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bedeckt München
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aus Heft 47/2016 Ein Interview ohne Worte

Würden Sie für Putin ein Privatkonzert spielen?

Fotos: Frank Bauer

Die Geigerin Lisa Batiashvili über Musik als Gottesbeweis, untalentierte Geigenkinder und verbotene Verrenkungen beim Musizieren.



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Geboren:
7. März 1979 in Tiflis
Beruf: Geigerin
Ausbildung: Musikhochschule in Hamburg und München
Status: Ganz schön mutig

Lisa Batiashvili ist deutlich jünger als ihre beste Freundin, man sieht die beiden kaum ohne einander. Auch zu unserem Fototermin kommen sie gemeinsam, die Geigerin und ihre Geige, eine Guarneri del Gesù aus dem Jahr 1739, es ist das Jahr, in dem Händels Oratorium Saul in London uraufgeführt wurde, zehn Jahre danach wurde ein Mann namens Goethe geboren. Lisa Batiashvili gehört nicht nur zu den ganz großen Solistinnen unserer Zeit, sie äußert sich auch immer wieder furchtlos zu politischen Themen. Sie trat auf dem Maidan in Kiew auf und spielte im September 2014 bei einem Konzert in Rotterdam eine bemerkenswerte Zugabe: das Proteststück Requiem for Ukraine – während neben ihr der Dirigent und Putin-Befürworter Waleri Gergijew verdutzt dreinschaute. Batiashvili war zwei, als sie die Geige zum ersten Mal in die Hand nahm, vier, als sie das erste Mal auf der Bühne stand, und zwölf, als sie aus Georgien nach Deutschland kam. »Ich wurde offen begrüßt«, sagt sie, »nicht überschwänglich, aber freundlich.« Inzwischen lebt sie mit ihrem Mann, dem französischen Oboisten François Leleux, und ihren zwei Kindern in München. Ihr neues Album mit Violinkonzerten von Tschaikowsky und Sibelius ist vor Kurzem erschienen.

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