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SZ-Diskothek

Das Musikblog von Johannes Waechter

SZ-Diskothek  43 Kommentare

Im Rausch der Klänge

Jetzt ist es raus: Kanadische Forscher haben ermittelt, dass Musik im Gehirn dieselbe Wirkung hat wie Drogen. Aber welche Musik knallt am dollsten?

Von Johannes Waechter

Dass Musik ein potentes Rauschmittel ist, wissen nicht nur die Fans von Jimi Hendrix und Grateful Dead. Auch die Anhänger von Johann Sebastian Bach, Udo Jürgens und Justin Bieber – um mal drei Namen in den Raum zu werfen – geraten in Ekstase, kaum dass die Klänge ihrer Idole ertönen, und brauchen in periodischen Abständen eine frische Dosis des begehrten Stoffs. Neue Erkenntnisse zur Wirkungsweise von Musik enthält nun eine Studie mit dem memorablen Titel “Anatomically distinct dopamine release during anticipation and experience of peak emotion to music”, die gerade in der Zeitschrift Nature Science veröffentlicht wurde. Ergebnis: Der Musikgenuss hat einen ähnlichen körperlichen Effekt wie der Drogengebrauch; vor allem wird eine erhöhte Dosis des “Glückshormons” Dopamin ausgeschüttet. “Our results help to explain why music is of such high value across all human societies”, resümieren die Forscher.

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Für Laien ist die Studie nicht gerade leicht verdaulich. Das Team um die Neurologin Valorie N. Salimpoor von der McGill-Universität in Montreal gibt umfangreichen Einblick in seine Methodik und untermauert die Ergebnisse mit Gehirnscans der Versuchspersonen, auf denen zu sehen ist, wo genau im Kopf das Dopamin bei besonders intensiven Musikpassagen seine Wirkung tut. Daneben wurden auch Herzschlag, Körpertemperatur, Hautbeschaffenheit und einige andere Werte gemessen, um einen physiologischen Beleg für die Gänsehaut zu finden, die besonders euphorische Momente manchmal begleitet.

Um die wissenschaftliche Relevanz dieser Studie zu bewerten, fehlt mir die Kompetenz. (Obwohl mir der Beweis, dass Musik zu Glücksgefühlen fühlt, ähnlich erwartbar vorkommt wie der Beweis, dass die Nahrungsaufnahme ein Gefühl der Sättigung nach sich zieht.) Interessant finde ich aber, welche Stücke die Probanden gehört haben, um zu maximaler musikalischer Ekstase zu gelangen. Besonders glücklich machen demnach Klassik und Techno! Insgesamt finden sich vierzig Titel auf der Liste, darunter:

Samuel Barber: Adagio for Strings

Ludwig van Beethoven: 9. Sinfonie, zweiter Satz

Beethoven: Klaviersonate Nr. 17 d-Moll (Der Sturm)

Dieterich Buxtehude: Toccata in G

Chopin: Mazurka in A Minor Op. 17

Godspeed You! Black Emperor: Storm

Ennio Morricone: L’Arena

Infected Mushroom: Suliman

Led Zeppelin: Moby Dick

Tiesto: Adagio for Strings

Digitalism: Echoes

Astor Piazzolla: Libertango

Ich muss gestehen, dass mich diese Liste recht ratlos zurückgelassen hat. Klar, kaum etwas ist so individuell wie der Musikgeschmack, aber sind das wirklich alles Stücke mit Gänsehaut-Garantie? Aus dieser Ratlosigkeit heraus habe ich überlegt, welche Titel ich gewählt hätte, wenn man mich in die Röhre geschoben hätte, um besonders euphorische Hirnreaktionen zu messen. Vielleicht diese hier:

1. Johnny Cash: He’s Alive

In dieser Nummer von seinem Gospel-Album A Believer Sings The Truth schlüpft Johnny Cash in die Rolle von Petrus und erzählt davon, wie er nach der Kreuzigung Christi dessen leeres Grab findet.

2. Bob Dylan: Idiot Wind (Live)

Schon tausendmal gehört, immer wieder ein Ereignis: Wie Dylan sich im Verlauf von über 10 Minuten in diesen Song hineinsteigert, hat fast schon etwas Beängstigendes.

3. Swamp Dogg: God Bless America (For What) (Live)

Diese ausgedehnte Live-Version von Swamp Doggs Soulklassiker fängt bluesig-eindringlich an, steigert sich dann aber zu einem Geheul und Geschrei, wie es auch experimentelle Noisekünstler nicht besser hinbekommen könnten.

