Nummer Eins der Woche 6 Kommentare
Die Nummer Eins der Sehenswürdigkeiten: der Kölner Dom
Wieso? Das soll uns mal ein Kölner erklären
Von Max FellmannDer Deutsche Tourismusverband (DTV) will jedes Jahr in einer Umfrage wissen, was die Lieblings-Sehenswürdigkeiten der Deutschen sind. Der Kölner Dom wurde gerade zum vierten Mal in Folge die Nummer Eins. Der Kölner Komiker und Schauspieler Michael Kessler (Switch reloaded) kann da vielleicht ein paar wichtige Fragen klären.
Herr Kessler, in einer großen Umfrage haben die Deutschen gerade den Kölner Dom zu ihrer Lieblings-Sehenswürdigkeit gewählt. Sie leben und arbeiten in Köln. Sagen Sie mal: Warum finden viele den Dom so faszinierend?
Weil man auf der Aussichtsplattform der Türme an einer Stelle die Inschrift „Klausi – Manta Manta“ lesen kann. Kein Witz.
Wie finden Sie selber denn den Dom?
Fantastisch. Schwer beeindruckend. Mein Management ist gleich da um die Ecke angesiedelt.
Das Merkwürdigste, das Ihnen im Dom je passiert ist?
Man lernt dort ständig neue Klingeltöne japanischer Touristen-Handys kennen.
Und das Schönste?
Man trifft Menschen aus der ganzen Welt – die einen dauernd bitten, sie mit ihren Digitalkameras zu fotografieren.
Die Kölner haben zu allem einen Witz parat. Gibt es einen Dom-Witz?
Bestimmt! Aber ich bin kein gebürtiger Kölner und kann mir noch dazu keine Witze merken. Das ist leider kein Witz.
Jetzt ist wieder Karneval – warum soll man eigentlich “dr Dom in Kölle” lassen?
Weil er zu groß und zu schwer ist, um ihn woanders hinzuschleppen.
Ganz ehrlich: Immer nur Dom, Dom, Dom – nervt das Ding einen nicht auch manchmal, wenn man in Köln lebt?
Nein. Es gibt nichts schöneres, als den Dom wiederzusehen, wenn man von einer Reise zurückkehrt. Der Dom ist Heimat.
Gibt es eine Sehenswürdigkeit, die Sie aufregender finden als den Dom?
Ja, der „Dom“ in Hamburg. Nein, war nur ein Witz.
Michael Kessler, 43, ist zur Zeit im Kinofilm Vorstadtkrokodile 3 zu sehen sowie am 7.Februar in einer Folge der ZDF-Serie SOKO 5113.
Und hier noch die Top Ten der Umfrage:
1. Kölner Dom
2. Frauenkirche (Dresden)
3. Brandenburger Tor (Berlin)
4. Schloss Neuschwanstein (Schwangau)
5. Dresdner Zwinger
6. Hamburger Hafen
7. Schwebebahn (Wuppertal)
8. Berliner Fernsehturm/ Völkerschlachtdenkmal (Leipzig)
9. Reichstag (Berlin)
10. Heidelberger Schloss
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10 Uhr 30
witz, selten derart gelacht:
ich springe höher als der dom!
wie das?
der dom kann ja gar nicht springen…
10 Uhr 49
der Mann hat einfach nur Recht. Ich habe 9 Jahre in München gelebt und ja, es gibt sehr sehr viele sehens- und lebenswerte Dinge in dieser Stadt, aber ein Wahrzeichen dass einen aus allen Himmelsrichtungen aus denen man in die Stadt kommt begrüsst, das gibt es nur in Kölle.
Und deshalb bleibt der Dom auch hier
…und ich auch!
