tee mit einem Löffelchen Kokosöl. Damit wird aus dem grünen Tee plötzlich ein zartbitter-cremiger Genuss. Der Effekt ist  ganz ähnlich wie bei einem guten Espresso, in dem sich duftende Kaffeeöle mit dem bitteren Kaffee mischen. Wie bei jedem Ernährungstrend gibt es aber natürlich auch einen ehemals übergewichtigen Amerikaner, der in Tibet Tee mit ranziger Butter trank, geheilt wurde und mit »Bulletproof Coffee« ein Geschäftsmodell aus seiner Erfahrung machte. Mit einem Tropfen Fett schmeckt der Matcha-Tee jedenfalls wunderbar, mehr Ideen meines persönlichen Gurus das gesunde Pulver genussvoll zu verwenden finden Sie hier.

Bulletproof Matcha

Für einen großen Becher oder zwei Tassen:

1 TL Bio-Kokosöl
1 gehäufter TL Matcha-Tee-Pulver 
300 ml Wasser

Wasser aufkochen, in eine Kanne oder ein anderes Gefäß umgießen, so dass das Wasser auf ca. 80 Grad Celsius abkühlt. Mit Kokosöl schaumig mixen und genießen.



Probier doch mal: Bulletproof Matcha from Süddeutsche Zeitung Magazin on Vimeo.

Noch mehr entdecken! Die besten Rezepte aus dem SZ-Magazin und der Süddeutschen Zeitung auf Das Rezept




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