aus Heft 18/2008 Luxus Noch keine Kommentare
Schön ist es, für die Welt zu sein
Luxus ist Wohltätigkeit. Die reichsten Menschen der Welt kaufen plötzlich hektarweise Land, nur um es verwildern zu lassen. Sie sagen, es gehe ihnen um Umweltschutz. Manchen von ihnen glauben wir das sogar.
Von Rainer Stadler
Douglas Tompkins war sicher nicht der Erste, der erschrak, als er den Kahlschlag in den Wäldern des kanadischen Bundesstaats British Columbia vom Flugzeug aus betrachtete. Wohl auch nicht der Einzige, der dabei am Sinn des Kapitalismus und Verstand der Menschen zweifelte. Aber er zog Konsequenzen, auch weil er das nötige Kleingeld hatte: Tompkins ist Gründer der Bekleidungsfirmen The North Face und Esprit, allein mit dem Verkauf von Esprit erlöste er 150 Millionen Dollar. Seit Anfang der Neunzigerjahre kauft er systematisch Land, um es vor der Gier und Zerstörungswut seiner Mitmenschen zu schützen.
Der US-Amerikaner kehrte seiner Heimat den Rücken und ließ sich an einem Ort nieder, wo sich die Natur noch im Gleichgewicht befindet: in Patagonien, im südlichen Teil von Chile und Argentinien. Der Umweltaktivist besitzt heute Berge, Täler, Gletscher, rund 10000 Wasserfälle und einen aktiven Vulkan, den Michimahuida. Er schuf den größten privaten Naturpark der Erde, den Pumalín Park in Chile, der 3250 Quadratkilometer umfasst und damit unwesentlich kleiner als Mallorca ist. Seit 1994 ist Tompkins mit Kris McDivitt verheiratet, die ihrerseits die Outdoor-Firma Patagonia gründete. Gemeinsam hat das Paar inzwischen mehr als 9000 Quadratkilometer Land in Südamerika gekauft, was der Größe von Zypern entspricht.
Anzeige
Dieses Land planen sie möglichst unversehrt an die Nachwelt zu übergeben. McDivitt sagt, es stehe den Reichen heute gut an, »etwas Dauerhafteres zu hinterlassen als einen Flügel voller Gemälde in irgendeinem Museum«.Die Ansicht scheint auch der US-Spekulant George Soros zu teilen, der 4000 Quadratkilometer Land in Südamerika kaufte. Der Benetton-Clan, zweitreichste Familie in Italien, erwarb dort sogar mehr als doppelt so viel. Der amerikanische Milliardär Ted Turner stieg vergangenes Jahr zum größten Landbesitzer in Argentinien auf. In seiner Heimat USA verfügt der Gründer des Nachrichtensenders CNN schon seit Jahren über mehr Land als jeder andere Privatmann. Ihn treibe die Furcht, dass »die Menschheit in ihr Verderben rast«, sagt er.
Die Leuchte
Das Modul-Regal
Der Eimer
Der Stapelhocker
20 Jahre
Sagen Sie
Perfekter Plan
CUS




Kommentare