4. Eddie Palmieri: Un Dia Bonito

Vor ein paar Tagen habe ich nach Jahren mal wieder diesen epischen Song von Eddie Palmieri gehört und war sprachlos angesichts des Facettenreichtums von Palmieris musikalischer Vision.

5. Marvin Gaye: What’s Going On

Unübertroffen…

Foto: AFP

Foto Startseite: Yvonnes photos / Photocase

Kommentare

  • Matt

    Schon sehr seltsam Moby Dick von Led Zeppelin auszuwählen. Das ist das Schlagzeugsolo von John Bonham. Wer mag denn wirklich Schlagzeugsoli? Er war einer der größten Drummer aber es ist doch nicht wirklich repräsentativ für Rockmusik. Die live Versionen sind zwar sehr eindrucksvoll aber da wäre wohl Stairway to heaven oder Whole lotta love doch besser gewesen… (aber die kennt man wohl zu gut und man reagiert wohl anders auf abgenudelte Sachen… )

  • Johannes Waechter

    @ Matt
    Hat mich auch überrascht. Was wären denn Deine Gänsehaut-Momente?

  • marv

    jimi hendrix – all along the watchtower, definitiv!

  • Madin

    also ich weiß zwar nicht so ganz warum sich der Autor hier so stark mit seiner persönlichen Note in Sachen Musikgeschmack eingebracht hat (gleich mit YouTube Videos eingebunden) aber beim Punkt über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten hat er definitiv recht.

    Es muss wohl jeder für sich selber entscheiden oder viel mehr rausfinden was ihn persönlich am meisten ‘kickt’!

    Streicher (Klassik!) sind zwar immehr sehr gut in solchen Disziplinen (deswegen werden sie auch so gern für die Gefühlsintensiven Szenen in Filmen verwendet ;) ) aber mir persönlich fehlen da auch ganz klar andere Richtungen und ein persönlich viel stärker ausgeprägter Drang zu härterer Rockmusik! :)

  • R.Andersen

    Ted Nugent- Hpyer-Nation

  • andrea

    Marvin Gaye ist immer Gänsehaut. Bei mir gerade auch Jamie T. – Brand New Bass Guitar

  • pluspunkt

    Um noch ein paar Titel in den RIng zu werfen (Vorsicht, Dylan-Fans, aber gibt es diese Rivalität zwischen Dylan und Young überhaupt?): Like a Hurricane, ziemlich egal, ob live oder Studio.
    Little Feat, Mercenary Territory live, ein Brecher!
    Ach, genug, sonst wird die Liste noch länger!

  • ronald

    @marv
    hendrix:
    - Like A Rolling Stone live
    - Villanova Junction

    Porcupine_Tree:
    - Way_Out_Of_Here__Live_in_Tilburg
    - The_start_of_something_beautiful

    @R.Andersen
    The Trust
    - Antisocial
    - …
    - Misère

    p.s. ted hat mir (und den nachbarn) (in meiner jugend) auch viel freude bereitet
    ;-)

    p.s.2
    warum muessen die de??en von youtube diesen DRM scheixx da rein hauen ?

  • dirk puderbach

    ich habe vor einigen Jahren eine interessante erfahrung mit einem amerik. sitarspieler> Raga >gemacht der im südwestfunk portraitiert wurde.
    ..
    Zuckermann o. so aehnl. in Kalifornien..ein livemitschn.´glaub´ich.

    um die Fachsprache zu verwenden: ” das ging tierisch ab und erreichte einen sofort , obwohl die Klangfolgen sehr schnell und kompliziert waren…;

    aber,.. am nächsten Tag war´s langweilig und man griff zu bewährtem,, Rock , Jazz, Klassik von Beeth., Chopin bis Rachmaninov..

    im übrigen, es gibt eine interessante technovar. von voodoo chile.;.die leute haben sich wirklich gedanken gemacht!?

