Das Beste aus meinem Leben

»Die ganze Welt ist voll von Sachen,und es ist wirklich nötig, dass jemand sie findet.« – Pippi LangstrumpfMan hört erstens allerhand von der Entwicklung der Roboter. Dass Roboter schon Fußballweltmeisterschaften austragen, bei denen die Torleute zwar nicht richtig hechten und die Feldspieler nicht schnell laufen können (solche Leute gibt es allerdings in der Bundesliga auch, möchte ich anmerken) – aber die Entwicklung geht anscheinend schnell, und vielleicht kann man in zwanzig Jahren die ersten Vorstopper in der zweiten Liga durch Roboter ersetzen, das ist auch eine Kostenfrage, die Gehaltsvorstellungen von Robotern sind nicht hoch, übrigens sind sie gehorsamer gegenüber Trainern und…Entschuldigung, bin vom Thema abgekommen, wenn es um Fußball geht, komme ich leicht vom Thema ab.Noch mal: Man hört erstens allerhand von der Entwicklung der Roboter. Dass es Putzroboter gibt. Dass auch die meisten Autos von Robotern zusammengebaut worden sind. Dass man die meisten Hunde längst durch Roboter ersetzen könnte. Und so weiter.Zweitens gibt es Suchmaschinen im Internet. Man gibt ein, zwei Wörter ein, dann sucht einem die Maschine blitzeschnelle dies und jenes.Was ich nicht verstehe: warum niemand, aber auch gar niemand an der Entwicklung von Roboter-Suchmaschinen für Wohnungen arbeitet. Warum sich für eines der größten Menschheitsprobleme, nämlich die Unauffindbarkeit von Schlüsselbunden und Portemonnaies, kein Forschergeist interessiert. Wie viel Zeit würde man sparen, wären diese Dinge immer zur Hand! Wie viel Energie stünde der Volkswirtschaft zur Verfügung, statt sinnlos in den Haushalten verbrannt zu werden!Jeden Tag wird bei uns irgendwas gesucht. Schon vor dem Frühstück streift Luis greinend durch die Wohnung, auf der Suche nach dem aktuellen Lustigen Taschenbuch. Gleich nach dem Frühstück durchgrabe ich die Papierhaufen in meinem Arbeitszimmer, weil ich für einen Artikel, der bis zum Abend fertig sein muss, Emil Szittyas Buch von 1925 über die Kulturgeschichte des Selbstmords suche – gestern hatte ich es in der Hand, ich sehe es vor mir, es kann nicht einfach vom Erdboden, verflixt…Paola sucht ohnehin ständig etwas, ihr Leben und damit auch meines ist ein einziges Suchen.»Wo ist mein Autoschlüssel?«, frage ich. »Ich hatte dir meinen Autoschlüssel geliehen, weil du deinen nicht gefunden hattest, und wo ist er nun?«»Ich habe ihn auf die Kommode gelegt.«»Auf der Kommode ist er nicht.«»Aber ich habe ihn dorthin gelegt.«»Wie kann es sein, dass du ihn dorthin gelegt hast, er sich dort aber jetzt nicht befindet?«»Jemand muss ihn dort wieder weggenommen haben.«»Jemand…«»Ich weiß nur, dass ich ihn dorthin gelegt habe.«»Und ich weiß nichts anderes, als dass er dort nicht ist.«»Wenn ich jetzt zur Kommode komme, und er liegt doch dort, direkt vor dir, und du hast ihn nur nicht gesehen…«Sie kommt. Der Schlüssel ist nicht da.»Vielleicht habe ich ihn in meine Handtasche getan.«So geht das, Tag für Tag. Wenn man eine Suchmaschine für den Haushalt hätte, einen Gegenstandauffindungsapparat, einen Schlüsselschnüffler, eine Maschine zur Findung von kulturgeschichtlichen Standardwerken, einen Aufenthaltsortermittler für Lustige Taschenbücher, einen Sachsuchroboter – dann wäre alles einfach.Man würde ihm alles Wichtige einmal unter die Nase halten wie unter einen Scanner. Er würde die Dingdaten speichern wie ein Hund einen Geruch. Findet man etwas nicht, gibt man Suchdaten ins Maschinchen ein, es durchsurrt die Wohnung, unfehlbar – sogleich hätten wir das Suchergebnis. Nie müsste man suchen und scheitern.PS: In der Zeitung steht, jemand habe ein Gerät zur Vernichtung von Milben in Matratzen entwickelt. Ein anderer will Windenergie mit Hilfe einer Art Flugdrachen nutzen. Die Menschheit ist auf dem falschen Weg.