Gruss aus Kölle
Thorsten
11 Uhr 33
so beliebt ist der Kölner Dom
schauen Sie mal rein: http://www.apoldabells.de
melden Sie sich doch einmal: 2012 werde ich die Kölner Glocke im Rahmen des 4. Weltglockengeläutes als Organisatorin mit begleiten
bester Gruß – fast kann ich die Spitzen des Doms sehen von meinem Arbeitsplatz
Marion Hoppen
14 Uhr 33
mehr hat köln ja auch nicht zu bieten. oder wie wilfired schmickler mal so richtig sagte: “reiß doch mal den doofen dom ab; was bleibt denn dann? von nippes bis nach ehrenfeld, ne typisch kölsche trümmerwelt.
15 Uhr 19
diese alte, hässliche, fettärschige Sektenbehausung. Abreißen. Sofort.
23 Uhr 40
Es ist exakt so, wie Michael Kessler im Interview und Thorsten hier im Kommentar beschreiben. Kommt man von einer Reise zurück nach Hause nach Köln und sieht den vertrauten Anblick der Türme schon weitem, geht dem Kölner das Herz auf, egal welcher religöser Überzeugung er auch sonst sein mag – da ist zuhause, da ist mein Kölle!
Der geborene Kölner wie auch der Zugereiste mag „sein“ Köln nämlich gerne. Die sprichwörtliche Toleranz und sein offenherziger Charme der Bewohner ist stimmungsgebend in der Stadt. Der Kölner hat nicht so eine gewöhnungsbedürftig freche Schnauze wie der Berliner, er grantelt nicht wie der Münchner, und ist weißgott nicht so einsilbig wie der Hamburger. Ausnahmen bestätigen natürlich auch hier die Regel. Nicht umsonst ist Köln seit Jahren heimliche Schwulenhauptstadt Europas, in keiner anderen Großstadt können Schwule (und auch Lesben) so offen leben, denn das oberste Gebot in Köln heißt: „Jede Jeck es anders“. Zu diesem persönlichen Stadtbild gehört daher auch der Kölner Dom als in Stein gemeißeltes Sinnbild für das Leben in der Stadt.
Dass der Kölner Dom zum viertem Mal als Highlight gewählt wird, ist überhaupt nicht verwunderlich. In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheiten sucht der Mensch gerne Orte, die auf irgendeine Weise Bestand vermitteln. Wer auch nur ein bisschen Gefühl für Vibrations hat, der spürt im Kölner Dom eine unnachahmliche Schwingung von den vielen Sorgen, Ängsten aber auch der Freude und des Dankes, die seit Jahrhunderten Menschen in den Kölner Dom tragen. Köln hat zudem ein historisches, lebendiges Gesicht, durch seine Bauwerke aus der Römerzeit und dem Mittelalter (Stadtmauer, Römerturm usw.) bis hin zu den vielen 50er Jahre Bauten – stumme Zeugen der Zerstörung der Stadt im 2. Weltkrieg und dem Willen des Wiederaufbaus. Der Kölner Dom ist zudem das zweithöchste Kirchengebäude Europas. Und das dritthöchste der Welt. Die himmelstürmende Gotik beeindruckt auch heute noch jeden Besucher. Höher ist weltweit nur das Ulmer Münster. Ohne der netten kleinen Stadt Ulm etwas böses zu wollen – aber Ulm hat nun mal weniger Touristen, und damit auch weniger Besucher des Ulmer Münsters.
Wer meint, Köln hat jenseits des Domes nichts zu bieten, ist entweder Misantroph, aus welchen Gründen auch immer notorischer Nörgler oder hat sich noch nie die die Mühe gemacht, Köln zu entdecken. Tipp: gegen sehs Uhr unangemeldet in einem Brauhaus in Köln versuchen, einen Tisch zu ergattern. Da muss man erst mal in die Warteschleife am Tresen, und kriegt anschließend einen Tisch, woi man mit anderen Gästen zusammenrücken muss. Wer sich dann immer noch allein fühlt, mit niemandem ins Gespräch kommt, sollte nach New York gehen. Dort ist es völlig normal, sich ausschließlich mit einem Psychiater zu unterhalten.