  • Malte

    Jennifer Lopez DVD Lets get loud Live in Puerto Rico ( 8,99 bei ebay ) vereinzelte lieder die auf und unter die haut gehen . Viel Spass ;)

  • martin

    Nichts neues. Hatte dazu mal was im Internet gefunden irgendwann so 2002 . Das war eine Studie von einem USMilitaer Psychologen. Hatte was mit Mind Control zu tun. Da hatte man auch herausgefunden das bestimmte Gehrinwellen bei Drogen wie bei Musikkonsum auftraten. Hatte es ebenfalls mal so einen Monat ohne Musik versucht und war erstaunt wie extatisch man dann nach dem Entzug bei dem Hoeren von Musik ist. Besonders gut geht das in Kombination mit dem Lernen, als Belohnung! Also, um eventuell andere Belohnungsmittel zu verdraengen, wie Sex, Nikotin, Alkohol.
    Kann es jedem mal empfehlen es zu versuchen. Kein Radio etc.
    Puritaner waren nicht doof!

  • martin

    Klassik ist gut wenn man intensiv viel Mathematik uebt. Bei Chemie bevorzuge Ich INdependent Rock!

  • martin

    Der Effekt mit der Musik beim Lernen kann man eventuell auch mit dem Bewegen vergleichen, dabei werden dann halt ebenfalls andere Regionen um Gehirn “trainiert”. Das heisst, einfach mal aufstehen, einen Flummi fangen, also den Gedanken freien Lauf lassen. Hilft zu entspannen um wieder voll als Student durchstarten zu koenne.

  • Dj tomekk

    Vor vielen Jahren wurde mir mal das Vergnügen zuteil den Verfasser des
    Artikels selbst kennen zu lernen. Top Mann. Die Auswahl des Themas finde ich gut, ist diese Studie der breiten Masse zugänglich? Als Vater von 2 kindern und Musiker hatte ich die Wirkung der Verschiedenen Musikstile und Richtungen
    Bereits an dem Fötus im Mutterleib getestet. Ich habe die selben Beobachtungen
    gemacht wie der Artikel dar legt. Ich erkläre mir persönlich den Zusammenhang
    Durch die mathematischen Gleichungen in der Klassik die ja strengen Mustern folgen. Beim Techno ist es meiner Beobachtung nach das treibende Rhytmuselement. Meine beiden Kinder reagierten entgegengesetzt auf die Musikanten, Techno regte ihn auf und Bracht sie herunter und umgekehrt.
    Auf Stimmen reagieren ungeborene auch bereits ab dem Zeitpunkt wo ich ihre Bewegungen ausmachen konnte. Marvin Gaye und Aaliyah hebten sich von den anderen Interpreten in der Reaktion der Kinder ab. Ganz klar subjektive Studie, trotzdem fand ih erstaunlich dass Kinder auf ein Stück regierten und die selben Verhaltensmuster zeigten selbst wenn sie das jeweilige Stück über 6 Monate nicht gehört hatten. Also auch einen Wiedererkennungswert scheint de Mensch
    In seinen frühsten Anlagen zu haben bzw reagiert immer ähnlich auf ähnliche Geräusche. Viele Grüße an Johannes Wächter. Dj Tomekk

  • Christian

    Also Klassik und Elektro/Techno hören sich schon logisch an. Einige Sätze des Requiems von Mozart wären da sicher noch dabei. Aber gerade aus dem Bereich der elektronischen Musik kann ich mir erhabene Momente bei einigen Ambient Techno (Monolake, Plastikman) oder IDM-Stücken (The Black Dog, As One, Boards of Canada) vorstellen. Hinzu kommen sicherlich noch ein paar Krautrock Sachen von Can, NEU!, Harmonia oder Ähnlichem. Aber auch Post-Rock Stücke von Tortoise über Mogwai (Mogwai Fear Satan) bis Slint und Vergleichbarem hätten suchtbefriedigendes Potential.

  • Alexandra

    Salsa, Latinjazz und vor allem Classic meets Cuba (die Version von Carmen ist phänomenal!)

  • Blauregen

    Hallo,
    meine Liste wird manche zum Schmunzeln bringen,
    aber das tut mir persönlich gut:
    ZAZ, Le long de la route
    Santana, Corazon Espinado
    Jane, Out in the rain
    Bob Dylan, Girl from the north country
    T.Rex, Get it on
    Quadro Nuevo, alles von ihnen
    Sweet, Ballroom Blitz
    J. Hendrix, All along the watchtower
    Beatles, Here comes the sun
    Travelling Wilburys, Handle with care
    George Harrison, My sweet Lord
    Fistful of Mercy, Fistful of Mercy

    Das tut mir persönlich gut und hebt die Stimmung und das Lebensgefühl enorm.
    Einfach mal reinhören und genießen!

