Es ist Sommer, ich habe meine Arbeit getan, das wird ein lauer Abend. Wir könnten in den Biergarten gehen mit den Kindern, man hat nicht so viele solcher Abende, oft gibt es am Spätnachmittag ein Gewitter, nachdem man den Tag im Büro geschwitzt hat, dann ist alles vorbei.
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Nun aber gehe ich nach Hause, komme an einem Café vorbei – ja, wer sitzt da? Meine alte Freundin M., die ich lange nicht gesehen habe, sie ist in Begleitung einer guten Bekannten. Wir begrüßen uns. Ob ich mich setzen wolle? Ja, ich will mich setzen. Ja, ich werde den Abend mit einem Glas Bier beginnen. Ja, ich werde ein bisschen hören, was M. zurzeit so macht, welche Projekte sie verfolgt, wir sehen uns selten in letzter Zeit.
M. erzählt so, dass wir lachen müssen, auch sie selbst lacht mit weißen schönen Zähnen… Jedoch sehe ich am rechten oberen seitlichen Schneidezahn und dem Eckzahn, zwischen eins-zwo und eins-drei, wie sich mein Zahnarzt ausdrücken würde, etwas Grünes, einen Essensrest, Überbleibsel eines Petersilienblattes vielleicht, von einer schönen Portion Spaghetti aglio e olio.
Was soll ich tun?
Ich versuche, den Makel zu ignorieren. Er ist nicht wesentlich, und irgendwie habe ich Angst, ich könnte die nette Frühabendstimmung hier zerstören. Sie würde beginnen, in ihren Zähnen zu pulen, nach einem Zahnstocher fragen, einen Spiegel suchen, Richtung Toilette verschwinden – unsere angeregte Unterhaltung wäre kaputt. Ohnehin werde ich gleich gehen. Ich bleibe nicht lange, die Familie wartet, der Biergarten auch.
Aber es ist doch ein großes Stück Petersilie. Und M. lacht oft und herzlich, die Zähne bleckend. Meine Stimmung wird immer verhaltener, ich zergrübele mich an diesem grünen Stück. Ich sollte etwas sagen.
(Lesen Sie auf der nächsten Seite: Was sagt man in so einer Situation? »Du hast da was Grünes, entschuldige!«?)
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