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Gesellschaft/Leben 26. Januar 2018

MeToo - und nu?

Foto: DPA

Es wurde viel debattiert über »MeToo«, die Bewegung gegen Sexismus - doch wie lässt sich die Debatte in Gesellschaft und Alltag übertragen? Unsere Autorin hat den Selbstversuch gewagt und Sexisten mit deren Aussagen konfrontiert.



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Es beginnt mit dem großen Mut Einzelner. Dem Mut zu erzählen, was einem angetan wurde, wohl wissend, dass es die Welt eher lieber nicht glauben wollen wird. Weil es unbequem ist. Weil es Veränderungen abnötigt, auch im eigenen Verhalten, wenn man diese Anschuldigungen ernst nimmt. Egal, wer sich wem gegenüber sexistisch geäußert oder übergriffig verhalten hat: Sobald der Vorwurf im Raum steht, muss man auf ihn reagieren. Der Mann, die Frau und auch die anderen. Und für alle ist das unangenehm.
 
Die natürliche Hürde, eine große Hürde - im Herbst wurde sie genommen. Von vielen mutigen Frauen, die den TV-Produzenten Harvy Weinstein beschuldigt haben. In Deutschland wurde sie genommen, als viele mutige Frauen, auch jüngst wieder, den Filmregisseur Dieter Wedel beschuldigten.
 
Nur: Wie kann nun aus #MeToo – was erst ein mutiger Schritt, dann eine journalistische Enthüllung und schließlich ein weltweit genutzter Hashtag war – eine veränderte Gesellschaft entstehen? Wie kommt die Bewegung, die begonnen hat mit Fehlverhalten im Alltag – zwischen zwei Personen, einem Mann, einer Frau - wieder genau dorthin zurück: in den Alltag, zwischen Frau und Mann?
 
Zwischendurch mag sie alle Formen angenommen haben, wurde theoretisch besprochen im Feuilleton, es haben sich Männer geäußert und Frauen, grundsätzlich und eher persönlich. Es wurden Namen genannt, manche zu Recht, manche zu Unrecht. Es wurden die Grenzen abgesteckt, das Ende des Flirts beweint und eine neue Ära ausgerufen.

Die Autorin Emilia Smechowski hat sich für das SZ-Magazin mit Sexismus nicht theoretisch auseinander gesetzt, sondern ganz praktisch. Was sagen, wenn ein Kollege einen einfach küsst und die Zunge in den Hals schiebt? Was tun, wenn man als begehrenswert vorgestellt wird, wo man eigentlich zum Arbeiten hingekommen ist? Was, wenn der Fahrlehrer laut wird und aggressiv, während man bei 160 km/h neben ihm im Auto sitzt und seine erste Autobahnfahrt absolvieren muss? Was, wenn einem auf der Straße hintergeschnalzt wird, von Jungs, die höchsten halb so alt sind? Unsere Autorin hat die Männer angesprochen, gestellt und höflich gefragt, was das soll – und ob ihnen bewusst sei, dass sich das erniedrigend anfühle. Keiner hat die Antwort darauf verweigert.

Ein Experiment mit neuen Einsichten. 

Lesen Sie den Selbstversuch unserer Autorin mit SZ Plus.


 
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