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Reise 20. Oktober 2016

Beim Grab des Aristoteles

Von Rainer Erlinger 

Dr. Dr. Rainer Erlinger beantwortet jede Woche die Gewissensfragen unserer Leser. Und weil er dafür gerne Aristoteles zitiert, haben wir nach Griechenland geschickt - zum Grab seines Idols. Eine philosophische Erkundung.


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Irgendwie hat es etwas von einer Wallfahrt. Eine Reise ans Grab von Aristoteles. Normalerweise kennt man es bei Heiligen, dass man zu ihren Gräbern oder Gebeinen fährt, oft auch verbunden mit einem Anliegen, einer Bitte, einem Wunsch, die doch der oder die entsprechende Heilige erfüllen möge, oder zumindest vermitteln. Das konkret scheidet aus bei Aristoteles, dennoch ist er so etwas wie ein weltlicher Heiliger für die Philosophie. Und offenbar nicht nur für sie, schließlich steht Aristoteles ganz zentral neben Plato in der Mitte von Raffaels berühmten Philosophenbild »Die Schule von Athen« in den Stanzen des Vatikans. 

Deshalb war es schon mehr als eine kleine Sensation als im Mai dieses Jahres ein Archäologe auf dem Aristoteles Weltkongress in Thessaloniki verkündete, er habe das Grab des Aristoteles gefunden. Medien rund um die Welt bis hin zur New York Times berichteten über Konstantinos Sismanindis, den langjährigen Leiter der Ausgrabungen in Aristoteles’ Geburtsort, dem antiken Stagira, und seinen Fund. Grund genug, dorthin zu fahren, auf die griechische Halbinsel Chalkidiki, Sismanidis zu treffen und sich erklären zu lassen, was es denn auf sich hat mit dem Grab.

Denn im Grunde ist einem Aristoteles ja auch irgendwie nahe. Man kennt seine Gedanken, zumindest das was er hinterlassen hat, und man hat auch eine gewisse Ehrfurcht vor der Person, die das alles hervorgebracht hat. Also doch so etwas wie eine Wallfahrt, aber auch der Besuch eines alten Bekannten, den man aber noch nie persönlich getroffen hat. Das wird man auch nicht, wenn man mehr als 2300 Jahre nach seinem Tod an sein vermutliches Grab fährt. Aber etwas anderes ist es doch, wenn man bei jemandem, von dem man bislang nur Gedanken kennt, plötzlich etwas anfassen kann, und seien es nur Steine. Saxa loquuntur heißt es schließlich: die Steine sprechen.

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