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aus Heft 04/2013 Gesundheit

Das ist ja der Gipfel!

Werner Bartens  Illustrationen: Martin Nicolausson

Und von dort geht es nur noch bergab. So wie mit den meisten Körperfunktionen ab einem gewissen Alter. Ein Überblick über unseren schleichenden Verfall - mit einer aufregenden Ausnahme.


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Er halte nichts davon, wenn 85-Jährige auf Staatskosten noch ein künstliches Hüftgelenk bekämen, sagte der CDU-Politiker Philipp Mißfelder vor einigen Jahren. Seitdem schwelt auch der me-dizinische Generationenkonflikt: der Streit um die Frage, wie viel die Jungen noch zahlen sollen für die gebrechlichen Alten. Hätten sich die Politiker einmal in der Wissenschaft kundig gemacht, wäre die Debatte schnell erledigt. Denn auch die meisten Jungen haben, wenn sie ins Berufsleben einsteigen, ihren Zenit längst überschritten. Mißfelder etwa, inzwischen 33, muss damit leben, dass er seit gut zehn Jahren schrumpft. Die maximale Körpergröße erreicht der Mensch vor dem 20. Geburtstag, danach geht es bergab. Das gilt ebenso für die meisten Organe und Körperfunktionen. Stoppen lässt sich der Verfall nicht: Ob Herz, Nieren, Nase oder Augen – das Optimum ist in den späten Teenagerjahren erreicht. Nur Gehirn und Sexualtrieb funktionieren bis ins hohe Alter tadellos. Was sich die Natur wohl dabei gedacht hat?

WENIGER DURCHBLICK 
ab 15

Zwar nimmt die Augenlinse zeitlebens an Masse und Volumen zu, mit 70 Jahren ist sie dreimal so schwer wie bei Neugeborenen. Doch bereits ab 15 lässt die Elastizität der Linse nach. Mitte 40 kommt es zu einem weiteren Abbau: Es wird immer schwieriger, auf das Naheliegende scharf zu stellen. Endstation: Lesebrille.


SCHNARCHNASE
ab 25

Schleimhaut und Bindegewebe der Nase werden ab dem 25. Lebensjahr dünner, die Durchblutung nimmt ab. Eine Folge: Im Alter von 60 Jahren schnarchen etwa 60 Prozent der Männer und 40 Prozent der Frauen.


ZWEITER STIMMBRUCH
ab 60

Im Alter degenerieren die Stimmlippen. Bei Frauen führt das dazu, dass ihre Stimme tiefer klingt.


PORÖSER FILTER
ab 30

Die Filterleistung der Niere erreicht schon ab drei Jahren das Maximum, ihre Durchblutung ab acht. Bei zwei von drei Erwachsenen sinken beide Werte mit Ende 20, Filterkörperchen verkümmern und Nierenkanäle sterben ab: Medikamente werden langsamer abgebaut, es kann leichter zur Überdosierung kommen. Immerhin: Bei jedem Dritten verschlechtert sich auch im Alter die Nierenleistung nicht.


MUSKELSCHWUND
ab Mitte 30

Mit zunehmendem Alter schrumpfen Zahl und Größe der Muskelzellen im Körper, erst langsam, ab dem 50. Lebensjahr dann deutlich. Das liegt nicht nur an mangelnder Bewegung, sondern auch daran, dass die motorischen Nervenbahnen verkümmern. Die verbliebenen noch intakten Nerven müssen dann größere Muskelbereiche stimulieren, weshalb sich im Alter auch die Feinmotorik verschlechtert.

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