  • Harry

    Stimme Madin zu, geht mir ähnlich.
    Die Liste der Dopamin freisetzenden Musikstücke (teilweise ganze Lieder, häufiger aber spezielle (immer wieder dieselben) Sequenzen in bestimmten Liedern würde bei mir zu lang, bewegt sich bei mir allerdings größtenteils im Bereich progressive Rock und zunehmend progressive Metal.
    Ich muss sagen, dass ich nicht verstehe, was genau an diesen einzelnen Stellen abgeht und warum die unweigerlich immer soviel Dopamin freisetzen oder ein Glücksgefühl schaffen. Ein Beispiel, das schon etwas bejahrt ist: Yes “Awaken” (das letzte Stück auf “Going for the One”), die Gänsehaut kommt zuverlässig immer bei “…oh closely guided plans, awaken in our hearts…”. Irgendwie habe ich mir das immer damit erklärt, dass es so eine Art triumphaler Höhepunkt des Liedes ist.
    Ein Beispiel aus dem Nicht-Progrockbereich ist bei mir Philip Glass “Songs from Liquid Days”. Viele goose bump Momente…

  • Ist das langweilig!

    Welch eine überraschendes Ergebnis aus Kanada! Wo haben sich dann diese Erkenntnisverweigerer die letzten Jahrzehnte versteckt? Es gibt einen Satz von Prozessen im Gehirn für Sex, Essen, Drogen, Sport und einen ganz besonderen nur für die Musik. Das Ergebnis ist nur tautologisch zu nennen. Alles andere wäre eine neue Erkenntnis gewesen. Heute darf jeder mal in Nature Science schreiben?
    -
    Es soll auch Frustrationszustände beim Menschen geben, die durch das Anhören der richtigen Musik verstärkt werden (Liebeskummer, Trauer, Verlust). Wer kennt das nicht? Da fehlt dann ein anderes Hormon….
    -
    Zum Thema: “I want it all! I want it know…”

  • Armin

    Ich bin ja so durchschnittlich. Die Studie spricht mir voll aus dem Herzen. Bach und Minimal – da machts bei mir “Pling”. Alle hier alternativ vorgestellten Stücke mag ich auch, aber nur bei elektronischen Klängen passiert etwas.
    Spectre, Akiko Kijama, Housemeister, Hans Bouffmyhre …
    Ach ja, was mich komischerweise auch total anturnt sind diese arabischen Gesänge. Aiiiijaiiiajaaaa – geil.

  • Johannes Waechter

    @ Langweilig
    Mich hat das Ergebnis der Studie auch nicht überrascht. Die Forscher berufen sich meines Erachtens allerdings darauf, das, was man von jeher vermutet, nun zum ersten Mal wissenschaftlich bewiesen zu haben. Sie schreiben: “Our results provide, to the best of our knowledge, the first direct evidence that the intense pleasure experienced when listening to music is associated with dopamine activity in the mesolimbic reward system, including both dorsal and ventral striatum.” Viele Grüße!

  • Blauregen

    Arabische Gesänge, Musik aus Afrika (Women aof Afrika, tolle CD), Gombe von Hubert von Goisern, ZAZ, südamerikanische Musik, indische Ragas, ……….

  • Blauregen

    Auch deutsche Schlager wie
    Ein Mädchen für immer/Peter Orloff
    St. Tropez/Vicky Leandros
    oder Rocker wie
    Black Dog/Led Zeppelin
    Jailbraik/Thinn Lizzy
    oder
    Shakira und Lady Gaga
    machen viele Menschen glücklich.
    Auch ich verstehe die Liste der Forscher nicht so besonders.

  • Michael

    Ich bin ein absoluter Musikvielfraß und das glücklich werden bei Musik ist nicht
    immer das was ich am meisten dabei will, manchmal will ich auch nur ein bißchen
    belästigt werden.
    Aber es gibt und gab Musik die mich umgehauen hat ( die liste wäre endlos) und bei einem Stück geht es immer und immer wieder, ich weiß auch nicht warum. Jefferson Airplane Hey Frederick von Volunteers, es gibt eine
    Stelle da fühl ich mich als würde ich hintenrunter vom Stuhl kippen (also ein nach
    hinten fallen). Grace’s Stimme, der Text und dann die Auflösung in den Gitarren, wie ein einziger cooler Sturz, ein gutes Gefühl übrigens, Ich habe die Platte in den 70′ern in Italien gekauft da war ich vielleicht 15 oder 16. In den letzten 20 Jahren habe ich sie gar nicht mehr gehört und vor etwa einem Jahr wieder, Ich wollte ausprobieren ob sich das Sturzgefühl nochmal einstellt und es passiert genauso wieder, immmer, bei jedem hören.

