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Probier doch mal 17. März 2017

Der fast schon pornografische Schoko-Schock

Von Hans Gerlach (Text+Foto) 

In diesem Rezept spielen die Brownies ausnahmsweise mal nicht die Hauptrolle, sondern die Schoko-Creme oben drauf. Glasur und Frostings können einpacken angesichts dieser flüssigen Praline.

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Smoothies quellen über, aus Spiegeleiern läuft das Gelbe, dicke Saucen tropfen von Burgern: #foodporn ist ein großes Thema, wenn es im Internet um die Darstellung von Essen geht. Und zwar ohne Nippel-Verbote durch die großen Social-Media-Seiten. Genauso wie der Konsum von konventionellem Porno meist echten Sex ersetzt, scheint Lebensmittel-Porno manchmal analoge, sinnliche Erfahrungen beim Kochen und Essen zu ersetzen. Das ist schade – ich wünsche mir jedenfalls, dass Sie möglichst viele meiner Rezeptanregungen auch selber ausprobieren, unbedingt auch diese verführerische Schokocreme!

Schokolade galt schon immer als aphrodisierend, sie steht für Genuss, schmilzt zu sämigen Seen und ist damit eine perfekte foodporn-Zutat. Beim Fotografieren musste ich ausnahmsweise einmal in die Trickkiste der Foodstylisten greifen: Vor lauter Ungeduld hatte ich meine Creme auf den ofenwarmen Brownie gestrichen, sie begann sofort zu schmelzen, doch einen sämigen See hätte ich hier wirklich nicht gebrauchen können. Mit einer ordentlichen Dosis Eispray konnte ich das Desaster gerade noch verhindern.
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Herkömmliche europäische Schoko-Glasuren legen sich in der Regel fein und zart über Sachertorte oder Marmorkuchen. Meine Schoko-Creme ist eher von angelsächsischen »frostings« inspiriert, die streicht man dick und schwungvoll auf den Kuchen. Viele Frostings sind nur süß, nur Dekoration - meine Schoko-Creme ist eine Ganache, eine streichfähige Praline. Dekoration, die auch ganz für sich alleine schmeckt. Der Brownie? Der ist zwar reich und schokoladig, ganz leicht scharf und wunderbar saftig, doch unter der Schoko-Creme spielt er ausnahmsweise nur eine Nebenrolle.

Schoko-Creme:

150 g Zartbitter-Schokolade oder erstklassige Kuvertüre
250 g Sahne
50 g Kakaopulver
100 g Rohrohrzucker (z.B.: Muscovado- oder Demerarazucker)

Gewürz-Brownies:

200 g Zartbitter-Schokolade oder erstklassige Kuvertüre
100 g geröstete Haselnußkerne (gibt es fertig geröstet oder siehe dieses Rezept)
250 g weiche Butter
200 g Rohrohrzucker (z.B.: Muscovado- oder Demerarazucker)
1 TL Anispulver
1 TL Zimt
1/2 TL Pfeffer
6 Eier (M)
150 g Mehl
100 g Stärke
1 EL Kakaopulver

Für die Glasur 150 g Zartbitter-Schokolade hacken, mit 200 g kochender Sahne übergießen und rühren, bis die Schokolade schmilzt. Restliche 50 g Sahne mit 50 g Kakaopulver verrühren, 100 ml Wasser mit 100 g braunem Zucker aufkochen, den Kakao zugeben, alles zusammen unter die Schokocreme rühren, im Kühlschrank abkühlen. Die Qualität des Kakaopulvers ist genauso wichtig, wie die der Kuvertüre oder Zartbitter-Schokolade.

Für die Brownies den Ofen auf 200°C vorheizen (Umluft 180 °C). Jeweils die Hälfte der Schokolade grob hacken und fein reiben. Haselnüsse auch eher grob hacken. Butter mit Zucker und den Gewürzen 10 Minuten lang schaumig schlagen. Die Eier nacheinander unterrühren. Schokolade, Mehl, Stärke, Haselnüsse und Kakaopulver mischen und zügig unter die Buttermasse ziehen.

Eine rechteckige, flache Backform (z.B. Browniebackform, ca. 20x30 cm) mit Backpapier auslegen. Den Teig in die Form geben und glatt streichen. Auf der mittleren Schiene ca. 25 Minuten backen. Die Form aus dem Ofen nehmen und vollständig abkühlen lassen.

Brownie mit dem Backpapier aus der Form heben. Die Ganache-Creme mit dem Rührgerät 1 Minute lang aufschlagen, auf dem Brownie dick verstreichen, in längliche Rechtecke schneiden.
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