  • Salomee

    Ich bin grad süchtig nach Reinhard Mey!

  • Vibes

    Super text nur gibt es mitlerweile ja dutzende an Generes hätte mir da auch lieber einen Genere freien oder auch weit gefächerten Artikel gewünscht.
    Denn die wohl stärksten gekommene scene der Letzten 10Jahre ist wohl die Elektronische musik….

  • Eckhard

    Zitat James Marshall “Jimi” Hendrix: Drogen haben tatsächlich in den Köpfen der Leute einiges in Bewegung gebracht. Musik kann das auch .. und du brauchst keine Drogen mehr.

  • dirk puderbach

    .>michael>
    .das mit Jefferson Airplane geht mir ähnlich, will sagen , die Intensität einer/der Reaktion ist erstaunlich!.. (dazu gibt es ein sich auf Musik beziehendes Interview mit der diesjährigen Turnerpreisträgerin> ” Stimme ohne Ausbildung”)
    Grundsätzlich sind die meisten, der hier geäusserten Beiträge im Inhalt nachvollziehbar.
    Einige meiner Selbstversuche liefen auch darauf hinaus, ein gern gehörtes …(…) einmal mehrere Jahre liegen zu lassen..(bspw. : happy trails)..
    Eine Ergänzung zum Schluss, die sich an einem blog im letzten Frühjahr in der sd Z. anschliesst : Einfach einmal selbst zum Instrument greifen und vor allem, die vorgefertigten Wege verlassen!

  • Thomas Wiesner

    Grundsätzlich stimme ich zu, dass Musik auf das Gehirn wie eine Droge wirken KANN, bin jedoch der Meinung, dass dies individuell verschieden ist. Der eine hebt bei Pink Floyd ab, hat aber Null-Feeling bei Anton Bruckner, beim anderen ist es genau umgekehrt, um mal ganz extreme Beispiele zu nennen. Soll heissen, welche Art von Musik die entsprechenden Stellen meines Gehirns aktiviert, hängt einzig und allein von meiner ureigensten Musik-Sensibilität ab. Von dieser meiner Meinung bin ich überzeugt, akzeptiere jedoch auch gern gegenteilige Auffassungen.

  • Lars

    Den letzten emotionalen Schub hatte ich gegen sechs Uhr an Silvester, als ein Gemisch aus Frauen, Alkohol und Neujahrsdepression unweigerlich in den Stehblues führte. Fügt man diesem Potpourri noch etwas Schmalz hinzu, bringt das das Herzblut zum überkochen. Da genügt schon Chris de Burgh. Noch halb unter Gänsehaut ist ein Stehbluesblog entstanden: http://stehblues.tumblr.com/archive. Hach…

  • Baufix

    Musiker wirft Droge ein, und Musiker produziert Droge. Puh! Bin ich froh das ich nicht auf Leonhard Cohen abfahre! Schöne Musik, aber brauche ich nicht. Speedfreak Lemmy Killmister Motorhead ist da schon ein anderes Problem.
    Geschäcker sind verschieden, jetzt weiß ich warum.

  • panter

    Itchycoo park – small faces

    what did you do there?
    we get high.
    what do you touch there?
    we touch the sky.
    hmpf

  • Klaus

    Nix machen bestimmte Leute lieber, als anderen (die’s gar nicht hören wollen) mitzuteilen, welche Musik sie gaaanz toll finden. So auch hier. Und das ist wohl auch der Sinn der Sache: Leserbindung.

  • Baufix

    Oh, hat da eine bestimmte Person etwas gelesen was er gar nicht lesen wollte? Wie gemein! Und dann wird da auch noch Musik angeboten die man gar nicht hören will.
    Bitte Klaus, deinen Beitrag finde ich schon wieder interessant: Welche Musik liebst Du?

  • Heinz Wagener

    Hat einer von euch mal Diminuendo and Crescendo of (in) Blue(s) von Duke Ellington, gespielt auf dem Newport Jazz Festival, gehört ? Das schlägt ALLES ! Überhaupt: warum finde ich hier fast keinen Jazz – ist das Opa-Musik für euch ?

  • Harry

    @Klaus: So’n Mist, du hast es rausgekriegt. Hmm, ja…grummel…ich geb’s zu, ich will Leser an mich binden. Und mit dem Geständnis, Prog zu mögen, werde ich tausende…ach, was sag’ ich: Hunderte, wenn nicht Dutzende von Lesern binden.
    @Heinz: Jazz ist nicht im mindesten Opa-Musik für mich. Ich finde Jazz großartig, vor allem live, habe aber keine Ahnung davon. Und das ist mein Problem: Habe immer eine gewisse Hochachtung vor dem Jazz gehabt (“dem” Jazz – das muss für jeden Jazz-Liebhaber ja allein schon ein Sakrileg sein) aber emotionell berührt’s mich nicht so…

  • ronald

    @klaus

    du bist unser/der KLAUS von extra 3, gell ???

  • Blauregen

    Mit der Musik ist es so wie mit dem Eis. Man steht vor der Eisdiele und sieht die 30 oder 40 Sorten. Alles fein und wunderbar schmackhaft! Aber jeder hat einen anderen Geschmack. Musik ist Leben …und jeder lebt halt anders, aber die meisten Menschen lieben das Leben und das Eis und die Musik ………

  • Stimmwunder

    Ich kann mir vorstellen das Musik unter Drogeneinfluss bestimmt anders rauscht als ohne. Zum Glück kann jeder das für sich selber bestimmen und es kommt auch auf die Stimmung an unter der man es sich anhört.

  • Avarty “Song Of The Day” #19 » avarty.com

    [...] meldete erst die Sueddeutsche Zeitung, dass kandadische Forscher ermittelt haben, Musik hätte im Gehirn dieselbe Wirkung wie Drogen. [...]

  • Links fürs Wochenende

    [...] Im Rausch der Klänge [...]

  • Mihael Svitek

    Ach Gottchen, hier könnte ich ja gleich eine ganze Abhandlung in den Kommentar schreiben.

    Also nur eins: Die Songauswahl ist mir relativ klar, einiges fehlt natürlich. Bemerkenswert, das so viele instrumentale Sachen dabei sind! Ist aber wahrscheinlich beabsichtigt, um nicht so sehr mit Textpsychologie zu kollidieren. Godspeed You! Black Emperor mit Storm freut mich ganz besonders, das habe ich neulich auf dem Konzert von GY!BE gesehen und das war einfach atemberaubend, so etwas ist mir als langjähriger Post-Rock-Aficionado und Konzertgänger noch nicht untergekommen.

    Zu dieser wissenschaftlichen Herangehensweise an Musik gibt es ein hervorragendes neues Buch, das heißt “Alles, was sie schon immer über Musik wissen wollten”, ist neulich bei Zweitausendeins erschienen.

    Ja und Baufix, am besten du wirfst Leonard Cohen in eine Getreidemühle zusammen mit Motörhead und der ganzen restlichen Pop- und Lebenskultur, die gerade so abgeht, mahlst ordentlich durch, lässt das die klugen Studenten tagein, tagaus hören und schaust dir an, was für eine verrückte Gesellschaft wir in dreißig Jahren aufgebaut haben werden ;)

    Puh, ist jetzt doch länger geworden. Man spricht sich, ich muss ins Bett!

  • Andreas

    Hab leider diesen Artikel erst jetzt entdeckt.

    Musik als Rauschdroge im positiven Sinn: fein.

    Aber das geht doch weiter und auch differenzierter.
    Musik als Gefühlverstärker bzw. -erzeuger: es gibt Musik, bei der mir immer die Tränen kamen (bzw. immer noch kommen) und zwar auch ohne dass die Musikstücke irgendwie erinnerungsmässig besetzt wären (erster Kuss oder erster Liebeskummer sind wohl die Standarbeispiele für ‘Musik erzeugt Erinnerung erzeugt Gefühl’), jedenfalls nicht bewusst und natürlich auch nicht auf das simple Moll=traurig/melancholisch zu reduzieren.

    Und auch:
    Musik als Abtörner: es gab und gibt Lieder, bei denen ich zum Radio springen muss und ausschalten, wenn die im Supermarkt oder Baumarkt dudeln vergeht mir die ohnehin schon mässige Einkaufslust (Pech für die öffentliche-Räume-Beschaller) und sogar zärtliche Stunden können einem durch die falsche Musik vermiest werden.
    Hat darüber eigentlich schon jemand geforscht?